Sitzfleisch, Siege und ein Scheck

24-Stunden-Mofarennen in Ilster ein Publikumsmagnet / Siegerpott für Team „Keine Ahnung“

Sitzfleisch, Siege und ein Scheck

Runter vom Sofa, rauf auf das Mofa: Das nunmehr 15. Mofa-Rennen in Ilster über 24 Stunden war bereits am Samstag, dem 7. September, sehr gut besucht. „Die Teilnehmer mit eingerechnet, zählten wir um die 1.200 Leute auf dem Gelände, das uns Landwirt Jan-Peter Alvermann aus Ilster zur Verfügung gestellt hat“, so Mitorganisator Michael Zimmer. „Ohne Unterstützung der vielen Sponsoren, Helfer und Mofaverrückten wäre eine solche Veranstaltung nicht zu realisieren“, ergänzte Organisationsleiter Sven Gutknecht.

Mit einem Le-Mans-Start um 10 Uhr gingen am Samstag 32 Teams ins Rennen, eine 24-Stunden-Dauerbelastung für Mensch und Material. „Es hat kein Team abgesagt. Wir haben sogar noch ein weiteres zusätzlich, das aber noch an seinem Mofa schraubt und noch nicht ins Rennen eingegriffen hat“, zeigte sich Marcus Lübke vom Organisationsteam am Samstagnachmittag von der tollen Resonanz hellauf begeistert.

Die meisten Fahrer und Schrauber waren sich einig: „Man muss schon etwas verrückt sein, um hier mitzumachen und den Parcours über eine so lange Zeit zu durchfahren“, sagte ein Teilnehmer in der Boxengasse, in der die „Schrauber“ emsig auf den Beinen waren, um beim Tanken, Montieren und beim Fahrerwechsel stets auf dem Posten zu sein. Auf dem 550 Meter langen Rundkurs lautete das Motto frei nach Sänger Markus „Ich geb‘ Gas, ich geb‘ Gas! Ich will Spaß, ich will Spaß!“ Zwar winkten Pokale, in erster Linie aber ging es um die „Freude am Fahren“, um die Gaudi. Das zeigten auch schon die Namen der verschiedenen Teams: „Gestern ging‘s noch“ hieß etwa eine der Mannschaften, weitere nannten sich „Keine Ahnung“, „Polinalkrimizei“, „Bremsdefekt“ und „Die Stullen Schmierer“. Insgesamt hatten sich 31 Gruppen angemeldet. Alle waren mit guter Laune bei der Sache - und der eine oder anderen Fahrer hatte auf der „Piste“ ein breites Grinsen im Gesicht. Doch nach der durchgefahrenen Nacht, einer fröhlichen Zeltfete und der Zieldurchfahrt um 10 Uhr waren so manchem Mofafahrer und Schrauber die Strapazen dann doch deutlich anzusehen. Schließlich hatten Crews und Gäste auch bei der „Race-Party“ bei Live-Musik der Bands „Sent to Finnland“ und „Mofa 25“ bis zum Morgengrauen mächtig Gas gegeben.

An einem Info-Stand waren auch Angela und Reiner Schreiber vom Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna aus Soltau mitten im Getümmel. Für diese Einrichtung lief nämlich neben dem eigentlichen Rennen eine Spendenaktion, die der Chef des Organisationsteams, Sven Gutknecht, mit seiner Mofa-Solofahrt unterstützte. Für Gutknecht, der mit seiner „Maschine“ insgesamt 265 Runden absolvierte, war gegen 18.30 Uhr Schluss, machte doch sein Sitzfleisch nicht mehr mit. „Von der Kondition her hätte ich noch weiterfahren können, aber mein Hintern hat einfach nicht mehr die Schmerzen durch die Schlaglöcher aushalten können“, schmunzelte der sichtlich zufriedene Spendensammler. Vielleicht hätte er besser „auf dicke Hose“ machen sollen, so aber hieß es letztlich „Au Backe“. Angesichts der auf der Strecke „zusammengefahrenen“ Euros konnte Gutknecht die Schmerzen verschmerzen - und übergab gemeinsam mit Pressewart Marcus Lübke einen Scheck an die Vertreter des Kinder- und Jugendhospizdienstes Calluna. Weil Zuschauer den Betrag mit Spenden zusätzlich aufgestockt hatten, waren insgesamt 800 Euro zusammengekommen.

Während sich Angela und Reiner Schreiber über den Scheck freuten, erhielten die jeweils besten drei Teams der in drei Klassen eingeteilten Fahrer Pokale. In Klasse 1 (Mofa - Serienmaschinen) belegte die Mannschaft „Dirty2Stroker“ mit 977 Runden den 1. Platz, gefolgt vom „Racingteam“ mit 915 Runden und vom Team „Die Stullen Schmierer“, das 893 Runden gefahren hatte. In Klasse 2 (Tuning) hatte das Team „Keine Ahnung“ doch Ahnung - es absolvierte nämlich stolze 1.215 Runden. Auf Rang 2 landete das „DR-BIG-Mofateam“ mit 972 Runden. Den 3. Rang belegte die Mannschaft „Aber Ähm...“ mit 851 Runden. In der Klasse 3 (Tuning mit Fußrasten) hatten „Die Planlosen“ wohl doch das richtige Konzept und meisterten 1.090 Runden. Knapp dahinter landete das Racingteam Soltau mit 1.072 Runden, das die „Migthy Moppedz“ (909 Runden) auf den 3. Rang verwies.

Für die Mannschaft mit dem sogenannten „Holeshot“ (nach dem Start als erster Fahrer in die erste Kurve), überreichte Uwe Hannemann einen Pokal an das Team „Dirty2Stroker“. Den Fairnesspokal überreichte Jörg Planka von der VHG dem „HRK-Racing Team“, das angereist war, aber wegen technischen Probleme nicht ins Rennen eingreifen konnte. Gesamtsieger wurde das Team „Keine Ahnung“, das seinem Namen nicht alle Ehre machte - und daher von Martin Rettmer von den Stadtwerken Munster mit dem Siegerpott ausgezeichnet wurde.

Logo