Eine Bodenschutzkalkung in der Gemarkung Meinern im Landkreis Heidekreis wird ab dem 17. August auf ausgewählten Waldflächen vorgenommen. Rund 60 Hektar Privatwald werden im Zuge dieser Maßnahme aus der Luft gekalkt. „Ziel ist es, die negativen Auswirkungen der Schadstoffeinträge in die Wälder abzumildern, die Abwehrkräfte der Waldbestände zu stärken und den Waldboden langfristig zu regenerieren“, teilt das Forstamt Nordheide-Heidmark mit. Die Maßnahme werde finanziert aus Mitteln des Landes Niedersachsen und des Bundes.
Jeder Bundesbürger verbraucht im Durchschnitt jährlich 50.000 Liter Trinkwasser. Rund 20 Prozent der Fläche Deutschlands sind als Wasserschutzgebiete ausgewiesen, wovon fast die Hälfte in Waldbereichen liegt. Dem Wald kommt bei der Produktion von Trinkwasser eine ganz besondere Rolle zu. Er verlangsamt die Sickergeschwindigkeit; die in einem gesunden Waldboden vorkommenden Pilze und Mikroorganismen sorgen, wie ein chemischer Filter, für die Aufbereitung des Wassers, indem sie Schadstoffe aufnehmen, sodass das Grundwasser ohne aufwendige und kostspieligere Maßnahmen als Trinkwasser genutzt werden kann. Durch die große Kronenoberfläche des Waldes werden die Schadstoffe wie durch einen Filter ausgekämmt. Die Nadeln und Blätter nehmen sie auf und mit dem Niederschlag gelangen sie in den Boden. In den vergangenen Jahren sind die eingetragenen Schwefel- und Stickstoffverbindungen zwar deutlich zurückgegangen, die Werte sind aber laut Forstamt Nordheide-Heidmark „immer noch zu hoch und werden im Waldboden in erheblichen Mengen gespeichert.“
Ziel der Bodenschutzkalkung ist es daher, die sauren Einträge an der Bodenoberfläche abzupuffern und so einer weiteren Bodenversauerung entgegenzuwirken. Dadurch werden weniger schädliche Stoffe ausgewaschen. Außerdem werden die natürlichen Bodenfunktionen und die Durchwurzelbarkeit der Waldböden gefördert, was zu einer Verbesserung der Ernährungssituation, der Vitalität und der Stabilität der Waldbestände führt. Um diese Ziele zu erreichen, wird der Kalk in „erdfeuchtem Zustand“ mit rund drei Tonnen je Hektar ausgebracht. Die Ausbringung erfolgt per Hubschrauber aus der Luft. Aus Sicht des Naturschutzes empfindliche Waldflächen und Waldbiotope wurden im Vorwege abgestimmt und von der Kalkung ausgespart. Ausreichende Sicherheitsabstände beispielsweise zu bebauten Gebieten und Straßen wurden schon in der Planungsphase berücksichtigt.
Die zur Kalkung vorgesehenen Waldflächen werden, sofern sie Bedeutung für die Erholungsnutzung haben, in aller Regel kurz vor Beginn der Maßnahme durch Schilder und/oder Absperrungen kenntlich gemacht und gesperrt. Während der Befliegung kann es daher zu kurzfristigen Einschränkungen der Erholungsnutzung im Wald kommen. Das Betreten der Waldflächen ist zur Sicherheit der Besucher für die Dauer der jeweiligen Befliegung nicht gestattet. Für diese Einschränkungen bitten die Verantwortlichen des Forstamtes Nordheide-Heidmark um Verständnis. Der naturbelassene Kalk ist im Übrigen nicht gesundheitsschädlich. Er führt allenfalls zu einer optischen Beeinträchtigung des Waldbildes, den die ersten Regenschauer wieder beseitigen.
Die Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 21. August abgeschlossen sein. Für weitergehende Fragen im Zusammenhang mit der Kalkungsmaßnahme steht das Forstamt Nordheide-Heidmark unter Ruf (04761) 9942190 zur Verfügung.