Aktion gegen Gasbohren

Kritiker trafen sich nahe Wisselhorst Z1 bei Kroge

Aktion gegen Gasbohren

Um an eine ergiebige Gaslagerstätte heranzukommen, plant das Unternehmen Vermilion Energy zunächst eine Probebohrung. Erreicht werden könnte das Vorkommen von dem noch nicht eingerichteten Bohrplatz Dorfmark Z2 und dem bereits bestehenden, aber seit 1997 nicht weiter vorangetriebenen Bohrplatz Wisselhorst Z1 bei Kroge. Während im Bereich Dorfmark schon seit einigen Monaten Protestaktionen der Bürgerinnen und Bürger gegen dieses Vorhaben laufen, gibt es seit kürzerem auch in Kroge ähnliche Veranstaltungen. So am vergangenen Sonntag, als zahlreiche Gegner in der Nähe von Wisselhorst Z1 zusammengekommen waren.

Nicht über die sozialen Medien, sondern nur über Mundpropaganda waren die Infos gelaufen. Gleichwohl hatten sich rund 200 Leute aus Kroge und Bommelsen, Dorfmark und Riepe, Mengebostel und Jettebruch, um nur einige zu nennen, auf den Weg gemacht. Der Wissensdurst der Besucher sei enorm gewesen, berichtet Hans-Heinrich von Hofe, Ortsvorsteher von Riepe und in der Bauernschaft engagiert: „Wobei der Wissensstand ganz unterschiedlich war. Daher waren die Gespräche auch sehr unterschiedlich. Mal fängt man ganz vorne an - und mal geht es gleich um eingemachte Themen.“

So stand diesmal die Bohrstelle Wissehorst Z1 im Mittelpunkt: „Die Bedingungen dort sind ideal für Vermilion, gerade auch, weil es hier keine Zuwegungsprobleme gibt, wie etwa bei der geplanten Bohrung in Dorfmark/Winkelhausen“, so von Hofe. Auch hier gebe es erheblichen Widerstand der Bevölkerung gegen neuerliche Bohrungen. Sei es vor 20, 30 oder 40 Jahren ganz normal gewesen, daß nach irgendetwas gebohrt wurde, sei dies doch inzwischen ganz anders. Hier verweisen die Gegner und Kritiker auf mögliche Risiken wie Bodenabsenkungen und Erdbeben oder befürchtete Trinkwasserverunreinigungen, vielleicht sogar Krebserkrankungen.

Entsprechend, so die Forderungen, müßten die „mittlerweile verkrusteten Gesetze“, auf die sich das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG, Landesbergamt) immer berufe, reformiert und den aktuellen Gegebenheiten angepaßt werden. Dazu von Hofe: „Die ersten Ansätze sind gemacht. Politik muß auf den Plan, egal ob Bundes- oder Landespolitik, der Landkreis ist gefordert, und die Kommune. Und der Druck kommt von ganz oben, nämlich aus der Bevölkerung, wir alle sind das wichtigste Gut, das es zu schützen gilt."

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