Triathleten trotzen Corona beim ganz persönlichen „Heideman 2020“

Kirsti Sarikaya und Dirk Sauer von „gelebter Vereinsgemeinschaft“ begeistert

Triathleten trotzen Corona beim ganz persönlichen „Heideman 2020“

Langdistanztriathleten absolvieren bei ihren Wettkämpfen 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und anschließend einen Marathonlauf. Veranstaltungen über diese Distanz gibt es weltweit. Aber auch die bekanntesten wie die „Challenge Roth“ oder auch der Ironman Hawaii wurden in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Zwei Heidekreis-Triathleten ließen sich davon aber nicht den Spaß an ihrem Sport verderben und absolvierten am Samstag, dem 5. September, kurzerhand ihren eigenen, ganz privaten Ironman, den „Heideman“: Kirsti Sarikaya und Dirk Sauer vom Team Triathlon Heidekreis.

Beide machten sich früh am Morgen kurz vor Sonnenaufgang auf den Weg zu „ihrem“ Ironman. Jeder für sich, aber immer begleitet von Teamkollegen, sprangen Sarikaya und Sauer in Neoprenanzügen und mit Schwimmbrillen vor den Augen in den See und absolvierten die erste Disziplin, also 3,8 Kilometer Schwimmen. Sarikaya, die vom Triathlon-Olympiazweiten von Sydney Stephan Vuckovic trainiert wird, erreichte nach einer Stunde und 20 Minuten als erste das Ufer und machte sich sogleich auf die 180-Kilometer-Radrunde im Landkreis Heidekreis. Sauer ging nach einer Schwimmzeit von einer Stunde und 33 Minuten auf die Radstrecke. Freunde aus dem Verein Triathlon Heidekreis waren den ganzen Tag engagiert dabei, um die beiden Sportler zu begleiten, anzufeuern und zu versorgen.

Selbstverständlich ohne Windschattenfahren absolvierten Sarikaya und Sauer die nicht ganz flache 180 Kilometer lange Radstrecke. Mehr als 1.000 Höhenmeter waren zu überwinden, bevor Sarikaya nach 6:47 Stunden und Sauer nach 6:42 Stunden auf die Marathonstrecke in und um Bispingen wechselten. Beim Laufen war Sarikaya dann nicht mehr aufzuhalten. In persönlicher Bestzeit von 4:38 Stunden meisterte sie die 42 Kilometer lange Strecke, die auch noch einmal mehr als 250 Höhenmeter beinhaltete. In etwas weniger als 13 Stunden Gesamtzeit lief sie unter dem Jubel ihrer Vereinsfreunde ins Ziel.

Sauer, der bereits 35 Ironman-Wettbewerbe gefinisht hat, hatte in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal mit der Marathonstrecke beim Ironman zu kämpfen. Viermal war es ihm nicht gelungen, diese Strecke bis ins Ziel zu laufen. Unter anderem wurde er in Roth mit einer Minute Zeitunterschreitung bei Kilometer 32 aus dem Rennen genommen. Mit der tollen Unterstützung seiner Vereinsfreunde hatte er beim „Heideman“ diesmal zu keiner Zeit den Gedanken, aufgeben zu müssen. Und so konnte auch Sauer in etwas weniger als 15 Stunden Gesamtzeit und mit einer Marathonzeit von 6:20 Stunden in einem sehr emotionalen Finish „seinen“ privaten Ironman beenden.

Begeistert zeigte sich Sarikaya, die die Ironman-Distanz zum sechsten Mal gemeistert hatte, nach dem „Heideman“ von der „gelebten Vereinsgemeinschaft pur.“ So habe Matthias Hammann, Stadionsprecher des MTV Soltau, gemeinsam mit seinem sein Sohn Tim das Ironman-Duo von morgens beim Schwimmstart bis abends zum Zieleinlauf unterstützt. „Er hat uns die letzten 1,7 Kilometer von der letzten Verpflegungsstation mit seinem Pick up vorweg und mit Musik bis nach Hause begleitet“, berichtet die Triathletin. Es sei ein tolles Gefühl gewesen, dass Freunde laufend oder auf Rädern beim „Zieleinlauf“ dabeigewesen seien. Zum Abschluss habe Hammann „We are the Champions“ von „Queen“ gespielt und damit für einen Gänsehaut-Moment gesorgt.

„‚Der Schmerz geht - der Stolz bleibt‘ - das steht in Roth ganz groß mit Farbe auf die Straße geschrieben. Man sagt, einen Ironman zu finishen, das ist etwas, was man sich mit keinem Geld der Welt erkaufen kann - und das haben Dirk und ich wieder genießen dürfen“, so Sarikaya.

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