Vom Ursprung im Pietzmoor bis zur Mündung in die Aller

90 Kilometer staunend entlang der Böhme gewandert

Vom Ursprung im Pietzmoor bis zur Mündung in die Aller

Bei hervorragendem Wanderwetter, mit Sonnenschein und Temperaturen um 25 Grad startete kürzlich eine Böhme-Tour der besonderen Art:. Der Verein Klimaschutz Heidekreis hatte eine fast 90 Kilometer lange Wanderung vom Ursprung der Böhme im Pietzmoor über Soltau und Bad Fallingbostel bis zur Mündung in die Aller organisiert.

Zwölf Wanderer schafften es bis an die Mündungsstelle, die versteckt auf einer Wiese in einer Höhe von 18 Metern in der Nähe des Dorfes Bierde liegt. Gestartet war diese „Expedition“ zwei Tage vorher in bei 81 Metern über NN in der Nähe von Schneverdingen. Zeitweise waren 15 Personen auf den einzelnen Teiletappen über Wolterdingen, Soltau, Dorfmark, Bad Fallingbostel und Walsrode gemeinsam unterwegs. Dank der Zugverbindungen, die durch das Böhme-Tal führen, konnten die Etappen individuell gewählt werden.

„Es war schon eine besondere Herausforderung, täglich 27 bis 30 Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Abends wurde im Brauhaus in Soltau und in einer Pizzeria in Bad Fallingbostel zusammen gegessen und gefeiert“, berichtete der Initiator und Vereinsvorsitzende Wilfried Stegmann. „Die älteste Teilnehmerin war 75 Jahre alt, am Schluss hängte sie sogar einige jüngere Wanderer ab. Gerade die letzte Etappe von Bad Fallingbostel nach Bierde empfanden viele als recht strapaziös. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung mit der Überwindung des inneren Schweinehundes“, sagte Stegmann. Letztlich wären aber alle sehr zufrieden gewesen, als sie die Aller erreicht hatten. Versöhnt wurden die Teilnehmenden durch ausgesprochen interessante Wege, die entlang der Böhme immer wieder attraktive Fotomotive boten. Gleichzeitig führte dieser Weg zeitweise Eingriffe des Menschen deutlich vor Augen: kilometerlange Flussbegradigungen, Klärwerke, Autobahnen und Schotterbetten für Gleise.

Eine besondere Abwechslung boten am zweiten Tag Andrea Awisus und Rainer Wortmann vom Dorfverein Mengebostel, als sie der Wandergesellschaft den Landschaftspark Allerhop vorstellten. Neben Kunstskulpturen und einem Teehaus gab es restaurierte Gedenksteine und Grotten mit Böhmeblick, die der Unternehmer Carl Busch in den 30er- Jahren anlegen ließ, zu bewundern.

Diese Strecke war als Idee bereits vor über zwei Jahren entstanden, als sich die drei Bad Fallingbosteler Axel Zähring, Lutz Kiesewetter und Wilfried Stegmann zunächst per Fahrrad auf die Suche nach einem bestmöglichen Weg längs der Böhme machten. Einzelne Etappen wurden dabei immer wieder getestet, verglichen und zum Teil verworfen. Das Wandern erwies sich als optimale Streckenführung, da einzelne Abschnitte dieses kontrastreichen Weges auf verschlungenen Pfaden und auf einer stillgelegten Bahnstrecke am besten zu Fuß zurückgelegt werden konnten.

„Zudem ist das Wandern eine besonders ökologische und damit klimafreundliche Fortbewegungsmöglichkeit“, so Stegmann. „Die Böhme als Gewässer hat zudem einen großen und kühlenden Einfluss auf das gesamte Ökosystem im Heidekreis. Deshalb muss sie geschützt werden“, klärte er auf. Die Böhme gibt derzeit am Oberlauf im Pietzmoor nur sehr wenig Wasser ab. Grund: Die extreme Trockenheit der vergangenen Monate. Aber dank ihrer 31 Nebengewässer sammelt sich im Verlauf der Böhme bislang noch genügend Wasser an, damit dieser wasserreichste Fluss der Lüneburger Heide kontinuierlich fließen kann.

„Eigentlich sollte diesem Weg ein ganz besonderer Name verliehen werden“, so Stegmann. Er schlägt den Namen „Böhme-Wunderweg“ vor. Wunder rechts und links des Ufers könnten am besten zu Fuß entdeckt werden. Wiederholungen dieser Gruppenwanderungen sind angedacht, denn sie würden motivierend wirken, sich stärker für Umweltbelange und Klimaschutz zu engagieren.

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