CDU-Stadtverband: Friese folgt auf Brysch

Vorstandswahl in Munster - „Es war nicht nur ein Ehrenamt, es war mir eine Ehre“

CDU-Stadtverband: Friese folgt auf Brysch

Einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte der Jahreshauptversammlung der CDU Munster war sicherlich die Vorstandswahl: Aus familiären Gründen stand Frank Brysch, vor vier Jahren als Vorsitzender gewählt, nicht erneut zur Verfügung - somit mussten sich die Christdemokraten für einen neuen Vorsitzenden entscheiden. Als einziger Kandidat trat einer der beiden bisherigen Stellvertreter, Felix Friese, an, der mit großer Mehrheit gewählt wurde und auf den nun unter anderem die Vorbereitung des „Superwahljahres 2021“ zukommt.

„Vielen Dank für vier tolle Jahre“, verabschiedete sich Brysch von den Christdemokraten der Örtzestadt. Privat und beruflich zieht es ihn in die Landeshauptstadt Hannover. Bereits zur Begrüßung hatte er angekündigt, dass es für ihn „ein emotionaler Abend“ sei. Brysch dankte seinen Vorstandskollegen, von denen einige ebenfalls nicht erneut antreten würden. Er selbst habe sein Amt gern ausgeübt: „Es war nicht nur ein Ehrenamt, es war mir eine Ehre.“ Vertreter des Stadtverbandes wiederum dankten ihm für seine Arbeit und überreichten ein kulinarisches Geschenk.

Da er selbst nicht kandidierte, fungierte Brysch als Leiter der Vorstandswahlen, die mit dem ersten Vorsitzenden begannen. Friese, als einziger Kandidat, stellte sich kurz vor: 1986 in Brandenburg geboren, war er 2012 als Soldat nach Munster gekommen, von Brysch für die CDU geworben worden und 2013 in die Partei eingetreten. Der verheiratete Vater von zwei Kindern hat mit seiner Familie 2017 ein Haus in Munster gekauft.

Als inhaltliche Schwerpunkte, die für ihn auf der Agenda stehen, nannte Friese die Themen Straßenausbaubeiträge, die Mühlenteich-Sanierung und deren Kosten, das Panzermuseum, das „kein Millionengrab“ werden dürfe, sondern „Anziehungspunkt für Millionen“ sein solle, sowie die Feuerwehr mit den benötigten Fahrzeugen und erforderlichen Gebäude. Die Unterstützung der Vereine, die vollständige Finanzierung der Sanierung des Dethlinger Teiches, die Kindertagesstätten und die Grundschulsituation benannte Friese ebenfalls als Themen. Bei der geheimen Abstimmung entfielen auf den Kandidaten dann von 47 gültigen Stimmen 43 Ja-Stimmen bei zweimal „Nein“ und zwei Enthaltungen. Als Stellvertreter gewählt wurden Sarah Kauffeld und Jens-Oliver Kaiser. Schatzmeisterin bleibt Gabriele Mazarin, Schriftführer Rolf Wiesemann. Als Mitgliederbeauftragte fungiert Martina Rode.

Neben den Wahlen bestimmten Ehrungen die Mitgliederversammlung des Stadtverbandes, allerdings waren nicht alle der Jubilare bei der Sitzung anwesend und konnten ihre Urkunden und Präsente an diesem Abend nicht entgegennehmen. Seit 25 oder sogar 30 Jahren Mitglied bei der CDU sind: Rosemarie Verchau, Kenneth Nightingale, Margarete Breuer, Hans-Konrad Gugel, Ulf Thiele und Hermann Vogelfänger. Bereits 40 Jahre Christdemokratin ist Rosel Handtke. Für 50 Jahre ausgezeichnet wurden Dr. Ludwig Schänzler und Alfred Schröder und sogar seit 60 Jahren CDU-Mitglied sind Dietrich Breuer und Otto Hechinger. Diese Ehrungen, betonte der Kreisvorsitzende Gerd Engel, werden auch noch ein weiteres Mal offiziell im Rahmen des CDU-Kreisparteitages am 28. März erfolgen.

