Vorsichtig sein und Brandrisiko verringern

Trockenheit und Hitze sorgen bereits vermehrt für Feuerwehreinsätze

Vorsichtig sein und Brandrisiko verringern

Eigentlich wissen es alle, und doch muß man es immer wiederholen: Bei der derzeitigen Hitze und Trockenheit werden Feld und Wald zum Pulverfaß. Ein Funke kann jetzt genügen, um einen Flächenbrand auszulösen. Achtsamkeit ist deshalb geboten, um erst gar kein Risiko einzugehen. Schon jetzt haben die Freiwilligen Feuerwehren reichlich zu tun. So hat Jens Führer, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Heidekreis, allein vom vergangenen Mittwoch reichlich zu berichten. Zwar hatte nicht jeder Einsatz mit der Trockenheit zu tun, gleichwohl ist richtiges Verhalten bei dieser Witterung um so mehr angesagt. Dazu hat Führer ein paar wichtige Tips parat.

Los ging es am vergangenen Mittwoch kurz nach Mitternacht, als die Ortsfeuerwehr Schneverdingen zu einem Küchenbrand in einem Mehrfamilienhaus gerufen wurde. Um kurz vor 7 Uhr rückte dann die Feuerwehr Munster zu einem brennenden Müllcontainer aus.

Gegen 10.30 Uhr wurde schließlich ein brennender Trecker in Stöcken bei Rethem gemeldet. Gegen 14 Uhr rückten die Ehrenamtlichen im Stadtgebiet Schneverdingen erneut aus, diesmal zu einem brennenden Stoppelfeld. Nur 30 Minuten später kam ein Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Bomlitz, die zirka 50 Quadratmeter eines brennenden Feldes löschen mußte. Eine Stunde später, gegen 15.30 Uhr, wurde Alarm im Gemeindegebiet Schwarm­stedt ausgelöst, wo rund 5.000 Quadratmeter Feldfläche in Bothmer in Flammen standen.

Gegen 18 Uhr wurden dann die Feuerwehren Bad Fallingbostel und Honerdingen zu einem brennenden Mähdrescher gerufen, der auf einem Feld neben der B 209 komplett ausbrannte. Die Ortsfeuerwehr Bomlitz unterstützte die Löscharbeiten am Mähdrescher mit einem Tanklöschfahrzeug. Nur wenige Minuten später gab es einen Einsatz für die Ortsfeuerwehr Walsrode: Im Bereich des Bahnhofes war eine Rauchentwicklung gemeldet worden. Dazu Führer: „Die Erkundung verlief ergebnislos, vermutlich hatte jemand die extrem starke Rauchentwicklung aus Honerdingen gesehen.“ Gegen 20.30 Uhr rückten die Kräfte in Both­mer zu Nachlöscharbeiten an der Einsatzstelle des Nachmittags aus.

Wie einige dieser Einsätze zeigen, ist derzeit die Gefahr, daß Felder und Landmaschinen, aber auch Wälder in Brand geraten, enorm hoch. Jeder, der sich draußen bewegt, kann durch sein Verhalten dazu beitragen, daß aus dieser Gefahr kein Ernstfall wird.

Ganz oben steht hier: Das Rauchen im Bereich von Wäldern, Wiesen und Feldern ist verboten. „Es dürfen aber auch keine Kippen aus dem Auto geworfen werden - auch nicht auf der Autobahn. Dort kann es nämlich im Seitenbereich und auf dem Mittelstreifen zu Bränden kommen. Letzteres ist für die Kameraden besonders gefährlich, die dann dort löschen müssen. Natürlich gilt ebenso für Radfahrer und Fußgänger, keine brennenden Kippen wegzuwerfen“, betont Führer.

Er weist zudem darauf hin, daß offenes Feuer und Grillen in freier Natur nicht erlaubt sind: „Es gibt bereits Kommunen, allerdings noch nicht im Heidekreis, die bei dieser Trockenheit sogar das Grillen auf Privatgrundstücken verbieten, weil auch dort die Brandgefahr zu hoch geworden ist.“

Doch es existieren auch Risiken, die einige vielleicht gar nicht „auf dem Zettel“ haben: „Autofahrer sollten zur Zeit besonders darauf achten, wo sie ihren Wagen abstellen. Parken sie über zu hohem trockenen Gras, können Katalysator und heißer Auspuff zur Brandgefahr werden. Es ist inzwischen alles so ausgedörrt, daß die kleinste Zündquelle reichen kann“, warnt Führer, der zudem an die Autofahrer appelliert, Wege in Wäldern und Feldern nicht zuzuparken, sondern freizuhalten, damit die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen im Notfall auch schnell ihr Ziel erreichen kann.

Voraussetzung dafür ist natürlich, daß Brände gemeldet werden. Dazu der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr: „Wer ein Feuer bemerkt, sollte unter der Nummer 112 die Feuerwehr alarmieren. Dabei sollte er möglichst genaue Informationen über den Brandort und den Fortschritt des Feuers, aber auch über seinen eigenen Standort geben. Und er sollte auch nach dieser Meldung für die Leitstelle bei möglichen Nachfragen erreichbar sein. Besonders vorteilhaft ist es, wenn jemand da ist, der die Kameraden dann vor Ort einweisen kann, weil sie sonst den Brandherd erst suchen müßten.“

Gemeldet werden Feuer aber nicht nur von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern. Es gibt auch Waldbrandkameras, die für eine Überwachung sorgen. Vor allem aber unterstreicht Führer den Wert des Feuerwehrflugdienstes (Florian-Flugdienst), der eine seiner Maschinen in Lüneburg stationiert hat. Aufgabe dieses Dienstes ist nicht nur die frühzeitige Erkennung von Wald- und Flächenbränden: „Er ist quasi unser fliegendes Auge und gibt uns bei einem Einsatz auf diese Weise wertvolle Tips aus der Vogelperspektive. Und er liefert uns auch Sicherheits- und Warnhinweise, wenn die Einsatzkräfte beispielsweise bei einem Waldbrand durch drehende Winde in Gefahr geraten könnten. Der Florian-Flugdienst kann solche Situationen dann oft besser einschätzen, als wir das vom Boden aus können.“

Apropos Sicherheit: Die muß auch für den aufmerksamen Spaziergänger, der einen Brand entdeckt, im Vordergund stehen. Eigene Löschversuche - vielleicht mit dem Au­tofeuerlöscher - sieht Führer skeptisch: „Die sollte man nur dann unternehmen, wenn sie wirklich gefahrlos möglich sind.“

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