Wenn Eichen hinter Gittern landen

VNP-Stiftung kümmert sich um Erhalt der Stühbüsche

Wenn Eichen hinter Gittern landen

Sie kümmert sich um Pflege und Schutz der historischen Kulturlandschaft im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide: die vom Verein Naturschutzpark (VNP) im Jahr 2002 gegründete VNP-Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide. Durch die langjährige Arbeit des VNP werden auch historische Bewirtschaftungsformen wie die Hütehaltung der Grauen Gehörnten Heidschnucke oder die Pflege und Entwicklung von Stühbüschen erhalten.

Als Stüh oder Stühbusch werden im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide Eichengehölze bezeichnet, die zu Zeiten der Heidebauernwirtschaft niederwaldartig bewirtschaftet wurden. Dabei wurden diese vorwiegend aus Traubeneichen bestehenden „Wälder“ über viele Jahrhunderte gefällt, wenn sie einen Brusthöhendurchmesser von zirka 15 bis 20 Zentimetern hatten. Nach dieser Nutzung zur Gewinnung von Feuerholz erneuerte sich der Bestand aus den Wurzelstöcken der Eichen. Als die Nutzung dann zum Ende der Heidebauernwirtschaft ausblieb, konnten diese Stühbüsche zu ihrer eigentlichen Bestimmung heranwachsen und drohten teilweise auseinanderzubrechen. Das Alter der Wurzelstöcke (Stubben) kann dabei hundert Jahre zählen.

Solche Stühbüsche sind heute zum Beispiel am Wulfsberg zu bestaunen, wo die VNP-Stiftung seit mehr als 20 Jahren dabei ist, diese Form der historischen Waldbewirtschaftung wieder aufleben zu lassen, um Stühbüsche als wichtiges Landschaftselement der Lüneburger Heide zu erhalten. Wo ein Stockausschlag der vorhandenen Eichenbestände aufgrund des Alters noch möglich war, wurden Eichen auf den Stock gesetzt und mit speziellen Schutzgittern gegen Wild- und Heidschnuckenverbiss geschützt. So können Stühbüsche verjüngt und erhalten werden. Zudem wird in historischen Stühbüschen - wo möglich - durch Eichenpflanzungen für „Nachwuchs“ gesorgt, der dann nach 15 bis 20 Jahren auf den Stock gesetzt wird.

Darüber hinaus hat die VNP-Stiftung in den ehemaligen militärisch genutzten „Roten Flächen“ im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide auf den damaligen Erosionsschutzpflanzungen außer den dort vorhandenen Eichen alle Gehölze entnommen. Die Eichenbestände dort werden nun ebenfalls in Stühbüsche entwickelt und können so zur Vernetzung von Waldstandorten und als wichtiger Lebensraum heute bedrohter Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Bingo-Umweltstiftung unterstützt den VNP bei dieser Aufgabe.

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