Der scheidende Vorsitzende Brysch hatte in seinem letzten Bericht an den Stadtverband nicht nur die zahlreichen Aktivitäten, auch der verschiedenen Vereinigungen, im vergangenen Jahr aufgeführt, er war auch auf die Europawahl eingegangen, bei der die für den Bereich Nordost Niedersachsen angetretene Kandidatin Lena Düpont aus Gifhorn tatsächlich den Sprung ins EU-Parlament geschafft habe.

Die aktuellen Entwicklungen in Thüringen ließ Brysch ebenfalls nicht unerwähnt, betonte aber, es sei seine private Meinung. Zwar gebe es den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten, der eine Zusammenarbeit in welcher Weise auch immer sowohl mit den Linken als auch der AfD verhindere. Andererseits fehlten ihm für das Verhalten der CDU in Thüringen die Worte: „Die Thüringer AfD ist die AfD von Björn Höcke“ - und eine Zusammenarbeit „auf keiner Ebene“ möglich.

Aus dem Landtag in Hannover berichtete der CDU-Abgeordnete aus Schneverdingen, Dr. Karl-Ludwig von Danwitz. Er sprach von einer „sehr guten Zusammenarbeit“ der Koalition. Insbesondere funktioniere die Zusammenarbeit von Landwirtschafts- und Umweltministerium im Land hinsichtlich des Themas Nitratbelastung „ganz gut“, auf Bundesebene gebe es mehr Probleme. Er lobte zudem, dass es nach dem neuen Bundesnaturschutzgesetz nun möglich sei, verhaltensauffällige Wölfe in enger Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde zu schießen. Als große Themen auf Landesebene nannte von Danwitz zudem den Fachkräftemangel, die Lehrerversorgung, Schulsozialarbeit, Mobilfunk und vor allem auch Tiefengeothermie, wo es seiner Meinung nach schneller vorwärts gehen müsse.

Ein Grußwort sprach der Kreisverbandsvorsitzende, der Munsteraner Gerd Engel. Ihn brachte vor allem der Umgang mit ehrenamtlich engagierten Bürgern, wie etwa Kommunalpolitikern, auf. Dass diese bedroht würden, sei „ein Unding, eine Frechheit, eine bodenlose Schweinerei“; Engel wies auf eine geplante Veranstaltung zu diesem Thema hin. Zudem lud er zum Kreisparteitag in Kirchboitzen ein, bei dem der Vorstand komplett neu gewählt werden müsse.

Aus der Fraktion im Munsteraner Stadtrat schließlich berichtete deren Vorsitzender Stefan Sorge. Die Grundschulsituation mit der immer noch fehlenden Ganztagsbeschulung, die Stadtwerke mit der Abwasserproblematik nannte Sorge hier als Schwerpunkte, aber auch das Munsteraner Tiefengeothermieprojekt. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann zeige „wenig Begeisterung“ für das Thema, monierte Sorge, Wissenschaftsminister Björn Thümler hingegen sei „sehr gut informiert“. Das Geothermievorhaben sei 2013 „für gut befunden“ worden, jetzt sei es Zeit „dass man das Baby endlich auf die Welt bringt“. Das geplante Projekt nannte er „einen Leuchtturm, der wirklich leuchtet“, der „wichtig ist für diese Kommune“.

Zur Straßenausbaubeitragssatzung, die derzeit wieder in der Diskussion sei, und der aktuellen Bürgerinitiative sah er die Verwaltung in der Pflicht, den Bürgern alle Alternativen mit ihren Auswirkungen detailliert darzustellen. Letztendlich sei jedes Modell „nie gerecht“, einen „goldenen Weg“ gebe es nicht.

In Sachen Amerikalinie mahnte Sorge an, dass die Forderungen der Kommunen gemeinsam zu Papier gebracht werden müssten. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es andere tun.“ Die Deutsche Bahn allein weiche vom bereits gefundenen Kompromiss ab und es sei „ein Trugschluss“, zu erwarten, dass die Bahn „alles regelt“. Die Munsteraner Hauptverkehrsadern jedenfalls dürften durch das Bahnvorhaben nicht gekappt werden, und ob es am Ende als Lösung „eine Brücke oder eine Unterführung wird, ist mir egal“.

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