DRK-Helfer brauchen Hilfe

Keine Einsätze der Bereitschaft möglich / Spenden für Beatmungsgerät

DRK-Helfer brauchen Hilfe

„Die Teams sind frustriert“, weiß Dr. Alexander Zörner, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Munster. Denn: „Die ehrenamtliche Bereitschaft unseres Ortsvereins kann momentan keine Rettungsdienst-Einsätze übernehmen, wenn zum Beispiel der hauptamtliche Rettungsdienst wegen anderer Einsätze nicht zur Verfügung steht. Im Fall der Fälle muss dann ein Rettungswagen aus größerer Entfernung nach Munster fahren. Das dauert länger, und im Notfall zählt jede Sekunde!“ Grund hierfür ist ein fehlendes Beatmungsgerät. Das aber kostet rund 16.000 Euro. Der DRK-Ortsverein bittet daher jetzt um Spenden, damit das benötigte Gerät angeschafft werden kann und die Teams der ehrenamtlichen Bereitschaft wieder einsatzbereit sind.

Die ehrenamtliche Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Munster übernimmt die sogenannte „Spitzenabdeckung“: Ist der hauptamtliche Rettungsdienst unterwegs - nachts etwa steht in Munster nur ein Team zur Verfügung -, springen die ehrenamtlichen Fachkräfte des Ortsvereins ein. Ansonsten müsse sich ein Rettungswagen aus größerer Entfernung auf den Weg nach Munster machen, so Zörner. „Das kann zum Beispiel aus Hützel, Soltau, Wietzendorf, Schneverdingen oder auch aus einem angrenzenden Landkreis wie Celle oder Uelzen sein.“ Dies koste wertvolle Zeit: „In Notsituationen ist jede Sekunde wichtig“, betont der Munsteraner.

Aber: Vor mehreren Monaten habe der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Heidekreis festgelegt, dass sich ein spezielles Beatmungsgerät an Bord jedes Rettungswagens befinden müsse. „Natürlich haben wir ein Beatmunsgerät, aber nicht mit den festgelegten Zusatzmodulen“, erläutert Zörner. Eine gleiche Ausstattung aller Rettungswagen im Einsatz sei selbstverständlich sinnvoll, damit jeder Patient gleich gut versorgt werden kann - egal in welchem Fahrzeug. Für die Teams des DRK-Ortsvereins Munster, die die ehrenamtliche Bereitschaft stellen, bedeute dies aber: Derzeit dürfen sie keine Einsätze übernehmen. Betroffen seien davon auch andere DRK-Ortsvereine, die aber eigene Lösungsmöglichkeiten suchten.

Die Rot-Kreuzler aus Munster haben sich bemüht, Mittel für die Anschaffung des entsprechenden Gerätes - das „Weinmann Medumat Standard2 auf Life-Base 3 NG mit Zusatzmodulen“ - zu erhalten. Jedoch vergebens: „Alle Ortsvereine mit Bereitschaften im Heidekreis müssen die Anschaffung eigenständig bewältigen - wenn der Ortsverein die Spitzenabdeckung lokal sicherstellen möchte. Der DRK-Kreisverband Soltau, der den hauptamtlichen Rettungsdienst gewährleistet, hat für das neue Beatmungsgerät keine Mittel zur Verfügung“, musste Zörner erfahren. Der Hintergrund: „Es ist keine Pflicht, dass die ehrenamtlichen Bereitschaften der einzelnen Ortsvereine die Spitzenabdeckung gewährleisten. Deswegen gibt es auch keine Mittel vom Kreisverband dafür. Gerade in Munster ist erfahrungsgemäß wegen der langen Strecken jedoch eine zusätzliche ,Rettungsdienst-Reserve‘ durch die Bereitschaft wichtig und sinnvoll!“

Da der DRK-Kreisverband Soltau als Betreiber des hauptamtlichen Rettungsdienstes gemeinnützig sei, dürfen Gewinne nicht erwirtschaftet werden. „Der Vertrag mit dem Heidekreis beinhaltet die Vorhaltung des hauptamtlichen Rettungsdienstes inklusive aller dafür benötigten Fahrzeuge und Geräte. Die erbrachten Leistungen werden über die Krankenkassen abgerechnet. Die Spitzenabdeckung ist eine unverbindliche, freiwillige Zusatzleistung der ehrenamtlichen Bereitschaften, für die es keine weiteren Mittel zur Beschaffung des Gerätes gibt.“

Auch mit Vertretern aller politischen Fraktionen und Amtsträgern auf lokaler Ebene habe der Ortsverein gesprochen, doch es sei deutlich geworden: „Eine Bereitstellung finanzieller Mittel ist nicht zu erwarten.“

Daher bittet der DRK Ortsverein Munster nun öffentlich um Spenden, um schnellstmöglichst das Geld für die Anschaffung des Gerätes zusammenzubekommen, damit die Teams des ehrenamtlichen Bereitschaftsdienstes wieder starten können. Der Ortsverein könne „auf eine große Zahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zurückgreifen“, betont Zörner. „Diese sind vor Ort verwurzelt, leisten in ihrer Freizeit Sanitätsdienste, bilden sich stets fort und sind daher überhaupt nur in der Lage, die Spitzenabdeckung fachlich leisten zu können.“ Andere Anbieter hätten diese unschätzbar wertvolle „Basis“ vor Ort nicht. Und: „Die zahlreichen Sanitätsdienste der Bereitschaft stellen die Durchführbarkeit vieler größere Veranstaltung in Munster überhaupt erst sicher.“

In den Jahren 2015 bis 2017 habe die Bereitschaft im Schnitt 64 Einsätze im Rahmen der Spitzenabdeckung übernommen. „Ab 2018 wurden die Anforderungen an die Ausstattung angepasst, noch nicht endgültig definierte Regelungen führten dazu, dass 2018 und 2019 jeweils noch 17 Einsätze geleistet wurden.“ Jetzt könne keine Alarmierung mehr durch die Leitstelle erfolgen - bis die geforderte Ausstattung sichergestellt sei.

Wer den Helfern helfen möchte, kann sich näher informieren beim DRK Munster, telefonisch mittwochs von 15 bis 17 Uhr unter (05192) 981440, rund um die Uhr per E-Mail an info@drk-munster.de. Die Nummer des Spendenkontos des DRK Munster lautet DE92 2585 1660 0000 3225 86.

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