Besuch aus Italien am Gymnasium der Örtzestadt

Schüler aus Muggio und Munster arbeiten gemeinsam weiter an Schulgarten-Projekt im Rahmen von „Erasmus+“

Besuch aus Italien am Gymnasium der Örtzestadt

Im Rahmen des „Erasmus+“-Projektes zwischen dem Gymnasium in Munster und dem Istituto comprensivo Casati in Muggio, Italien, waren Anfang April insgesamt elf Schüler einer 7. Klasse aus Muggio mit ihren drei Lehrkräften zu Besuch in der Örtzestadt. Gemeinsam mit zehn Schülern der 7. Klassen des Gymnasiums Munster legten sie an der Grundschule im Örtzetal einen Schulgarten an, für den die hiesigen AG-Mitglieder Ende Februar bereits die Beete vorbereitet hatten (HK berichtete). Ziel dieses Projektes ist der Anbau regionaler Nutzpflanzen sowie Nutzpflanzen der Mittelmeerregion der Partnerschule.

Beim jetzigen Treffen wurden unter anderem die Aussaat vorbereitet und Pflanzensamen ausgebracht, Steckbriefe zu den Pflanzenarten erstellt und deren Herkunft geklärt. Ein Teil der im Schulgarten erzeugten Färberpflanzen - wie beispielsweise Färberwaid - wurde an einem der Projekttage durch Unterstützung der deutschen und italienischen Lehrkräfte (Michele Quagliarini, Simona Tramontana, Sara Marogna, Lucy Buhr, Gertraud Grefe, Tiziana Kahnwald und Dr. Wolfgang Kruse) im Freilichtmuseum „Am Kiekeberg“ zum Färben weißer Baumwoll-T-Shirts verwendet. Weitere Pflanzenarten wurden für ein gemeinsames Kochen und Essen am Abschiedsabend verwendet.

„Es geht bei diesem Austausch nicht ausschließlich um die persönliche Begegnung, die natürlich im Vordergrund des europäischen ‚Erasmus+‘-Programms für schulische Bildung steht, sondern um Begegnung im Rahmen eines gemeinsamen Projektes, das in den Partnerschulen in den naturwissenschaftlichen Unterricht integriert ist beziehungsweise wird“, erklärt Dr. Wolfgang Kruse. „Wir merken, daß der Blickwinkel der Schülerinnen und Schüler sich verändert“, so der stellvertretende Leiter des Gymnasiums Munster weiter, „sie wollen ihr Wissen nicht mehr nur kognitiv erwerben, also auf Fachkompetenzebene, sondern handlungsorientiert, also ausgerichtet auf konkrete Handlungsergebnisse. Und das funktioniert sehr gut mit dem Schulgarten: In Eigenverantwortung Wissen und Fertigkeiten aus verschiedenen Fachdisziplinen erwerben. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihr Lernen, sie sind für ihr Beet verantwortlich.“

Zudem beschäftigen sich die Schüler aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Pflanzen. Wenn es etwa um die Kartoffel geht, wird im Fach Geschichte der historische Kontext recherchiert und die Frage beantwortet, warum und wie Friedrich der Große die Kulturpflanze eingeführt hat. In den naturwissenschaftlichen Fächern wird analysiert, wie man aus Kartoffeln Stärke gewinnt. „Auf diese Weise greifen wir die Fachzusammenhänge aus den Perspektiven unterschiedlicher Fächer auf und ermöglichen so ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, freut sich Kruse. Das Projekt solle keine „Eintagsfliege“ sein, sondern dauerhaft bleiben: „Gerade deswegen muß es in den Unterricht integriert werden, so daß auch die kommenden 7. Jahrgänge davon profitieren. Es geht also mit der Umsetzung dieses Erasmus-Projektes auch um eine weitere Verbesserung der Unterrichtsqualität, um die Beförderung von Nachhaltigkeit der Lernprozesse und damit letztlich um Schulentwicklung.“

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