16jähriger richtet Softair-Waffe auf Zug und verursacht Schnellbremsung

Bundespolizeiinspektion Bremen ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr

16jähriger richtet Softair-Waffe auf Zug und verursacht Schnellbremsung

Weil ein 16jähriger gestern Nachmittag im Bereich Munster ein täuschend echt aussehendes Sturmgewehr, eine sogenannte Softair-Waffe, auf einen vorbeifahrenden Erixx-Zug richtete, leitete der Triebfahrzeugführer eine Schnellbremsung ein. Die Bundespolizeiinspektion Bremen ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Die Erixx-Bahn 83009 war am gestrigen Mittwoch, dem 8. April, gegen 14.40 Uhr auf der Fahrt von Soltau nach Uelzen. In einem Waldgebiet zwischen Munster und Brockhöfe bemerkte der 48jährige Triebfahrzeugführer „einen Mann mit gelber Jacke und schwarzem Basecap“ am Bahndamm, der mit einer Langwaffe auf die Bahn zielte. Der Unbekannte entfernte sich sofort. Es war zunächst unklar, ob die Bahn tatsächlich beschossen worden ist. Bundespolizisten stellten bei der Ankunft des Zuges in Uelzen keine Treffer fest.

Nach der Meldung des Triebfahrzeugführers hatten umfangreiche Fahndungsmaßnahmen begonnen: Streifen der Bundespolizei und der Polizeiinspektion Heidekreis waren im Einsatz, ebenso ein Bundespolizeihubschrauber. Feldjäger der Bundeswehr beteiligten sich auf dem Gelände des nahen Truppenübungsplatzes an der Suche. Wenig später entdeckte eine Polizeistreife den 16jährigen Jugendlichen am Sportplatz in Munster, auf den die Beschreibung zutraf. Er wurde von einem 26jährigen Mann begleitet.

In den Rucksäcken der beiden fanden die Beamten zwei Softair-Waffen, mit denen Plastikkugeln verschossen werden. Weil diese Gewehre leicht mit echten Kriegswaffen verwechselt werden können, ist das sichtbare Führen in der Öffentlichkeit verboten. Die Polizeibeamten fanden außerdem ein verbotenes Einhandmesser. Daher wird auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Der 16jährige und der 26jährige kommen aus Gifhorn. Sie wurden anschließend entlassen. Den Jugendlichen übergaben die Beamten an seinen Vater.

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