Wertvolle Erfahrungen sammeln

Junge Heidekreisler berichten im Heide-Kurier über ihre Erlebnisse im FSJ im Sport

Wertvolle Erfahrungen sammeln

Sie haben das Ziel, die Bereitschaft insbesondere junger Menschen für ein freiwilliges gesellschaftliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung zu fördern - die Freiwilligendienste im Sport. Junge Leute, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport (FSJ) entscheiden, erhalten in diesem Bildungs- und Orientierungsjahr Einblicke in dieses interessante Berufsfeld und können wertvolle Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig engagieren sie sich freiwillig und erfahren dadurch Selbstwirksamkeit. Als Einsatzstellen im Sport kommen Vereine, Verbände und Sporteinrichtungen in Frage, die regelmäßig Spiel-, Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche organisieren und sonstige Betreuungsdienste für diese Zielgruppe anbieten. Über ihre Erfahrungen, die sie vor dem Ausbruch der Coronakrise gemacht haben, berichten hier einige FSJler aus dem Heidekreis.

„In meinem FSJ bin ich beim MTV Soltau tätig. Eine meiner Aufgaben ist das Leiten von Turn- und Sportgruppen“, so die 20jährige Katharina Hannemann. „Zusätzlich biete ich ein Sportprogramm in Kindergärten und Schulen an. In der Geschäftsstelle übernehme zudem ich kleinere Projekte und helfe, wo ich kann. Ich habe mich für ein FSJ im Sport entschieden, weil ich dadurch Erfahrung für mein Studium im Bereich ‚soziale Arbeit‘ sammeln kann und mir das Fördern der persönlichen und sportlichen Entwicklung der Kinder am Herzen liegt.“

Besonders gut gefalle ihr die Abwechslung: „Jeden Tag habe ich eine andere Sportart in einem anderen Umfeld. Zudem macht mir die Planung des Trainings Spaß. Später dann die Trainingserfolge der Kinder zu sehen, das ist einfach super“, sagt die 20jährige. Ein FSJ biete ihr hinsichtlich eines späteren Studiums oder einer Ausbildung viele Vorteile. „Zum einen kann ich viel Erfahrung im Umgang mit Kindern, Eltern und Kollegen sammeln. Diese sozialen Kompetenzen werden meiner Meinung nach immer wichtiger in einer so digitalen Zeit. Zum anderen sind Unternehmen im Allgemeinen interessierter an Bewerbern mit einem FSJ“, so Hannemann. Und weiter: „Wenn man ein FSJ macht, muss man an einem 15tägigen Pflichtseminar teilnehmen. Dort habe ich mich für die Breitensport-Leichtathletik-C-Lizenz entschieden. Zudem gibt es zehn freiwählbare Seminartage, in denen ich eine C-Lizenz im Handball mache.“

Auch der 19jährige Hannes Tödter absolviert sein FSJ beim MTV Soltau und schildert seine Erfahrungen, die er vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gemacht hat: „Die Hälfte meiner Woche verbringe ich am Gymnasium Soltau. Dort unterstütze ich die Lehrer im Sportunterricht, leite den Pausensport und die Hausaufgabenbetreuung. In der anderen Hälfte der Woche übernehme ich alltägliche Aufgaben beim MTV Soltau. Ansonsten leite ich selbst eine sportliche AG an einer Grundschule und bin Co-Trainer der U16 Fußballmannschaft des MTV. Ich habe mich für ein FSJ im Sport entschieden, weil ich sehr gern Sport mache und nach meiner Schulzeit ein Orientierungsjahr haben wollte. Am besten gefällt mir die Kombination aus Sport und dem Umgang mit Menschen an meinem FSJ. Im Hinblick auf eine spätere Ausbildung oder ein Studium bietet mir das FSJ verschiedene Vorteile. So wird wird einem zum Beispiel das Jahr als Wartesemester angerechnet und es zeigt mir Einblicke in den Job eines Lehrers. Trotzdem steht für mich im Vordergrund, dass ich es zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen kann und gleichzeitig etwas Sinnvolles für die Gesellschaft mache.“

