Digitalisierte Halle ist „ganz großes Tennis“

Tennisclub Munster macht auch Matches um Mitternacht möglich

Digitalisierte Halle ist „ganz großes Tennis“

Mitte der 1980er, in einer Ära, in der Steffi Graf und Boris Becker als die deutschen Superstars den Sport prägten und im Rampenlicht standen, wurde die Tennishalle in Munster gebaut. Während sich Steffi Graf schon lange aus dem Medienrummel zurückgezogen hat und Boris Becker heute für ganz andere Schlagzeilen sorgt, gibt es von der Sportstätte der Örtzestadt Neues rund um das noch immer beliebte Ballspiel zu berichten: Nach einem technischen „Update“ ist die nun digitalisierte Halle nämlich selbst „ganz großes Tennis“. Wer Lust auf ein Match um Mitternacht hat, kann beim Tennisclub Munster (TCM) jetzt auch zu nachtschlafender Zeit den Schläger schwingen. Möglich macht dies ein Online-Buchungssystem, gekoppelt an eine automatisierte Steuerung für Türöffnung, Licht und Heizung. Was es mit der Modernisierung der Halle auf sich hat, das erklären 1. Vorsitzender Henry Elvert und Schatzmeister Torben Sonne-mann. Beide berichten beim Gespräch in der vergangenen Woche aber auch noch von weiteren Entwicklungen des Vereins.

In der Pandemie lag lange Zeit vieles brach, nicht zuletzt haben auch der Vereinssport und die Gastronomie vielerorts sehr gelitten. In Munster kam der Tennisclub noch relativ gut durch die Coronazeit: „Wir konnten im vergangenen Jahr den Spielbetrieb aufrecht erhalten“, erklärt Elvert, „aber wir haben mittlerweile keine Gastronomie mehr.“ Deren Team habe zuvor nicht nur die Gäste versorgt, sondern sei von morgens bis abends auch für die Spieler vor Ort gewesen. Der Club musste sich also etwas einfallen lassen, damit Besucher nicht vor verschlossenen Türen stehen.

„Wir mussten handeln“, erinnert sich der Vorsitzende. Helge Christiansen habe als 2. Vorsitzender damals die Digitalisierung der Halle in die Hand genommen, loben Elvert und Sonnemann dessen Engagement: „Helge Christiansen war die treibende Kraft hinter dem Projekt.“ Der zweite Vorsitzende, schon einige Jahre im Amt, entwickelte zusammen mit dem noch recht frischen Vorstand Elvert und Sonnemann das Konzept für die Halle. „Die Zusammenarbeit lief gut“, freuen sich der 1. Vorsitzende und der Schatzmeister.

Insgesamt rund 11.000 Euro seien in die Modernisierung der Halle geflossen, so Elvert, „Volksbank und Kreissparkasse haben uns mit einigen Zuschüssen unterstützt.“ Seit Ende September läuft nun das automatisierte Buchungssystem: Über die Internetseite des Clubs (www.tc-munster.de) gelangen Nutzer auf die Plattform „E-Tennis“, über die ein Belegungsplan einsehbar ist und sich Buchungen mit Lastschriftverfahren ausführen lassen. Anschließend wird ein Zugangscode übermittelt, der am Eingang eingetippt werden muss. Die Zahlen öffnen nicht nur die Tür, sondern schalten auch Licht und Heizung an - und zwar nur auf dem gebuchten Feld. Natürlich sind auch Umkleide und WC zugänglich, und am Kühlschrank können sich Spieler mit Getränken versorgen - „mit Bezahlung auf Vertrauensbasis“, so Elvert.

Der Club vertraue laut Vorsitzendem zudem darauf, dass Spieler auf passendes Schuhwerk achten: „Nur profillose, helle Sohlen sind erlaubt.“ Die treffen auf einen gelenkschonendem Schwingboden mit Teppichbelag. „Auf dem spielt es sich sehr angenehm“, schwärmt Elvert. Das wissen die knapp 140 Mitglieder bereits, doch auch immer mehr neue Interessierte, für die die Plätze ebenfalls offen stehen, lernen die Halle zu schätzen. „Es registrieren sich jede Woche neue Nutzer über E-Tennis“, freut sich der Schatzmeister. Diese kommen nicht nur aus Munster, sondern auch aus umliegenden Städten und Gemeinden. „Eine solche Halle gibt es im ganzen Kreis sonst nicht - ein Aushängeschild für den Sport in Munster“, so der Vorsitzende.

Gespielt werden kann beim TCM aber nicht nur „indoor“, sondern auch auf den sechs Außenplätzen: „Deren Belag wird gerade für die Saison vorbereitet“, erläutert Elvert. Nach der Auffrischung des Bodens lassen die acht Herrenteams im Punktspielbetrieb wieder die Bälle fliegen, aber auch Tennisbegeisterte, die nicht um Punkte kämpfen wollen, sind willkommen - und zwar Spielerinnen und Spieler jedes Alters.

Apropos Alter - dazu fällt Elvert und Sonnemann noch etwas ein: „Der Tennisclub Munster besteht seit 1948, feiert nächstes Jahr also 75. Geburtstag.“ Der Vorstand hofft, dass auch kommende Generationen hier den Spaß am Sport entdecken: „Wir möchten gern den Nachwuchs fördern - und suchen dafür übrigens noch neue Jugendtrainer.“

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