Was passiert im Corona-Testzentrum?

Heidekreis-Klinikum schildert Abläufe am Beispiel von Thomas S.

Was passiert im Corona-Testzentrum?

Seit dem 11. März betreibt das Heidekreis-Klinikum (HKK) im Auftrag und auf Bitte der kassenärztlichen Vereinigung am Standort Walsrode das Corona-Testzentrum (CTZ) für den Landkreis Heidekreis. Insgesamt wurden dort bis zum 2. April bereits rund 550 Personen getestet, rund 750 Bürgerinnen und Bürger wurden insgesamt kontaktiert. Das CTZ schickt die Proben hauptsächlich zu einem externen Labor in Hamburg. Die Wartezeit auf das Ergebnis liegt derzeit bei zwei Tagen. Der jeweilige Hausarzt teilt dem Patienten das Ergebnis telefonisch mit. In der Hausarztpraxis werden diese Personen auch während ihrer häuslichen Quarantäne ärztlich beraten und behandelt. Nur Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, werden im Heidekreis-Klinikum stationär aufgenommen. Das Gesundheitsamt bekommt die positiven Testergebnisse durch das Labor mitgeteilt. Was im CTZ genau abläuft, wenn eine Person getestet wird, verdeutlicht das HKK hier am Beispiel von Thomas S. (Name geändert).

Thomas S. hat alles richtig gemacht: Da er im Gesundheitssektor arbeitet und an trockenem Husten sowie leichtem Fieber litt, meldete er sich bei seinem Hausarzt. Der Hausarzt meldete ihn zum Covid-19-Test im Corona-Testzentrum in Walsrode an. Thomas: „Am darauffolgenden Tag vereinbarte das Corona-Testzentrum einen Termin mit mir am nächsten Vormittag.“

Er stand allein vor dem Testzentrum, drückte die Klingel und wartete kurz: „Ich habe mich etwas gewundert, weshalb hier nicht eine lange Schlange von Menschen mit mir wartet“, sagt er. Aber die Erklärung folgte bereits im Eingangsbereich, „wo ich mir die Hände desinfizierte und einen Mundschutz bekam. Grundsätzlich, so erklärte mir die Mitarbeiterin des Testzentrums, würden alle zu testenden Personen so einbestellt, dass sie sich nicht innerhalb des Testzentrums begegnen.“

In der Tat kommt „nur“ alle zehn Minuten eine Person zum Test. „So können wir zwischenzeitlich jeden Stuhl und sogar den Klingelknopf vor beziehungsweise nach jedem Patienten neu desinfizieren“, so Ärztin Dr. Gisa Gerstenberg. Außerdem sei so gewährleistet, dass jede zu testende Person innerhalb des CTZ „geführt“ würde. Im Klartext heißt das: „Wir passen auf, dass diese Personen nicht unnötig Dinge anfassen, ja, sogar die Türen zu den insgesamt drei Untersuchungszimmern können immer von uns geöffnet werden. So schützen wir nicht nur diesen Patienten selbst, sondern auch nachfolgende Patienten." Dr. Gerstenberg ist eine von mittlerweile acht verschiedenen Ärztinnen und Ärzten, die im Corona-Testzentrum die sogenannten Abstriche durchführen können. Selbstverständlich trägt sie einen Schutzkittel, eine Schutzbrille und eine Maske der Schutzstufe FFP2.

„Für uns ist das Testzentrum eher eine ‚Corona-Sprechstunde‘“, so Gerstenberg. Die ärztliche Beratung sei sehr wichtig: Bestehen Risikofaktoren, wie zum Beispiel Lungen- oder Herzerkrankungen oder Bluthochdruck? Wie gravierend sind die Beschwerden? Dazu Gerstenberg: „Die zu testenden Personen wollen natürlich auch immer wissen, wie sie sich verhalten können, dass sie zum Beispiel die Menschen, die mit ihnen gemeinsam in einem Haushalt leben, nicht anstecken.“

Das Leben als Infizierter beziehungsweise als „Verdachtsperson“ sei für viele Patienten stark belastend, weiß Dr. Gerstenberg: „Ich möchte alle Menschen im Heidekreis ein wenig beruhigen. Fast immer sehe ich Menschen mit milden Beschwerden: Trockener Husten, leichtes Fieber. Vielen Testpersonen geht es sogar schon wieder deutlich besser, wenn sie zu uns ins CTZ kommen.“ Es kämen auch Menschen zum Test, die überzeugt seien, auf jeden Fall infiziert zu sein. „So ist zum Beispiel in der vorletzten Woche ein Mann zum Test gekommen, dessen Ehefrau positiv getestet war - sein Ergebnis hingegen war negativ.“ Diese Konstellation sei keine Seltenheit „und spricht dafür, dass man mit gutem Einhalten der Hygieneregeln viel erreichen kann", so Gerstenberg. Glücklicherweise seien im Landkreis Heidekreis, wie momentan auch bundesweit, mindestens 80 Prozent der infizierten Personen nur leicht erkrankt.

Der Test selbst ist übrigens zügig gemacht. Mit einem Wattestäbchen wird von der hinteren Rachenwand ein Abstrich genommen. Dr. Gerstenberg: „Manche Menschen bekommen dabei einen leichten Würgereiz.“ Danach heißt es: Warten! Dazu die Ärztin: „Es dauert durchschnittlich zwei Tage, bis das Ergebnis aus dem Labor in Hamburg vorliegt. Natürlich ist das für denjenigen, der wartet, eine lange Zeit. Aber im Vergleich zu anderen Testzentren und deren Laboren arbeitet das externe Labor in Hamburg sehr schnell.“

Thomas S. hat sein Ergebnis nach drei Tagen von seinem Hausarzt mitgeteilt bekommen. Sein Test war negativ, was heiß, dass er nicht infiziert ist. „Klar, ich habe mich darüber gefreut. Ich weiß aber auch, dass mich das nicht davor schützt, zu einem späteren Zeitpunkt angesteckt zu werden. Deshalb halte ich weiterhin Abstand, auch zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Schließlich wollen wir alle gesund bleiben.“

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