„Mit dem Esel zum Apfelsaft“

„Olivia“ und „Tillmann“ helfen Kindern und Jugendlichen bei der Ernte

„Mit dem Esel zum Apfelsaft“

„Mit dem Esel zum Apfelsaft“ - unter diesem Motto gab es jüngst eine besondere Gemeinschaftsaktion für junge Obst-, Natur- und Tierfreunde beim Streuobstverein Ilhorn Sprengel. Dieser bescherte den betreuten Kindern und Jugendlichen des Jugendhilfeträgers „Takoda“ einen spannenden und unvergesslichen Tag. Begleitet wurde das Ganze vom Team der „respekT!ERt“ GbR, das gemeinsam mit seinen Eseln tierisch gute Laune verbreitete und die gesammelten Äpfel zur Saftpresse beförderte.

Die Kinder und Jugendlichen, denen die Organisatoren mit ihrer Einladung eine große Freude machten, werden von der ambulanten sowie stationären Jugendhilfe unter Trägerschaft von „Takoda“ betreut. Ebenfalls ein sozialer Träger ist „respekT!ERt“, der Tiere speziell für den sozialen Einsatz ausgebildet hat. Im Zuge der Aktion wurde das Lieblingsobst der Deutschen, der Apfel, in den Fokus genommen. Welche Sorten gab es schon zu Omas Zeiten, welche schmecken am besten? Wie hat man früher Apfelsaft hergestellt? Und wie viel Arbeit steckt in traditioneller Apfelsaftherstellung? Die betreuten Kinder und Jugendlichen lernten in netter Atmosphäre und unter tierischer Begleitung alles Wissenswerte rund um die kernige Frucht.

Bevor es losging, gab der Vorsitzende des Streuobstvereins Ilhorn Sprengel, Claus Hufenbach, den jungen „Erntehelfern“ noch einige Tipps und Informationen mit auf den Weg. Aufgeteilt in Kleingruppen übernahm dann jedes Mädchen und jeder Junge eine feste Aufgabe. Vor allem das Sammeln des Fallobstes und das Abernten der Apfelbäume sorgte für Begeisterung. Unter der Begleitung der „respekT!ERt“- Unterstützer mit ihren Eseln „Tillmann“ und „Olivia“ sowie einigen Vereinsmitgliedern machten sich die Teilnehmer auf den Weg.

Frei nach dem Motto „Wer hat den Korb voll?“ gaben die beiden Vierbeiner alles, um gemeinsam mit den Kindern und Betreuern massenweise Äpfel unterschiedlichster Sorten von den Wiesen, Feldwegen und Alleen bis hin zur Saftpresse zu transportieren. „Der eine oder andere Apfel dürfte dort nicht angekommen sein“, schmunzelte die siebenjährige „Elli“ aus der „Tagoda“-Wohngruppe, „aber dafür haben sich die Esel gegenseitig die Äpfel aus den Körben gemopst.“

Um an das Obst zu kommen, wurde auch auf maschinelle Unterstützung gesetzt. Aber die betreuten Kinder und Jugendlichen waren auch erfinderisch: Von der Räuberleiter bis hin zum Schultern der Jüngeren war jedes Mittel recht, um an das begehrte Obst zu kommen.

Beim Waschen der Äpfel gab es dann nicht nur nasse T-Shirts der fleißigen Ernter, sondern vor allem leckere Früchte, die unter Anleitung des Vorsitzenden Claus Hufenbach an der Obstmühle zerkleinert und anschließend unter vollem Einsatz an der manuellen Obstpresse entsaftet wurden. Anschließend wurde Fuhre um Fuhre zum Filtern gebracht und schließlich auf über 80 Grad Celsius erhitzt, bevor die ersten neugierigen Genießer probieren durften. „Ganz schön viel Arbeit, bis der Apfel in die Flasche kommt“, kommentierte die junge Sophie das Prozedere.

Abgerundet wurde der Tag mit Stockbrotbacken und Apfelsaft am Lagerfeuer. „Es war ein unvergesslicher Tag, der uns hier vom Streuobstverein Ilhorn Sprengel und vom Träger ‚respekT!ERt‘ beschert wurde. Gerade durch die vielen Einschränkungen - bedingt durch die Corona-Krise - haben unsere betreuten Kinder und Jugendlichen in der Jugendhilfe nicht viel zu lachen gehabt“, unterstrich Jan Struck, Leiter des Jugendhilfeträgers Takoda, nach der rundum gelungenen Gemeinschaftsaktion.

„Spielerisch haben alle Teilnehmer nicht nur viel über eine sehr gesunde Frucht gelernt, sondern hatten auch jede Menge Spaß bei der Arbeit. Nicht zuletzt haben ‚Olivia‘ und ‚Tillmann‘ auch gern den einen oder anderen Apfel verschwinden lassen und für einige Lacher gesorgt. Ein toller und gelungener Tag“, freute sich Leiterin Michaela Dinges von „respekT!ERt!“.

„Schön, dass es so naturnahe traditionelle Vereine noch gibt und man solche Möglichkeiten, der Natur wieder näherzurücken, geboten bekommt“, waren sich Struck und Dinges einig.

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