Weit weniger Anfragen wegen Corona-Angst

Haustierhilfe Heidekreis bietet Haltern auch weiterhin Unterstützung an

Weit weniger Anfragen wegen Corona-Angst

Sie springen ein, wenn ein Notfall eintritt: Die Freiwilligen der Haustierhilfe Heidekreis kümmern sich dann um die Vierbeiner, wenn es der Halter wegen unvorhergesehener Umstände zeitweise selbst nicht kann. Nun hatte die Initiative die Coronakrise eigentlich als einen solchen Notfall eingestuft, und zwar einen größten Ausmaßes: „Als es im März losging, fürchteten wir, dass wir uns vor Anfragen nicht würden retten können“, erinnert sich Brigitte Morgenroth. Doch zur Überraschung der Mitbegründerin war das Gegenteil der Fall: „Es kamen nicht mehr, sondern weniger Anfragen.“ „Eigentlich meldete sich plötzlich fast niemand mehr“, wundert sich auch Frank Oechsner. Sein Mitstreiter bei der Haustierhilfe Heidekreis versucht eine Erklärung zu finden: „Viele haben wohl einfach Angst, sie könnten sich über Kontakt zu einem von uns anstecken“, meint Rüdiger Nickel. Doch Furcht sei unbegründet, betonen alle drei Vertreter der Initiative. „Wir finden schon Möglichkeiten, ‚kontaktlos‘ zu unterstützen“, so Nickel.

Ursprünglich aus der Freiwilligenagentur Bispingen hervorgegangen, ist die Haustierhilfe Heidekreis dort auch heute noch immer aktiv. Doch seit einigen Jahren erlebt der Zusammenschluss ebenso in Soltau und Schneverdingen mehr und mehr Zulauf (HK berichtete). Jedenfalls bis jetzt. Denn: Seit Ausbruch der Pandemie konnten sich die Helfer nicht mehr bei ihren sonst regelmäßigen Treffen austauschen, und Hilfegesuche gab es auch nahezu keine. ­Ersteres soll nun wieder anlaufen, eine Zusammenkunft gab es am vergangenen Montagabend im Soltauer Hotel Meyn: „Dort dieses Mal im großen Saal, um die Abstandsregeln einhalten zu können“, erläutert Morgenroth. Für den nächsten ersten Montag im kommenden Monat sei wieder ein Treffen geplant: „Und zwar an gleicher Stelle. Für den Abend des 7. September (Start voraussichtlich 19 Uhr) können sich bekannte Helfer und neue Interessierte noch anmelden“, lädt Morgenroth ein. Sie ist für Anmeldungen unter Telefon (05194) 974660 (Anrufbeantworter) und per E-Mail an brigitte@haustierhilfe-heidekreis.de erreichbar. Infos zur Initiative gibt es auch im Internet unter www.haustierhilfe-heidekreis.de.

Treffen in Bispingen und Schneverdingen werde es erst einmal nicht geben. Die dortigen Räumlichkeiten seien dafür in Corona-Zeiten ungeeignet, meint die Initiatorin: „In Bispingen ist zu wenig Platz, in Schneverdingen wäre es im Seniorenzentrum ‚Schaukelstuhl‘ - das ist zur Zeit zu riskant.“ Dort träfe die Gruppe eigentlich auf genau jene, denen sie sonst meist unter die Arme greift: Senioren. Werden sie plötzlich krank oder müssen gar ins Krankenhaus, übernimmt die Haustierhilfe die Versorgung von Hund oder Katze, aber auch von Vogel oder Nager.

Hunde zu übernehmen, lasse sich laut Oechsner auch unter Corona-Bedingungen relativ einfach „kontaktlos“ einrichten: „Entweder erfolgt eine Übergabe an Haustür oder Gartenpforte. Und sollten Halter oder Halterin ins Krankenhaus müssen, wird der Hund eh vorübergehend bei einem der ehrenamtlichen Helfer untergebracht.“ Für eine Versorgung von Katzen, Vögel oder Nagern bräuchten die Unterstützer in der Regel einen Wohnungsschlüssel, aber dafür müsste natürlich vorher bei einem Treffen alles abgeklärt werden. Und dafür sei wiederum Kontakt der entscheidende Faktor, weiß Nickel, doch gerade den scheuten zur Zeit viele. Daher appelliert Morgenroth: „Ratsuchende können sich gern melden, wir finden eine Lösung - auch in Corona-Zeiten.“

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