Nach der Ausstrahlung des Zweiteilers auf ZDF Info über Türsteher in ganz Deutschland, beauftragte das ZDF Antje Diller-Wolff und ihren Co-Autor Steven Melzer mit einer Fassung mit unter anderem bislang unausgestrahltem Material für die ZDF-Reportage. Diese Arbeit der Journalistin und Regisseurin aus dem Heidekreis ist jetzt im Hauptprogramm des Senders zu sehen: Im Fokus stehen Anke Henkel in Kaiserslautern, Andrea Giarizzo im bootshaus Köln und das Team der Disco E Dry in Geldern. Die ZDF-Reportage „Du kommst hier nicht rein – Türsteher bei der Arbeit“ läuft am Samstag, den 21. Februar, um 17.35 Uhr im ZDF.
Zum Inhalt: Die einen wollen friedlich feiern, die anderen kreischen nach Krawall. Damit das Nachtleben nicht aus den Fugen gerät, gibt es Türsteher und Security. Türsteher entscheiden, wer in den Club eingelassen und wer abgewiesen wird. Ein oft riskanter Job, der Fingerspitzengefühl braucht. Es wird schnell laut, es wird geschimpft, beleidigt, gespuckt und manchmal auch zugeschlagen. Sie arbeiten in Clubs, Discotheken, Partys, Feste, Tanzcafés und Bordellen. Von ihnen hängt ab, ob es an der Bar und auf der Tanzfläche ruhig bliebt oder Stress gibt. „Ohne Türsteher geht es in fast keinem Lokal mehr“, sagt ein Branchenkenner. „Ein erfahrener Türsteher erkennt Problemklientel schon von Weitem. Wir sind gleichzeitig Sozialarbeiter, Psychologen, Pfarrer und Hellseher. Ohne Menschenkenntnis ist man in dem Job völlig falsch.“
Rafael, Rainer und Sandra bereiten sich mit ihrem Team auf eine lange Party in der Großraumdisco „E-Dry“ vor. Bis zu 3.000 Gäste werden in Geldern nahe der Grenze zu den Niederlanden erwartet und bei solchen Veranstaltungen fließt in der Regel viel Alkohol. Das „Bootshaus“ in Köln wird regelmäßig in die Top-Ten der besten Klubs der Welt gewählt – ein Ruf, den Andrea Giarrizzo an der Tür Nacht für Nacht rechtfertigen muss.
Genauso wie Anke Henkel, die in Kaiserslautern vor dem Klub „Markthalle“ arbeitet. Die 1,82 Meter große ehemalige Kampfsportlerin wacht über die Tür des Klubs. Ihr Spitzname ist die „Schwarze Göttin“ und sie sagt von sich: „Ich liebe die Arbeit in der Nacht. Hier kann ich so sein, wie ich will.“ Das Publikum ist international – auch durch viele amerikanische Gäste, denn die US-Airbase Ramstein liegt nur wenige Kilometer entfernt. Insgesamt leben in der Region um Kaiserslautern rund 50.000 Amerikaner einschließlich ihrer Familien.
Die Reportage gibt Einblick in eine Arbeitswelt von Menschen, die sich nicht gerne in die Karten und hinter die Kulissen schauen lassen. Wie wählen sie die Gäste aus? Mit welchen psychologischen Tricks vermeiden sie Konflikte vor dem Etablissement? Diese und weitere Fragen werden in der Reportage beleuchtet.