Endlich wieder Apfelmarkt

Zwanzig Jahre nach der Premiere wird in Lünzen am 2. Oktober gefeiert

Endlich wieder Apfelmarkt

Es ist wieder soweit, zwanzig Jahre nach der Premiere und zwei Jahre nach pandemiebedingter Pause findet er wieder statt, der Lünzener Apfelmarkt. Und zwar am kommenden Sonntag, 2. Oktober von 11 bis 17 Uhr.

Das Fest ist ein weit über die Ortsgrenzen hinaus beliebter Höhepunkt des Lünzener Herbstes und zog bisher stets etliche Besucher aus Schneverdingen und den Nachbargemeinden an. Etliche Verkaufsstände für Kunsthandwerk laden zum Bummeln und Shoppen ein. Star der Veranstaltung aber ist der Deutschen liebstes Obst: Malus domestica, der Apfel.

Dieses Jahr sei trotz geringen Niederschlags grundsätzlich zwar mit einer relativ guten Ernte zu rechnen, berichtet Karin Molkenteller, die mehr als 400 Apfelbäume am Ortsrand Lünzens besitzt. Allerdings habe der sehr heiße und sonnige Sommer zur Folge gehabt, dass etliche Früchte einen regelrechten Sonnenbrand erlitten hätten und frühzeitig abfielen. Die Ernte startete bei ihr deshalb dieses Jahr schon Mitte August.

Molkentellers „Streuobstwiese Kupke“ mit vorwiegend altem Baumbestand und dementsprechend alten Sorten wurde noch von ihren Großeltern angelegt. Inzwischen wird sie nach ökologischen Prinzipien bewirtschaftet und ein mittendrin vom Heimatverein angelegtes „Grünes Klassenzimmer“ steht der nahen Grundschule ebenso wie der Kita jederzeit zur Verfügung. Fast nebenbei sehen die Kinder den Äpfeln sozusagen beim Wachsen zu und pflegen dadurch, was in Lünzen Tradition hat und mit dem Apfelmarkt ganz besonders zelebriert wird: eine geradezu freundschaftliche Beziehung zum Apfel.

Dank der Sortenvielfalt zieht sich die Erntesaison über etwa zwei Monate hin, der Apfelmarkt passt da terminlich also mitten hinein. Apropos Vielfalt, die ist beim Apfel ja sowieso Programm. Abgesehen davon, dass alleine in Deutschlands Hobbygärten noch weit über eintausend Apfelsorten angebaut werden, bietet kaum ein Obst mehr Verarbeitungsmöglichkeiten. Während des Lünzener Apfelmarktes bekommen Besucher einen kleinen Ausschnitt davon geboten, zum Beispiel als hausgemachtes Mus zu den dort traditionell sehr beliebten Kartoffelpuffern und als Saft, gepresst an einem Stand des Fördervereins der Lünzener Grundschule.

Oder einfach mal frisch im Rahmen einer Apfelsortenbestimmung? Pomologe Gerd Tempel hat wie schon in früheren Jahren sein Kommen zugesagt. Besucher, die zuhause einen unbekannten Apfelbaum haben und gerne wüssten, um welche Sorte es sich handelt, bringen einfach zwei bis drei Früchte davon mit. Obstbaukundler Tempel nimmt sich dann jedes Detail vor, vom Stiel über die Schale bis zum Kelch, Größe, Form und eben auch Geschmack.

Der Clou für Kinder: Ein Karussell, das vom Betreiber ganz nachhaltig und emmissionsfrei mit reiner Muskelkraft über ein Fahrradgetriebe in Gang gebracht wird. Die Erwachsenen wiederum kommen beim geselligen Beisammensein, Essen, Trinken, Schlendern und Klönen rund um Dorfgemeinschaftshaus, Bauerngarten, Backhaus und Heimatmuseum auf ihre Kosten.

Für Radler ist trotz der Bauarbeiten an der L 170 (Rotenburger Straße) die direkte Zufahrt aus Schneverdingen möglich. Für Autofahrer ist eine Umleitung ab Zahrensen über Großenwede ausgeschildert.

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