„Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht“ – so lautet der Titel eines kostenfreien Online-Vortrages, den Referent Klemens Steiof am Dienstag, dem 29. September, von 10 bis 12 Uhr hält. Interessierte können sich unter https://digital.nna.niedersachsen.de/b/ges-ysb-gpf-dyf einfach einwählen und dabei sein. Veranstalter ist die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz. Klemens Steiof war mehr als 30 Jahre in der Berliner Senatsverwaltung für den Artenschutz zuständig und hat als Experte mehrfach zu diesem Thema publiziert.
Glas ist aus der modernen Architektur nicht mehr wegzudenken. Große Fensterfronten, Glasverkleidungen und lichtdurchflutete Räume prägen heutige Bauvorhaben. Was ästhetisch ansprechend wirkt, wird für Vögel jedoch häufig zur tödlichen Falle: Durch Transparenz und Spiegelungen erkennen sie das Hindernis nicht. Künstliche Beleuchtung zieht zudem nächtliche Zugvögel an und erhöht das Risiko weiter. Mit der zunehmenden Verwendung von Glas steigen die Zahlen der Schlagopfer weiter. Doch es gibt wirksame Gegenmaßnahmen, denn in Sachen effektive Schutzvorkehrungen gab es in den vergangenen Jahren einen erheblichen Wissenszuwachs. Wie Vogelschlag an Glas minimiert oder weitgehend vermieden werden kann, das erläutert Steiof in seinem Online-Vortrag.
Der Vogelschlag an Gebäuden ist übrigens nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch rechtlich relevant. Die artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände greifen auch bei Glasanflug. Verantwortliche aus Politik, Behörden, Architektur und Bauplanung stehen in der Pflicht, Gefahrenstellen vorausschauend zu vermeiden – Naturschutzbehörden können entsprechende Maßnahmen durchsetzen – auch im Nachhinein. Für Privatpersonen im eigenen Zuhause gibt es einfache und wirkungsvolle Vermeidungsmaßnahmen.
Im Rahmen seines Vortrags geht Steiof auf Ursachen und Mechanismen von Vogelkollisionen ein, erläutert die aktuelle Rechtslage und stellt zudem praxiserprobte Schutzmaßnahmen vor.