Bürgermeisterwahl: Dirk Sobczak wirft seinen Hut in den Ring

Aus Zwei- wird Dreikampf: 54-jähriger Verwaltungsfachangestellter geht in Munster ins Rennen

Bürgermeisterwahl: Dirk Sobczak wirft seinen Hut in den Ring

In seiner Freizeit fährt er leidenschaftlich gern mit seiner Enduro des Typs XL 500 R, Baujahr 1985, durch die Gegend. Nun gibt Dirk Sobczak auch auf einem völlig anderen Terrain Gas. Der 54-jährige Munsteraner will nämlich bei der Wahl am 12. September dieses Jahres Bürgermeister werden. Er wirft in der Örtzestadt seinen Hut in den Ring und tritt gegen Amtsinhaberin Christina Fleckenstein (SPD) und damit seine Chefin sowie gegen den CDU-Kandidaten Ulf-Marcus Grube an. Aus dem Zwei- ist nun also ein Dreikampf geworden. 160 Unterstützungsunterschriften musste Sobczak zusammenbekommen, um als Kandidat antreten zu dürfen. Die hatte der Verwaltungsfachangestellte schnell zusammen. Nach rund 14-tägiger Sammlung gab er am vergangenen Dienstag 232 Unterschriften im Rathaus ab. „Vorläufig, weil noch einige ausstehen“, betont der Örtzestädter, der als parteiloser Kandidat ins Rennen gehen wird.

„Ich bin Anfang des Jahres von mehreren Seiten angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, zu kandidieren“, berichtet der Munsteraner. Nach Rücksprache mit seiner Ehefrau Carolin und seinen Kindern fasste er den Entschluss, sich tatsächlich um das Amt zu bewerben. „Meine Familie unterstützt das Ganze. Sie steht voll und ganz dahinter“, unterstreicht der Örtzestädter. „Ich sehe das für mich als große Herausforderung, aber vonseiten der Bürger habe ich bisher fast nur Positives gehört. Natürlich ist es schwierig, als Parteiloser anzutreten, ohne eine Fraktion als Verstärkung im Rücken zu haben - und das alles auf eigene Kosten. Aber das zeigt, dass ich es ernst meine“, sagt Sobczak. Er sieht sich mit seinen Qualifikationen und seinen im Beruf gesammelten Erfahrungen gut gerüstet. Geboren wurde Sobczak 1966 in Gelsenkirchen. Er war elf Jahre alt, als Munster zu seiner neuen Heimat wurde, in der er sich nach wie vor wohlfühlt. Ins Berufsleben startete er im Jahr 1985 im Kaufhaus Marquardt mit der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, die er 1988 bei der Firma Sport Scherff in Visselhövede erfolgreich abschloss. Im Anschluss absolvierte er seinen Wehrdienst und war als Soldat auf Zeit zwölf Jahre in der Versorgung und Verwaltung sowie im Bereich Organisation und Planung tätig. Da er fast ausschließlich in Stabs- und Verwaltungsverwendungen eingesetzt war, lag der weitere berufliche Werdegang für ihn auf der Hand. Er quittierte seinen aktiven Dienst als Oberfeldwebel und stellte sich mit der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten einer neuen Herausforderung. Diese Ausbildung absolvierte er von 1998 bis 2001 in der Gemeinde Winsen (Aller) und beendete sie mit dem entsprechenden Abschluss. „Während meiner Ausbildung hatte ich Einblick in alle Bereiche der Gemeindeverwaltung und lernte dort auch andere Verwaltungsstrukturen kennen“, so Sobczak. Mitte Juni 2001 wechselte er schließlich zur Stadt Munster. „Im Bürgerbüro und in der Kfz-Zulassung hatte ich Kontakt mit fast allen Menschen dieser Stadt“, so der 54-Jährige. Im März 2016 wechselte er in die Personalabteilung. Seitdem gehören zusätzlich zu Sachbearbeitungen unter anderem die Protokollführung bei den Ratssitzungen sowie die Koordination und Organisation in vielen Bereichen zu seinen Aufgaben.

Durch die Teilnahme an den Sitzungen sowie seine Vor- und Nachbereitungen erhielt Sobczak Einblicke in die Arbeit der Verwaltungsführung sowie des Rates und seiner Gremien. „Ich wollte seit einigen Jahren in Munster politisch tätig werden, habe es aber aufgrund meiner Tätigkeit unterlassen, um neutral zu bleiben“, erklärt er. Letztlich hätten ihn aber gerade die Blicke hinter die Kulissen dazu bewogen, sich nun um das Bürgermeisteramt zu bewerben. An seinem Wahlprogramm arbeitet er noch, nennt aber schon mal einige Schwerpunkte. So zum Beispiel die Bereiche Kinder, Jugend und Familie. „In Munster gibt es kaum etwas für Jugendliche, wo sie unter sich sein können“, so der Kandidat. Weiterhin sieht er Verbesserungsbedarf in Sachen Innenstadtentwicklung und möchte den Kurz- und Kleintourismus in der Örtzestadt ankurbeln. „Die Stadt muss für Kurzurlauber und Tagesgäste attraktiver werden - und da habe ich auch schon einige Ideen“, so Sobczak. Auch die Ortschaften seien ihm wichtig. Wahlversprechen wolle er indes nicht geben, „da von der Politik entschieden wird, was gemacht werden kann - und was nicht. Trotzdem werde ich mich stark für meine Ziele einsetzen“, so der Familienvater.

Er ist seit mehr als zehn Jahren in zweiter Ehe mit seiner Frau Carolin verheiratet, mit der er die neunjährige Tochter Leni hat. Aus erster Ehe stammen der 23-jährige Tim und dessen 21-jährige Schwester Lea. Als Hobbys nennt Sobczak „Familie, Haus und Garten“ sowie Rad- und Motorradfahren. „Wir sind viel mit den Rädern in der Umgebung unterwegs und nehmen sie gern mit in unsere Kurzurlaube“, berichtet Sobczak. Soziales Engagement und ehrenamtliche Tätigkeiten lägen ihm ebenfalls am Herzen. „So helfen wir zum Beispiel gern beim Weinfest oder beim Tag der DLRG“. Soweit möglich besuchen das DLRG-Mitglied und seine Frau Veranstaltungen der Stadt sowie der Vereine: „Wenn wir nicht selbst aktiv dabei sind, versuchen wir diese zumindest auch wetterunabhängig zu besuchen, um die Initiatoren zu unterstützen und zum Weitermachen zu animieren.“ Aktiv ist Sobczak auch in der Bürgergilde, deren Kanonenzug er angehört. Bis zu einer Verletzung bei einem Unfall spielte er Badminton beim SV Trauen/Oerrel und war dort zehn Jahre Spartenleiter.

Seit vergangenem Sonntag ist die Internetseite des Kandidaten online (www.dirk-sobczak.de). Sobczak: „Der Wahlkampf geht jetzt los.“

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