„Besondere Herausforderung“

Festakt im Kasino Kornett: Jürgen Stünkel nun auch offiziell neuer Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Munster

„Besondere Herausforderung“

Auf dem Schreibtisch von Regierungsdirektor Jürgen Stünkel werden in seiner Amtszeit unzählige Dokumente und Unterlagen zum Unterzeichnen landen. Und so überreichte ihm die Vizepräsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, Hedwig Hoffmann, am vergangenen Dienstag im Rahmen des Festaktes zur Amtseinführung im Kasino Kornett augenzwinkernd einen Grünstift im XXL-Format. Stünkel ist bereits seit Anfang Juni dieses Jahres neuer Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums (BwDLZ) Munster und damit Nachfolger von Kathleen Osmers-Voß. Die offizielle Amtseinführung erfolgte also mit ein wenig Verspätung. Mehr als 100 Gäste waren beim Festakt dabei, den Kantor Michael Penkuhn-Wasserthal trotz verletzten Daumens mit fliegenden Fingern auf den schwarzen und weißen Tasten musikalisch umrahmte. Dabei durfte das „Lili Marleen“-Lied natürlich nicht fehlen. Es leitete die Antrittsrede des Regierungsdirektors ein.

„Die Leitung des BundeswehrDienstleistungszentrums Munster ist die bisher größte Herausforderung in meinem beruflichen Wirken“, betonte Stünkel. Der Regierungsdirektor ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne. Er hat Jura studiert und ist seit 1992 in der Verwaltung der Bundeswehr tätig. Seine Karriere in dieser begann er als Dezernent der Wehrbereichsverwaltung Nord in Hannover, wo er zuständig für den Bereich Personal war. Von 2016 bis 2019 war Stünkel Leiter des Teams Sofortprogramm des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Kompetenzzentrum Baumanagement Hannover.

„Ein Standort ist mehr als die Summe seiner Teile“, unterstrich „der Neue“ an der Spitze der Munsteraner Bundeswehrbehörde. Auch das Dienstleistungszentrum mit seinem großen Portfolio sei kein statisches Gebilde, sondern befinde sich in einem Prozess stetigen Wandels. „In diesen Prozess werde ich mich einbringen und möchte mich für den Standort einsetzen. Ich möchte den ausgezeichneten Ruf, den das Dienstleistungszentrum unter der Leitung von Frau Osmers-Voß erworben hat, bewahren, stärken und an der stetigen Weiterentwicklung dieser Dienststelle an exponierter Stelle mitarbeiten“, betonte Stünkel. Er habe „funktionierende Strukturen“ vorgefunden und sei „überall ausnahmslos freundlich“ empfangen worden: „Mein Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter gern zur Arbeit und am Ende des Tages zufrieden nach Hause gehen.“

Das BwDLZ Munster ist eine Ortsbehörde des Organisationsbereiches Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Die Mitarbeiter betreuen und versorgen die militärischen und zivilen Dienststellen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Zu ihren vielfältigen Aufgaben zählen unter anderem die soziale Betreuung der Soldaten und zivilen Mitarbeiter - auch in Auslandseinsätzen - sowie die Verwaltung und der wirtschaftliche Betrieb von insgesamt 26 Liegenschaften in Munster, Lüneburg und zu Teilen in Faßberg. Dazu gehören rund 1.250 Gebäude mit einer Gebäudenutzfläche von 554.000 Quadratmetern, ebenso rund 3,3 Millionen Quadratmeter gärtnerische sowie 65 Millionen Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche. Insgesamt betreut das BwDLZ Munster rund 10.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter. In den räumlichen Zuständigkeitsbereich fallen die Landkreise Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Harburg (ohne Neu Wulmstorf) sowie Teile des Landkreises Celle.

Hedwig Hoffmann betonte in ihrer Rede, dass das BwDLZ Munster eines der größten der bundesweit insgesamt 43 Dienstleistungszentren sei und zudem „einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe im Heidekreis.“ So befänden sich derzeit 110 junge Menschen in der Ausbildung - vom angehenden Koch bis hin zum Mechatroniker oder Tischler in spe. Eine „besondere Herausforderung“ sei die Betreuung der Truppenübungsplätze Munster-Nord und Munster-Süd mit insgesamt rund 16.700 Hekar Fläche - gerade mit Blick auf den Natur- und Artenschutz. Auf den Truppenübungsplätzen seien nicht nur zahlreiche seltene Pflanzen zu finden. Auch bedrohte Arten hätten dort, abgeschottet von der Landwirtschaft und Düngernutzung, ein Refugium gefunden - vom Birkhuhn über den Ziegenmelker bis hin zum Wolf. Mehr als 7.500 Hektar seien als „Natura 2000“-Fläche ausgewiesen, Bundeswehr-Dienstleistungszentrum und Forstamt arbeiteten eng zusammen. „Ich bin mir sicher, dass Sie das nötige Rüstzeug mitbringen, um diese herausfordernden Aufgaben zu bewältigen“, so Hoffmann zum neuen Leiter.

Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein hob ebenfalls den hohen Stellenwert der Bundeswehr-Dienstleistungszentren hervor: „Nur weil es sie gibt, kann die Truppe ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen. Sie halten der Truppe den Rücken frei.“ Das BwDLZ in der Örtzestadt sei mit seinen mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mehr als 100 Auszubildenden „ein wichtiger Arbeitgeber für die Stadt und die Region.“ Die Bürgermeisterin überreichte dem neuen Leiter der Bundeswehrbehörde eine Munster-Chronik, damit er sich „mit der Stadt und dem Standort vertraut machen kann.“

„Das Ergebnis der Instandhaltung und Liegenschaftspflege leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufszufriedenheit der Soldatinnen und Soldaten“, betonte Oberst Dirk Waldau, stellvertetender Standortältester. Er regte zwecks „konstruktiver und lösungsorientierter Zusammenarbeit“ an, „einen kurzen Draht zum Standortältesten aufzubauen und zu nutzen - zum Wohle aller Soldatinnen und Soldaten.“ Michael Lange als Vorsitzender des örtlichen Personalrates beim BwDLZ Munster fasste sich kurz und sagte, an den neuen Leiter gerichtet: „Die Beschäftigten freuen sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen.“

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