Langemannshof besucht: „Äußerst armseliger Eindruck“

SPD „AG 60+“ besichtigt ehemalige Kaserne: „Gelände scheinbar dem puren Verfall preisgegeben“

Langemannshof besucht: „Äußerst armseliger Eindruck“

Nach längerem Bemühen gelang es Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft (AG) „SPD 60+“ die ehemalige Kaserne Langemannshof bei Wietzendorf zu besichtigen: „In Absprache mit der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben (Bima) mit Sitz in Hannover sowie der zuständigen Bundeswehrbehörde konnte die siebzehnköpfige Gruppe das Kasernengelände begehen“, so Manfred Franke. In seiner Mitteilung geht der Vorsitzende der „SPD AG 60+ im Heidekreis“ auch auf die Geschichte und aktuelle Entwicklung der Anlage ein: „Bereits nach Abzug der Niederländischen Einheit Anfang der 1990-er Jahre wurde über eine weitere militärische und zivile Verwendung in den Medien und den militärischen Stellen nachgedacht.“

In einer schriftlichen Antwort auf eine interne Anfrage im Bundestag im August 1998 habe der damalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel gehofft, dass das Objekt auch gewerblichen Nutzungen zugeführt werden könne, so Franke: „Bis 2011/2012 war der Langemannshof teilweise an Gewerbetreibende verpachtet. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II (ab Januar 2009) wurden auf dem Gelände über neun Jahre alte Autos geparkt und zwischengelagert, die im Rahmen der Abwrackprämie entsorgt wurden. Mittlerweile wurde das Anwesen von allen Versorgungsleitungen abgeklemmt, es ist weder Wasser noch Strom vorhanden. Die Umzäunung ist intakt. Das Gebiet liegt auf dem Truppenübungsplatz Bergen, jedoch in Sichtweite zur vielbefahrenen Bundesstraße 3 und circa vier Kilometer von Wietzendorf entfernt.“

Die zahlreichen, massiven Gebäude und Hallen seien in einem sehr schlechten, heruntergekommenen Zustand. In den Gebäuden gebe es so gut wie keine Fensterscheiben mehr. Viele Gebäude hätten beschädigte Dächer, die teilweise - so bei den Panzerhallen - eingefallen seien, so die Bestandsaufnahmen des Vorsitzenden. „Auf dem gesamten Gelände wachsen auf den ehemaligen Rasen- und Zierpflanzenflächen und teilweise auf den Bürgersteigen armdicke Bäume. Angesichts der Tatsache, dass das damalige Staatsoberhaupt der Niederlande, Königin Beatrix, dort zu Gast war (Ende der 1980), bietet die ehemalige Kaserne jetzt einen äußerst armseligen Eindruck.“

Das Außer-Dienst-Stellen des bisher voll erschlossenen Geländes sei für den Vorstand der „SPD AG 60+ im Heidekreis“ ein großes Ärgernis: „Durch die umfängliche Besichtigung ist Klarheit geschaffen. Werte sind trotz Hinweisen und Bemühungen scheinbar dem puren Verfall preisgegeben.“

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