Auch Tödter hat Seminare besucht, dabei in 15 Tagen seine C-Lizenz als Fußballtrainer gemacht und ist begeistert: „Meiner Meinung nach sind die Seminare das absolute Highlight des FSJ. Man lernt nette Menschen kennen und bildet sich mit diesen auf unterhaltsame Weise weiter. Neben der Theorie und dem wirklich großen Praxisanteil wird sehr viel Wert auf eine gute Gemeinschaft gelegt.“ Seine Arbeitszeit habe er zu Beginn des Jahres in Form eines „Stundenplans“ zusammen mit seiner Mentorin erarbeitet. Tödter: „Dabei wurde sehr auf meine eigenen Wünsche eingegangen. Die einzelnen Tage in der Woche sind dabei aber relativ unterschiedlich. Grob gesagt bin ich vormittags in der Schule und am Nachmittag beziehungsweise Abend im Verein tätig. An den Wochenenden habe ich hauptsächlich Spiele mit meiner Jugendfußballmannschaft.“

Finn Hübner hat sich für ein FSJ im Sport entschieden, „da ich nach meinem Abitur nicht so recht wusste, was ich beruflich machen will und ein Orientierungsjahr haben wollte.“ Da der 19jährige seit 2012 in „seinem“ Verein als Fußballspieler aktiv sei, „habe ich mich für ein FSJ dort entschieden.“ Besonders gut gefällt ihm „die Vielfalt, die ich dort habe. Hinsichtlich einer späteren Ausbildung oder eines Studiums bietet mir das FSJ zudem viele Vorteile. Zunächst hat man die Möglichkeit, seine Stärken und Schwächen kennenzulernen und auch seine sozialen Kompetenzen zu fördern. Besonders wenn man vorhat, in seinem Berufsleben etwas im Themenbereich Sport oder etwas mit Kindern zu machen, wie zum Beispiel Erzieher, kann man durch das FSJ Erfahrungen sammeln und schauen, ob das Berufsfeld wirklich zu einem paßt.“

In der SV Munster absolviert die 18jährige Sarah Brünig ihr FSJ in den Sparten Gesundheitssport, Leichtathletik und Turnen. „Zusätzlich helfe ich beim Sport in den Heidewerkstätten und leite drei AGs in der Realschule Munster. Meine Aufgaben dabei sind die Unterstützung der Trainer in den verschiedenen Sparten und die Planung und Durchführung der Sport-AGs in der Schule“, berichtet die FSJ-lerin. Und weiter: „Ich habe mich für ein FSJ entschieden, da ich zuvor eine Ausbildung gemacht habe, die nicht so gut lief. Deshalb wollte ich vor meiner nächsten Ausbildung eine Pause machen, in der ich frei arbeiten und mich entfalten kann. Am besten gefällt mir das Arbeiten mit Menschen verschiedenen Alters an meinem FSJ. Zudem kenne ich auch viele Leute, mit denen ich arbeite, sehr gut, sodass ich eine gute Verbindung zu ihnen habe.“

Gute Erfahrungen hat auch Lukas Voigtländer in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr im Sport gemacht. Er ist beim TSV Neuenkirchen, in der Schule und im Kindergarten tätig. „Im Verein helfe ich bei der Leichtathletik, beim Fußball und Eltern-Kind-Turnen und beim Turnen für Vorschulkinder. In der Schule helfe ich beim Sportunterricht der ersten Klassen mit, leite eine Ballspiele-AG und mache Sport mit den Sportförderkindern. Ebenfalls unterstütze ich die Lehrkräfte in der Lernwerkstatt, in der ich Hausaufgaben mit den Schülern mache, helfe im Schwimmunterricht mit und organisiere von Montag bis Donnerstag für sieben Schüler das Mittagessen in der Schule. Im Kindergarten unterstütze ich die Erzieher in der Sporthalle. Ich habe mich für ein FSJ im Sport entschieden, weil mir noch nicht ganz klar war, was ich beruflich machen möchte und schauen wollte, ob mir das Arbeiten mit Kindern Spaß macht.“ Voigtländer macht im Zuge des FSJ einen Übungsleiterschein C im Breitensport.

Infos zum FSJ im Sport gibt es übrigens auch beim Sportbund Heidekreis, E-Mail bildung@sportbund-heidekreis.de, Telefon (05161) 4874411.

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