Vortrag über eine Polarstern-Expedition vom südlichen Südatlantik in die Nordsee

Von der Magellan-Straße in die Wesermündung: Professor Peter Lemke hält am 18. März Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus Lünzen

Vortrag über eine Polarstern-Expedition vom südlichen Südatlantik in die Nordsee

Von der Magellan-Straße in die Wesermündung: Über eine Polarstern-Expedition vom südlichen Südatlantik in die Nordsee berichtet Professor Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut und Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven sowie vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen am 18. März um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Lünzen.

Nachdem der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern im Mai 2019 seine mehrmonatige Arbeit in der Antarktis beendet hatte, musste er zurück nach Bremerhaven, um für die lange Drift durch den Winter im Nordpolarmeer ausgerüstet zu werden. Auch auf diesen Transit-Fahrten zwischen Antarktis und Bremerhaven wurden wissenschaftliche Arbeiten durchgeführt, aber die Plätze für Wissenschaftler waren nur zum Teil belegt. Daher wurden 25 Studenten aus aller Welt, die sich unter 700 Bewerbern durchgesetzt hatten, zur Ausbildung in diese Forschungsarbeiten einbezogen.

In seinem Vortrag zeigt Peter Lemke Bilder der Forschungsaktivitäten auf der Transitfahrt von den Falklandinseln nach Bremerhaven. Außerdem diskutiert er die durchgeführten Messungen zu Klimaänderungen, die auch den Atlantik massiv beeinflussen und vergleicht diese Messungen mit den beobachteten globalen Klimaänderungen. Lemke war bei elf Expeditionen mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern mit von der Partie. Davon hat er sechs Expeditionen - drei in die Arktis und drei in die Antarktis - geleitet. Über seine letzte Expeditionsteilnahme von 2. bis 29. Juni vergangenen Jahres wird er im Dorfgemeinschaftshaus in Lünzen berichten.

Lemke, Professor für Physik von Atmosphäre und Ozean an der Universität Bremen und bis zu seiner Pensionierung Ende September 2014 Leiter des Fachbereichs Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut, ist seit mehr als 30 Jahren in internationalen Gremien im Bereich der Klima- und Polarforschung vertreten. Von 1995 bis 2006 war er Mitglied und von 2000 bis 2006 Vorsitzender des „Joint Scientific Committee“, dem wissenschaftlichen Steuergremium für das „World Climate Research Programme“. Er war der erste Deutsche in dieser Position.

Für den vierten Sachstandsbericht des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), der im Jahr 2007 veröffentlicht wurde, hat er das Kapitel 4 (Observations: Snow, Ice and Frozen Ground) der Working Group 1 (The Physical Science Basis) koordiniert. Die Arbeit des IPCC wurde 2007 zusammen mit Al Gore mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Für den Fünften Sachstandsbericht der Working Group 1, der im September 2013 veröffentlicht wurde, war Lemke als sogenannter „Review-Editor“ für das Kapitel 4 und als Leitautor für die „Technical Summary“ tätig.

Von 2009 bis 2018 leitete Lemke die Klimainitiative REKLIM (Regionale Klimaänderungen) der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF), in der neun Zentren der HGF und neun Universitäten zusammenarbeiten. Von 2013 bis 2016 war er Mitglied des „Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“. An elf Polarstern-Expeditionen in die Arktis, Antarktis und über den Äquator hat Lemke teilgenommen. Sechs Expeditionen davon hat er als Fahrtleiter durchgeführt.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat Lemke 2016 als Leitautor für den sechsten Umweltlagebericht (GEO-6) berufen, der im März 2019 veröffentlicht wurde.

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