Brücken über die Muno-Seen

Neueröffnung nach Instandsetzung auf dem Fische-Wanderweg

Brücken über die Muno-Seen

Nahe Munster führen jetzt neue Brücken über die Muno-Seen auf dem Fische-Wanderweg. Zu verdanken ist dies mehreren Einrichtungen und Institutionen, unter anderem auch Angehörigen der Bundeswehr, die an dem Projekt mitgearbeitet haben. Nach der Instandsetzung der Brücken gab es am gestrigen Donnerstag eine offizielle Neueröffnung: Zu der begrüßte Oberstleutnant Jörg Heimann, Leiter Truppenübungsplatz Munster, neben Beteiligten aus den Reihen der Bundeswehr auch vom Lions-Club Munster-Bispingen den Präsidenten Carsten Jacobson sowie vom Bundesforstbetrieb Lüneburger Heide Forstamtmann Joachim Hillenkötter als zuständigen Revierförster und Forstamtmann Holger Augustin als Projektbeauftragten der Bundesforst.

Von den zahlreichen Soldaten, die bei der Instandsetzung mitgeholfen haben, waren unter anderem Hauptfeldwebel Sven Schröter (Infrastrukturfeldwebel und Projektbeauftragter der Kommandantur), Leutnant Martin Zwerschke und Mitglieder des Bautrupps bei der feierlichen Einweihung der Brücken vor Ort. Ebenfalls dabei: Einsatzkräfte der Bundeswehr-Feuerwehr, die die Pfähle eingespült hatten, und vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Torben Sonnemann, der sich um den Holztransport gekümmert hat.

Ihr Engagement und das aller anderen fleißigen Helfern würdigte Heimann in seiner Rede - denn gerade den „Machern“ sei besonders viel zu verdanken, so der Oberstleutnant: „Was braucht es zum Gelingen eines Infrastrukturprojekts? Ob in der Bundeswehr oder sonst wo, meiner Meinung nach sind grundsätzlich drei Faktoren erforderlich: 1. Die Wegbereiter, 2. glückliche Umstände und 3. die Macher.“

Bevor die aktiv werden konnten, ist viel passiert, wie der Truppenübungsplatzleiter in seiner Rückschau in die Historie des Wanderweges und der Brücken aufzeigte: „Im Jahr 1980 schloss die Stadt Munster mit dem Bundesministerium der Verteidigung einen Vertrag über die zivile Mitbenutzung von Straßen, Wegen und Flächen auf den hiesigen Truppenübungsplätzen. Die Vertragsparteien klärten unter anderem die jeweiligen Verantwortlichkeiten, etwa für die Pflege oder Verkehrssicherung und so wurde auch dieser Wanderweg für die Bürger Munsters und ihre Gäste offiziell nutzbar.“ Das änderte sich 2000: Durch die direkt angrenzenden Militärflächen musste aus Sicherheitsgründen der Rundgang um die Muno-Seen beschnitten werden. „Muno bedeutet übrigens ‚Munster-Nord‘ und hat nichts mit ‚Munition‘ zu tun, was manchmal vermutet wird“, klärt Heimann. „Die veränderte Wegeführung, nicht um, sondern über die Muno-Seen, machte den Bau dieser Brücken erforderlich. Die Federführung und Durchführung lag seinerzeit beim Bundesforstbetrieb und der THW-Jugend Uelzen. Heute, besser gesagt Ende 2021, nach 20 Jahren war die Abnutzung der Brücken soweit fortgeschritten, dass eine gefahrloses Betreten nicht mehr sichergestellt war.“

Ein ersatzloser Abriss hätte den Wanderweg nochmals verkürzt und unattraktiv gemacht - da ist sich der Oberstleutnant sicher: „Jeder, der in Munster wohnt oder gewohnt hat, so wie ich selbst über viele Jahre, der weiß, wie wichtig jede Möglichkeit der Freizeitgestaltung und Erholung im nahen Umfeld der Stadt ist, welche doch so sehr vom Gelände der beiden Truppenübungsplätze eingegrenzt wird. Als Verantwortlicher für eben diese Truppenübungsplätze und als ehemaliger Bürger Munsters war und ist es mir eine moralische Verpflichtung, diesen Wanderweg in der bisherigen Form zu erhalten.“

Nach Prüfung der vertraglichen, baurechtlichen sowie weiterer Grundlagen sei klar geworden, dass das Projekt nur gemeinsam mit anderen gelingen könne: „So richtete ich Anfang 2022 eine Unterstützungsanfrage an den Bürgermeister der Stadt Munster, den Leiter des Bundesforstbetriebes Lüneburger Heide und an den Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Munster. Meine Absicht war es, dass jeder im Rahmen seines Entscheidungsspielraums zum Gelingen des Projekts beiträgt. Später traten diesem Kreis noch der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Bergen und der Leiter der Bundeswehrfeuerwache Munster, also der TrÜbPl-Feuerwehr bei“, freut sich Heimann, dass das Vorhaben so viele Unterstützer fand.

Besondere Umstände bescherten ihnen dann schnellen Fortschritt: „Die Sturmschäden im Februar dieses Jahres haben dem Bundesforstbetrieb leider eine sehr große Menge Bruchholz beschert, welches schnell verarbeitet werden musste. Es mag ein wenig makaber klingen, aber für dieses Projekt war das ein glücklicher Umstand.“ Der Lions-Club Munster-Bispingen habe dann mit einer nicht unerheblichen Finanzierung für die erforderlichen Eisenwaren gesorgt, mit denen das Holz habe verschraubt und vernagelt werden können. Da seien „die Macher“ ins Spiel gekommen, lobt Heimann: „Leutnant Zwerschke, sie und ihre Kameraden vom Spezialpionierregiment 164 aus Husum haben das hier letztendlich geschaffen.“ Alle Fäden zusammengelaufen seien schließlich beim Projektverantwortlichen, Infrastrukturfeldwebel Sven Schröter, der nicht nur das Aufmaß und die Zeichnung erstellt, sondern auch alle Arbeitsschritte koordiniert und begleitet habe, würdigt der Truppenübungsplatzleiter ebenso diesen Part. „Es freut mich ungemein, dass alle an einem Strang gezogen haben und dass alle zur Lösung beigesteuert haben.“

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