Warnung vor der Afrikanischen Schweinepest

Landkreis Heidekreis stellt „Aufbruchtonnen“ auf

Warnung vor der Afrikanischen Schweinepest

Als Präventionsmaßnahme gegen die Einschleppung und Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen (ASP) stellt der Landkreis Heidekreis mit Unterstützung von sieben teilnehmenden Städten, Gemeinden und Samtgemeinden sogenannte „Aufbruchtonnen“ für die Entsorgung von Schwarzwildabfällen den Jagdausübungsberechtigten ab sofort bereit.

„Aufgrund der anstehenden Mais- und Getreideernten stehen vermehrt Drückjagden an, die ein erhöhtes Aufkommen von Schwarzwildaufbrüchen hervorrufen werden“, erläutert der Sprecher des Landkreises, Andreas Pütz. Die Standorte der „Aufbruchtonnen“ sind in Bispingen, Munster und Schwarmstedt beim Bauhof, in Soltau und Bad Fallingbostel bei der Kreisstraßenmeisterei, in Neuenkirchen bei der Landschlachterei „MiWo“ und in Hodenhagen beim Klärwerk.

Die ASP ist eine virusbedingte, ansteckende Krankheit, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft und meist zum raschen Tod der Tiere führt. „Die wirtschaftlichen Schäden im Falle eines Ausbruchs bei Haus- oder Wildschweinen sind gravierend“, so Pütz weiter. „Insbesondere im Falle eines Ausbruchs der ASP bei Wildschweinen besteht die große Gefahr, dass sich die Vermarktungsbedingungen für schweinehaltende Betriebe und die Jagdbedingungen für Revierinhaberinnen und Revierinhaber aufgrund der äußerst schwierigen Bekämpfung und Tilgung der Tierseuche über einen sehr langen Zeitraum erstrecken können.“ Im ASP-Tierseuchenfall bei Wildschweinen sei der Entsorgungsweg über die bereitgestellten „Aufbruchtonnen“ rechtlich zwingend vorgeschrieben. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich.

Eine Annahme der Schwarzwildabfälle ist während der Öffnungszeiten der Einrichtungen möglich. Eine hygienisch einwandfreie Befüllung der zur Verfügung gestellten Tonnen ist einzuhalten. „Das Abholen dieser ‚tierischen Nebenprodukte‘ erfolgt nach Anmeldung der jeweiligen Einrichtungen über die zuständige Tierkörperbeseitigungsanstalt in Mulmshorn/Rotenburg“, erläutert Pütz das Vorgehen. Die Entsorgungskosten werden vom Heidekreis getragen und hängen von der Intensität der Nutzung ab.

Die Einrichtungen sind wie folgt zu erreichen: Bauhof Bispingen, In den Fuhren 13, Montag bis Donnerstag von 7 bis 16 Uhr, Freitag 7 bis 12 Uhr, Telefon (mobil) 0171- 2868778 (Muhme); Bad Fallingbostel Kreisstraßenmeisterei, Sieben-Steinhäuser-Weg 11, Montag bis Donnerstag von 7 bis 16 Uhr, Freitag 7 bis 12 Uhr, Ruf (05162) 9709351 (Meyer); Hodenhagen/Ahlden, Klärwerk Ahlden, Allerstraße 16, Montag bis Donnerstag von 7 bis 16 Uhr, Freitag 7 bis 12 Uhr, Telefon (05164) 303 (Grunwald); Bauhof Munster, Am Bauhof 2, Montag bis Donnerstag von 7 bis 16.15 Uhr, Freitag 7 bis 12.15 Uhr, Ruf (05192) 898448 (Hartung); Neuenkirchen/Jerusalem „MiWo‘s Landschlachterei“, Michael Wohlberg, Jerusalem 13, Montag 8 bis 11 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 14 Uhr, Ruf (05195) 933167 (Wohlberg); Kreisstraßenmeisterei Soltau, Ebsmoor 13, Montag bis Donnerstag 7 bis 16 Uhr, Freitag 7 bis 12 Uhr, Telefon (05162) 9709341 (Meyer).

Weitere Informationen sowie die Adressen und Öffnungszeiten der Einrichtungen finden Interessierte auch auf der Homepage des Heidekreises unter www.heidekreis/asp.

Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast warnt indes besonders zu Reisezeit vor der ASP; die Gefahr eines Ausbruchs sei weiter hoch, auch wenn Deutschland bisher von einer Einschleppung verschont geblieben sei. Denn: Durch weggeworfene Speisereste etwa auf dem Rastplatz könnte der Erreger der ASP unbemerkt ins Land gebracht werden.

„Die größte Gefahr für Niedersachsens Wild- und Hausschweine geht vom Menschen selbst aus. Jedes achtlos weggeworfene Wurstbrot birgt eine Gefahr!“, warnt Otte-Kinast. Deshalb sei es wichtig, keine fleischhaltigen Lebensmittel aus dem Ausland, insbesondere Osteuropa, mitzubringen und Speisereste unbedingt nur in geschlossene Müllbehälter zu entsorgen. Essensreste sollten nicht an Tiere verfüttert werden, von Haus- und Wildschweinen sollten sich die Urlauber fernhalten. Tierkadaver sollten nicht angefasst werden.

Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz weist zudem darauf hin, dass für Transporteure und Saisonarbeitskräfte Infoblätter in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Diese können unter folgendem Link heruntergeladen und weiterverteilt werden: https://www.ml.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/afrikanische-schweinepest-aktiv-verhindern-165011.html.

In Westpolen ist die ASP bereits bis auf zehn Kilometer an die deutsche Grenze herangerückt. Lebensmittel, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, sind für Schweine ansteckend. Eine Übertragung ist auch durch Kleidung, Gegenstände und Fahrzeuge möglich, sofern sie mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

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