Makena hilft der Forschung

Grundlagen zur Arten-Rettung mit Eizellen aus Hodenhagen

Makena hilft der Forschung

Um das Aussterben von Tierarten zu verhindern, entwickelt die Wissenschaft neue Methoden und Ansätze für den Artenschutz. Eine wichtige Rolle in solch einem internationalen Projekt spielt momentan die siebenjährige „Makena“ im Serengeti-Park Hodenhagen. Der südlichen Breitmaulnashornkuh wurden im vergangenen Monat Eizellen entnommen, diese wurden in einem mit Sperma eines Bullen befruchtet. Jetzt ist klar, es entwickelten sich vier Embryos, die nun in Flüssigstickstoff konserviert sind. Dies ist der bislang erfolgreichste Einsatz bei diesem Vorgehen und nährt die Hoffnung, dass die Methoden der assistierten Reproduktion (aART) soweit ausgereift sind, dass sie dem Nördlichen Breitmaulnashorn das Überleben sichern können.

„Mit dem jetzigen Ergebnis hat sich unser Optimismus zur erfolgreichen Rettung des praktisch ausgestorbenen Nördlichen Breitmaulnashorns weiter verstärkt“, freut sich Dr. Thomas Hildebrandt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Der Professor leitet das Forschungsprojekt „BioRescue“,ein internationales Konsortium aus Forschungseinrichtungen, zoologischen Gärten und Artenschutzorganisationen, in dem Wissenschaftler an der Verbesserung fortschrittlicher Methoden der künstlichen Befruchtung arbeiten, um letzendlich das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu bewahren. Wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Grundlagenforschung in Kooperation mit zoologischen Einrichtungen. Die Eizellenentnahme bei „Makena“ im Serengeti-Park war solch eine Prozedur.

Probleme bei der natürlichen Reproduktion sind oft ein wichtiger Faktor beim Rückgang von Wildtierbeständen, in freier Wildbahn wie in Gefangenschaft. Daher sind Techniken und Methoden der assistierten Reproduktion von entscheidender Bedeutung für wissenschaftsbasierten Artenschutz. Das Nördliche Breitmaulnashorn ist aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage, fortzubestehen - beide noch verbliebenden lebenden Tiere sind Weibchen. Um die Art dennoch zu erhalten, wurden auch ihnen Eizellen entnommen, die im Labor mit zuvor eingefrorenem Sperma von bereits verstorbenen Bullen befruchtet wurden. Die erzeugten Embryos - drei bislang - sollen in „Leihmütter“ - verwandte Südliche Breitmaulnashörner – eingesetzt werden, damit so ein junges Nördliches Breitmaulnashorn geboren wird.

Jan Stejskal, Koordinator der internationalen Schutzbemühungen des Nördlichen Breitmaulnashorns: „Die Ergebnisse aus Hodenhagen sind sehr vielversprechend und zeigen, dass Forschung, die Tieren in menschlicher Obhut hilft, auch für die Rettung von Arten in freier Wildbahn von Nutzen sein kann. Wir glauben, dass die Erfahrungen und Erkenntnisse, die durch die Arbeit mit Südlichen Breitmaulnashornweibchen in europäischen Zoos gewonnen wurden, in absehbarer Zeit zu einer erfolgreichen Schwangerschaft mit einem reinen Nördlichen Breitmaulnashorn-Embryo in Kenia führen werden.

Doch auch bei Südlichen Breitmaulnashörnern in europäischen Zoos gibt es Reproduktionsprobleme, sodass die Grundlagenforschung auch hier von Nutzen sein wird. Die „Makena“ entnommenen Eizellen wurden in einem Labor in Italien gereift, bei sieben von ihnen war die Befruchtung mit Sperma eines Südlichen Nashornbullen aus dem Zoo Salzburg erfolgreich. Es entwickelten sich vier Embryos, die nun in Flüssigstickstoff konserviert sind Nun steht als nächster Meilenstein der Embryotransfer in eine südliche Breitmaulnashornkuh an ...

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