Aujeszkysche Krankheit

Weitere Wildschweinprobe aus dem Raum Munster positiv

Aujeszkysche Krankheit

Der Landkreis Heidekreis hat darauf hingewiesen, dass bei einer routinemäßigen Untersuchung von Wildschweinblutproben im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings bei einem Frischling aus dem Raum Munster Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veterinärinstitut des LAVES in Hannover am 21. Februar amtlich nachgewiesen wurden. Im Jahr 2019 gab es bereits Antikörpernachweise bei vier Wildschweinen, bei einem aus dem Raum Soltau und bei drei weiteren aus dem Raum Munster.

„Auch dieser Antikörperbefund zeigt, dass der Frischling Kontakt mit dem nach dem ungarischen Tierarzt Aladar Aujeszky benannten Virus hatte“, erläutert ein Heidekreis-Sprecher. „Ähnliche Befunde bei Wildschweinen wurden in der Vergangenheit bereits in angrenzenden Landkreisen, wie Uelzen und Celle, erhoben.“ Die AK ist eine weltweit verbreitete, virusbedingte und hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist. Wildschweine können sich ebenfalls infizieren. Nur Primaten und Pferdeartige gelten als resistent, der Mensch ist nicht betroffen.

„Bis 2018 wurde diese Schweineerkrankung weder bei Haus- noch bei Wildschweinen im Heidekreis nachgewiesen“, erklärt der Sprecher der Verwaltung weiter. „In den Jahren 2015 bis 2018 sind im Heidekreis insgesamt 1140 Wildschweineblutproben mit negativem Ergebnis auf AK untersucht worden. Allein im vergangenen Jahr wurden 456 Proben untersucht, wovon insgesamt vier Proben mit den Antikörpern der Aujeszkyschen Krankheit versehen waren. Im Jahr 2020 ist es der erste Befund.“

Die Feststellung der AK bei Wildschweinen ist weder anzeige- noch meldepflichtig und wird daher aus rechtlicher Sicht, im Gegensatz zur Feststellung der AK bei Hausschweinen, nicht als Tierseuchenausbruch bewertet. Dennoch stellt das Vorkommen der Erkrankung eine potentielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar. „Das Veterinäramt des Heidekreises fordert daher alle Schweinehalterinnen und Schweinehalter verstärkt auf, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten“, betont der Sprecher der Kreisverwaltung. „Jägerinnen und Jägern wird dringend empfohlen kein Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern.“

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