„Versicherung ist immer wieder Thema“

Fehlender Hundehaftpflichtschutz wird für Haustierhilfe zum Problem

„Versicherung ist immer wieder Thema“

Bei einem Notfall - etwa bei Krankheit oder einem Aufenthalt im Krankenhaus - sind sie zur Stelle: Wenn „Frauchen“ oder „Herrchen“ ihren Vierbeiner unerwartet unterbringen müssen, versorgen die Freiwilligen der Haustierhilfe Heidekreis die Lieblinge. Sollten diese dann allerdings mal nicht lieb sein, vielleicht etwas kaputt machen oder einen Schaden verursachen, übernimmt das in der Regel die Hundehaftpflichtversicherung. Blöd nur, wenn der Halter diesen Schutz gar nicht hat. Solche Fälle erleben Brigitte Morgenroth und ihre Mitstreiter leider gar nicht so selten. „Eine problematische Situation“, findet die Initiatorin der Haustierhilfe Heidekreis, denn zum einen gelte in Niedersachsen die Versicherungspflicht für alle Hunde, zum anderen könne so ein Streit um mögliche Haftungsfragen entstehen. Dabei wollen die Unterstützer der Initiative, die mittlerweile in mehreren Gebieten des Heidekreises aktiv ist, eigentlich nur helfen - und das auch unter den aktuell schwierigen Coronabedingungen: „Wir stehen auch in der Pandemie zur Verfügung“, versichert Morgenroth.

Ursprünglich aus der Freiwilligenagentur Bispingen hervorgegangen, ist die Haustierhilfe Heidekreis dort auch heute noch immer aktiv. Doch seit einigen Jahren erlebt der Zusammenschluss ebenso in Soltau und Schneverdingen mehr und mehr Zulauf (HK berichtete). „Auch im Bereich Schwarmstedt und Umgebung sind wir mittlerweile vertreten“, freut sich Morgenroth. Sie erklärt zusammen mit Rüdiger Nickel und Wolfgang Legler, die ebenfalls in der Initiative kräftig mithelfen, dass sich Ratsuchende nicht durch die Pandemie abgeschreckt oder gehemmt fühlen müssten. Zwar seien aktuell die Treffen der Haustierhilfe-Gruppe, die sonst jeden ersten Montag im Monat laufen, coronabedingt für die kommende Zeit abgesagt, „doch ansonsten sind wir auch derzeit für Notfälle immer erreichbar“, so Morgenroth.

Doch sie gibt zu bedenken: „Wenn wir Hunde vorübergehend in Pflege nehmen - egal, ob der Halter nur erkrankt ist oder das Tier endgültig in andere Hände geben muss -, muss der jeweilige Hund versichert sein, also muss der eingetragene Halter eine Hundehaftpflichtversicherung besitzen. Im Schadensfall muss ein nicht versicherter Hundehalter gegebenenfalls mit seinem Privatvermögen haften.“

Das sei keine übertriebene Vorsicht, so die Bispingerin, denn auch wenn ein „Wauwau“ noch so winzig, süß und harmlos sei, könne etwas passieren: „Wir hören immer mal wieder, dass beispielsweise für alte oder kleine Hunde keine Versicherung besteht, da diese ‚ja doch nichts mehr anstellen‘. Darum geht es nicht: Auch ein alter, kranker oder auch nur ganz kleiner Hund kann sich losreißen oder einer Katze hinterherjagen, versehentlich auf die Straße geraten und einen Autofahrer zu einem riskanten Manöver veranlassen. Es reicht aber auch ein kleiner Schaden, also wenn ein Hund vielleicht an der Kleidung hochspringt und diese beschädigt oder eine fremde Tasche anknabbert. Ein Hundehalter mag jede Eigenart seines Tieres kennen, ein Hüter, also jemand, der nur vorübergehend auf den Hund aufpasst, kennt diese Eigenarten meistens nicht.“

Daher der Tipp der Haustierhilfe-Initiatorin: „In jeder Hundehaftpflichtversicherung sollten Schäden mitversichert sein, die passieren, während fremde Personen - Tierhüter - auf den Vierbeiner aufpassen. In solchen Fällen bleibt der Tierhalter haftbar.“ Denn wenn der vorgeschriebene Schutz nicht besteht, sind die Helfer im Zugzwang: „Sollte die Haustierhilfe im Notfall einen Hund übernehmen, um ihn bis zur Rückkehr des Halters zu versorgen, und es ist nicht festzustellen, ob eine Hundehaftpflichtversicherung besteht, müssen wir für diesen Zeitraum eine Versicherung für diesen Hund abschließen und die Kosten dem Hundehalter in Rechnung stellen. Wir sind sicher, dass jeder verantwortungsbewusste Hundehalter hierfür Verständnis haben wird“, betont Morgenroth.

Und besteht doch ein Versicherungsschutz, dann sollten die Helfer der Initiative das natürlich wissen: „Wir empfehlen daher dringend, für einen eventuellen Notfall die Versicherungspolice oder eine Kopie zu den wichtigen Kontaktadressen zu hinterlegen. Oftmals passiert es, dass man über eine Versicherung verfügt aber nicht sofort weiß, wo sich die Police befindet. Weiterhin empfehlen wir dringend, die eigene Hundehalter-Haftpflichtversicherung zu prüfen und sich zu vergewissern, dass auch eine fremde Person, die notfalls auf den Hund aufpassen muss, über diese Versicherung für durch den Hund verursachte Schäden (Hütehaftpflicht) abgedeckt ist.“

„Die Versicherung ist einfach immer wieder ein großes Thema“, fügt Nickel hinzu, „dabei sollte sie eigentlich selbstverständlich sein. Denn wer fremde Hunde hütet, muss einfach abgesichert sein.“ Schließlich könne niemand vorhersehen, ob nicht doch etwas passiere, meint Morgenroth - auch nicht der „heimliche Hundeflüsterer“, wie sie Wolfgang Legler nennt. Der nimmt seit rund einem Jahr regelmäßig Vierbeiner bei sich auf, wenn es nötig wird. „Es ist schön, auf diese Weise helfen zu können“, so Legler.

Doch auch wer kein fremdes Tier bei sich aufnehmen wolle, sei in der Initiative willkommen: „Neue Mitstreiter, die auf verschiedene Art unterstützen wollen, sind immer willkommen“, lädt Morgenroth ein. Sie ist für weitere Anfragen unter Telefon (05194) 974660 erreichbar. Informationen gibt es auch im Internet unter www.haustierhilfe-heidekreis.de.

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