Mit einer Rekordteilnehmerzahl von 47 Sportlerinnen und Sportlern aus neun Vereinen waren die offenen Norddeutschen Meisterschaften im klassischen Fünfkampf am vergangenen Wochenende in Munster so gut besucht wie noch nie. Die weiteste Anreise hatten dabei zwei Teilnehmer aus Dresden. Der Niedersächsische Turner-Bund richtete diesen Mehrkampf, der aus Schießen, Schwimmen, Laufen, Kugelstoßen und Fechten besteht, in Kooperation mit dem Fechtverband Niedersachsen aus.
Die Eintracht Munster wurde bei der diesjährigen Ausrichtung tatkräftig durch die Schützengilde Breloh, der DLRG-Ortsgruppe Munster und das Team vom Allwetterbad unterstützt. Zahlreiche Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Wettkampfverlauf. Munster konnte sich so wieder einmal als Stadt des Sports präsentieren.
Mit elf Startern war der Gastgeber extrem stark vertreten und erkämpfte sich dreimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze. Für einige Starter war es zudem der erste Wettkampf überhaupt.
Lotta Pioch (U11) absolvierte die Schwimmdisziplin über 50 Meter mit Freistil in 43,20 Sekunden. Insgesamt erkämpfte sie sich 32,26 Punkte und belegte damit den 1. Platz.
Auf 80 Ringe kam Amira Kammoun (U15) beim Schießen mit dem Luftgewehr. In allen Disziplinen sammelte die junge Örtzestädterin insgesamt 30,74 Punkte und sicherte sich somit ebenfalls den 1. Platz.
Bei den Senioren gingen Uta Larissa Terlutter und Eileen Pioch an den Start. Terlutter kam beim Kugelstoßen mit der 4-Kilogramm-Kugel auf eine gute Weite von 6,82 m. Insgesamt holte sie 35,93 Punkte und belegte in einem starken Teilnehmerfeld den 3. Platz. Pioch war im Sprint über 100 Meter nicht zu schlagen. Mit 16,00 Sekunden war sie die Schnellste. 33,90 Punkte bedeuteten am Ende den guten 5. Platz.
Mit 94 von 100 Ringen erzielte Gabriele Mazarin (V50) das beste Schießergebnis der Damen und errang stolze 15,04 Punkte. In den folgenden Disziplinen kamen zahlreiche weitere Punkte hinzu. Mit 29,84 Punkten erkämpfte sich Mazarin den 3. Platz.
Titus Brüning und Hugo Schmid (beide Jg. 2018, U9) waren die jüngsten Teilnehmer und machten ihre Sache richtig gut. Für das Schlagballwerfen (80g) wurde mit dem Kunstrasenplatz im Sportpark Osterberg eine ungewöhnliche Fläche ausgewählt. Trotzdem brachte es Brüning mit 15,10 m auf eine stolze Weite. Mit 22,93 Punkten wurde er souverän Norddeutscher Meister. Schmid zeigte beim Schwimmen über 50m Brust mit 1:47,77 Minuten eine gute Leistung. Beim Fechten am späten Nachmittag konnte er dann nicht mehr so gut konditionell mithalten. Mit 9,82 Punkten war er über seinen 2. Platz aber trotzdem glücklich.
Trotz familiärer Verhältnisse versuchten Stephan Brüning und Kai-Uwe Hickl (beide V40) alles, um den Gegner mit kleinen „Spielchen“ zu verunsichern. Mit fünf Siegen in sieben Gefechten konnte Brüning mit dem Degen viele wertvolle Punkte sammeln. Er errang 38,84 Punkte und belegte den guten 2. Platz. Hickl konnte als Veranstalter aus zeitlichen Gründen nur an drei Disziplinen teilnehmen. Beim Sprint über 75 Meter war er nach 13,47 Sekunden im Ziel. Mit 19,14 Punkten belegte er den 4. Platz. Das schreit bei nächster Gelegenheit nach einer Revanche.
Zum ersten Mal war Frank Winter (V50) als Landesfachwart Mehrkampf auch selbst am Start. Als Vorsitzender einen Schützenvereins war der Druck beim Schießen natürlich besonders hoch. Es reichte aber nur zu 97 von 100 Ringen. Mit 30,58 Punkten reichte es am Ende eines langen Wettkampftages nur für den 5. Platz. In der gleichen Altersklasse konnte Dirk Terlutter verletzungsbedingt nicht die volle Leistung bringen. Mit 10,08 Punkten belegte er den 6. Platz.
Vom befreundeten Fechtclub Soltau nahmen drei Teilnehmer teil und glänzten mit zwei Meistertiteln und einem 3. Platz. In der U13 wollte es Beeke Tempel wissen. Mit 91 Ringen beim Lichtpunktschießen startete sie sehr stark in den Wettkampf. Beim Degenfechten auf drei Treffer in zwei Minuten konnte sie sechs Gefechte gewinnen und 21 Treffer setzen. Mit 36,52 Punkten wurde sie Dritte und verfehlte den 2. Platz nur hauchdünn.
Gerko Tempel (U11) ließ seinen Gegnern nicht die kleinste Chance. Mit 43,33 Punkten wurde er überlegen Norddeutscher Meister. Für die 50 Meter Brustschwimmen benötigte er 1:04,63 Minuten. Auch im Fechten war er überlegen. Er konnte alle Duelle gewinnen und sicherte sich die höchstmögliche Punktzahl von 16,00 in dieser Disziplin.
In einem starken Teilnehmerfeld musste sich Gerrit Tempel (U15) beweisen. Einen Bestwert lieferte er beim Kugelstoßen (4 kg). Nach 7,52 Metern war er ein Topfavorit auf den Titel. Als einer der wenigen Starter entschied sich Gerrit Tempel für die Mittelstrecke über 1.000 Meter. Diese absolvierte er in 3:49,00 Minuten. Mit 49,68 Punkten erreichte er eine der höchsten Punktzahlen überhaupt an diesem Wettkampftag. Der Meistertitel war daher mehr als verdient.
Die nächsten Norddeutschen Meisterschaften werden im kommenden Jahr in Braunschweig und 2028 voraussichtlich in Hameln ausgerichtet.