Umgestürzte Bäume, eingestürztes Haus

Mehr als 70 Einsätze im Landkreis Heidekreis: Sturmtief „Nadia“ hielt Feuerwehren im Heidekreis auf Trab

Umgestürzte Bäume, eingestürztes Haus

Sturmtief „Nadia“ hat auch die Feuerwehren im Heidekreis am Abend und in der Nacht zu Sonntag stark beschäftigt. Der Deutsche Wetterdienst hatte schwere Sturmböen, an den Küsten orkanartige Böen mit Stärken von neun bis elf Beaufort vorhergesagt. Die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle in Soltau war darauf vorbereitet und verstärkte die Anzahl der Disponenten. „Die Feuerwehren im Heidekreis rückten mehr als 70-mal zu Einsätzen aus. Meistens waren Bäume umgestürzt und blockierten Straßen“, heißt es im Bericht der Feuerwehrsprecher Thomas Klamet und Stephan Meier.

Auch die Polizeiinspektion Heidekreis berichtet von der stürmischen Nacht, in deren Verlauf es zu zahlreichen Einsätzen kam: „Es ereigneten sich mehrere Verkehrsunfälle, Gemeinde- und Kreisstraßen mussten aufgrund umgestürzter Bäume gesperrt werden. Sowohl in Soltau als auch in Schneverdingen stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Verletzt wurde dabei niemand“, so der Polizeibericht.

„In Ahlden stürzte der Giebel einer Scheune ein. Infolgedessen drohte das gesamte Wohnhaus einzustürzen“, beschreibt die Polizei in ihrer Mitteilung einen der dramatischen Fälle in der Sturmnacht. „Durch den Wind und Schädigung der Bausubstanz bestand die Gefahr, dass weitere Gebäudeteile abrutschen und das Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Bewohner konnte das Gebäude unverletzt verlassen und kam bei der Familie unter“, so die Feuerwehr in ihrem Bericht. Und weiter: „Durch die Feuerwehren Ahlden und Hodenhagen wurden durch die Hilfe eines ortsansässigen Bauunternehmens, deren Mitarbeiter selbst Angehörige der Feuerwehr sind, mit Hilfe eines Baggers erste Sicherungsmaßnahmen getroffen. Durch einen speziell ausgebildeten Fachberater Bau des Technischen Hilfswerks (THW) wurde der Schaden begutachtet und weitere Maßnahmen festgelegt. Mit Hilfe des Baggers wurden weite Teile des Anbaus abgetragen und so ein statisch sicherer Zustand hergestellt.“

Mit Hilfe von diversem Baumaterial wurde die Öffnung in der Giebelseite des Daches noch in der Nacht durch das THW wieder verschlossen. Nach gut acht Stunden war der Einsatz für die rund 100 ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW beendet. Der Samtgemeindebürgermeister Carsten Niemann machte sich vor Ort ein Bild von den Geschehnissen der Einsatzstelle. „Der entstandene Sachschaden ist immens“, so die Feuerwehrsprecher: „Das Wohnhaus konnte soweit gerettet werden, ist zur Zeit aber nicht bewohnbar, da die Versorgungsleitungen durch den Energieversorger getrennt wurden.

In Eitze bei Soltau beschädigte ein herunterfallender Ast die Leitung eines 4.800-Liter-Gastank in der Nähe eines Wohnhauses: „Das Gas trat aus. Die Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher, bis das Gas vollständig aus dem Tank entwichen war“, berichten die Sprecher der Feuerwehr.

In Soltau hatte sich ein drei mal drei Meter großes Terrassendach gelöst und wurde durch die Feuerwehr gesichert: „Auch in weiteren Ortschaften hatten sich Gebäudeteile gelöst und mussten von den Einsatzkräften gesichert werden.“

Am Sonntagmorgen waren wieder diverse Feuerwehren unterwegs, um die Straßen von umgestürzten Bäumen oder Häusern zu beseitigen. „Insgesamt verlief die Sturmnacht im Heidekreis bisher glimpflich“, so das Resümee der Feuerwehren, für die noch „Luft nach oben“ gewesen sei: „So wäre noch die Einrichtung von sogenannten Einsatzleitungen Ort (ELO) in den Feuerwehrhäusern in den Städten und Gemeinden möglich gewesen, falls das Einsatzaufkommen höher gewesen wäre.“

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