Nach verzweifeltem Hilferuf: Löwenrudel aus der Slowakei gerettet

Erleichterung im Serengeti-Park Hodenhagen: Die „Neuen“ sind gut angekommen

Nach verzweifeltem Hilferuf: Löwenrudel aus der Slowakei gerettet

Vor wenigen Wochen hatte ein verzweifelter Hilferuf aus dem privaten Tierpark „Resort Lipova“ in der Slowakei den Serengeti-Park Hodenhagen erreicht. Dem kleinen Park wurde aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen zur Haltung von Raubtieren eben jene nicht weiter genehmigt. Die Behörden setzten eine vierwöchige Frist, ein neues Zuhause für die Löwen zu finden. Sollte das nicht erfolgreich geschehen, müssten die Tiere eingeschläfert werden.

Dr. Fabrizio Sepe, Inhaber und Geschäftsführer des Serengeti-Parks, reagierte sofort: „Dass diesen majestätischen Tieren die Einschläferung drohte, hat mich tief berührt. Es ist an uns Menschen, Tiere zu schützen. Für mich war es keine Frage, dass das Leben der Löwen, deren Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als gefährdet eingestuft ist, in jedem Fall gerettet werden muss“, betont Sepe: „Bei diesem Rudel handelt es sich um die besonders seltenen Etosha-Löwen. Nur fünf zoologische Einrichtungen in ganz Europa halten Tiere dieser Unterart. Da wir uns seit Jahrzehnten für den Erhalt bedrohter Arten engagieren, sehen wir es als unsere Pflicht, diese einmaligen und besonderen Löwen am Leben zu halten.“

Da der Serengeti-Park über die nötigen Platzverhältnisse verfügt, hat er kurzerhand beschlossen, das Löwenrudel zu retten. Umgehend machten sich Mitarbeiter an die Arbeit, einen kurzfristigen Transport für den Löwenkater und seine vier Weibchen zu organisieren. Und das war keine leichte Aufgabe. Am vergangenen Dienstag, dem 30. März, war es dann endlich so weit: Der Transporter mit den fünf Raubtieren an Bord erreichte nach einer langen Reise die Tore des Serengeti-Parks in der Lüneburger Heide. Die gesamte Reise, vom Verladen in der Slowakei bis zur Ankunft und Endladung im Löwenhaus in Hodenhagen, erfolge mit dem Team von „Crossborder Animal Service“, einem international renommierten und zuverlässigen Partner für Tiertransporte.

Nacheinander wurden die Transportkisten der Löwen an den Durchgang zum Löwenhaus gestellt. Als der Schieber geöffnet wurde, verhielten sich die Tiere doch sehr unterschiedlich. Einige der Raubkatzen waren zunächst skeptisch und brauchten einen Moment, um die ersten Schritte in die neue Umgebung zu machen. Andere stürmten sofort los. Der Moment, ihre neuen Schützlinge - den stattlichen Kater Samson (fünf Jahre) und die Katzen Zafira (sechs Jahre), Thalia, Aglaya und Eufra (alle fünf Jahre) - zu sehen, war für die Hodenhagener Raubtierpfleger ein ganz besonderes Erlebnis.

Die Tiere waren sichtlich angestrengt und legten sich relativ schnell nach der ersten Erkundung ihrer neuen Umgebung ab. Über Nacht blieben sie jeweils einzeln in Boxen im Löwenhaus, um sich zu erholen. Im Laufe der Eingewöhnung werden sie zuerst im Löwenhaus wieder vereint. Die Tierpfleger sowie die Veterinärin des Parks werden das Rudel einige Tage beobachten, um ihre Charaktere kennenzulernen und sicherzustellen, dass es allen gut geht.

„Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter, die sich in den vergangenen Wochen unermüdlich für die Rettung der Löwen engagiert haben“, erklärt Dr. Sepe. „Wir sind alle zutiefst erleichtert, dass diese wirklich ungewöhnliche Aktion so schnell und reibungslos verlaufen ist und die Tiere wohlbehalten bei uns sind. Wir freuen uns, diesen wunderschönen Tieren nun in einer artgerechten Haltung ein neues und sicheres Zuhause geben zu können“, unterstreicht der Parkinhaber.

Wenn alles weiterhin so gut klappt, wird das neue Löwenrudel bereits in wenigen Tagen im Vorgehege für Gäste bei der Fahrt durch den Park zu sehen sein.

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