Ehrenamtspreis: Jeder kann jeden vorschlagen

Stadt Munster und KSK Soltau vergeben Auszeichnung zum zweiten Mal

Ehrenamtspreis: Jeder kann jeden vorschlagen

Auch in Zeiten von Corona sollen gute Taten nicht unberücksichtigt bleiben, und so wird die Stadt Munster auch in diesem Jahr wieder einen Ehrenamtspreis verleihen - zum zweiten Mal nach 2019. Näheres dazu erläuterten jetzt Bürgermeisterin Christina Fleckenstein und Frank Gördes, Leiter der Geschäftsstelle Munster der Kreissparkasse (KSK) Soltau. Denn die KSK ist es, die für die Dotierung des Preises sorgt.

Was die Örtzestadt hier zum zweiten Mal wahrnimmt, bietet die KSK Soltau übrigens auch den übrigen Nordkreis-Kommunen: 1.500 Euro werden ausgelobt, um engagierte Munsteranerinnen und Munsteraner öffentlich auszuzeichnen. „Wir arbeiten hier zusammen, wobei der organisatorische Bereich bei der Stadt liegt“, so Gördes.

Eigentlich sind es ja drei Preise mit jeweils 500 Euro. „Es gibt drei Kategorien: den Einzelpreis für eine einzelne Person, den Teampreis für eine Gruppe und den Nachwuchspreis für junge Leute. Dabei ist es egal, in welchem Bereich sich die Menschen aus den jeweiligen Kategorien engagieren“, erläutert Fleckenstein. Sei es die Mutter, die immer die Trikots der Kindermannschaft wäscht, oder der Jugendliche, der sich regelmäßig um alte Menschen in der Nachbarschaft kümmert - alle Gebiete sind möglich.

Zudem gibt es so gut wie keine Hürden, um hier als Kandidatin oder Kandidat aus Munster ins Gespräch zu kommen: „Jeder kann jeden vorschlagen“, betont die Bürgermeisterin. Dabei darf es sich bei den vorgeschlagenen Ehrenamtlichen auch um Personen handeln, deren Engagement bekannt oder sogar schon an anderer Stelle gewürdigt worden ist. Wichtig aber ist, dass sich dieser Preis darüber hinaus ausdrücklich an Menschen richtete, deren gute Taten sich bisher eher im Verborgenen und von der Öffentlichkeit unbemerkt abspielen.

So erhielten 2019 die Konfliktlotsen des Gymnasiums Munster den Gruppenpreis. Christa Herrmann bekam den Einzelpreis für ihr Engagement in der Flüchtlings­arbeit und für ihren Einsatz bei der „Mumi 50“-Projektwohnung. Der Nachwuchspreis schließlich ging an Matilda Tegtmeyer: Die Schülerin war unter anderem in der Feuerwehr und Friedenskirche Breloh sowie als Streitschlichterin und Klassensprecherin aktiv. Dies zeigt das breite Spektrum.

Wer also jemanden oder eine Gruppe kennt, den oder die er für preiswürdig hält, kann sich ab sofort an die Bürgermeisterin wenden, denn die hat diesen Ehrenamtspreis zur Chefsache erklärt. Das geht entweder schriftlich per Brief an die Stadtverwaltung Munster, zu Händen der Bürgermeisterin, oder per E-Mail an christina.fleckenstein@munster.de. Der schriftliche Vorschlag muss Name und Adresse sowohl des Absenders als auch des oder der Vorgeschlagenen enthalten. Außerdem muss der Vorschlag begründet werden. Dazu ist keine lange Ausarbeitung erforderlich, ein paar aussagekräftige Sätze reichen aus. Und wer dies alles lieber im Gespräch erläutern möchte, kann dazu unter (05192) 1309001 einen Termin vereinbaren. Spätestes bis zum 28. Februar 2021 müssen die Vorschläge bei der Stadt Munster eingegangen sein.

Wie Fleckenstein berichtet, seien es 2019 insgesamt zehn Vorschläge gewesen, mit denen sich die Jury befasst habe: „Wir hoffen, dass es diesmal mehr sein werden, weil der Ehrenamtspreis in der Öffentlichkeit inzwischen bekannter geworden sein dürfte.“ Wer dabei in diesem Jahr ausgezeichnet wird, entscheidet eine Jury. Sie besteht aus drei Mitgliedern des Stadtrates, der Bürgermeisterin sowie Frank Gördes als KSK-Vertreter und den vormaligen Preisträgern, so sie denn zur Verfügung stehen. Die Jurorinnen und Juroren bekommen die nötigen Unterlagen, um sich vorzubereiten und dann in der Jurysitzung am 16. März über die Preisvergabe zu entscheiden. Danach werden die Gewinnerinnen und Gewinner informiert.

„Wer am Ende den Preis erhält, kann das Geld nach Belieben verwenden. Es ist also nicht zweckgebunden“, erklärt Gördes. Und Fleckenstein ergänzt: „Man kann es also nutzen, um etwa beim Gruppenpreis miteinander essen zu gehen oder sich etwas anderes zu gönnen.“

Neben der Vergabe dieses Preises werden in der Örtzestadt Menschen mit Engagement auch auf anderen Ebenen ausgezeichnet, denn schon seit vielen Jahren wird dort das Ehrenamt gewürdigt: In Zeiten ohne Corona werden normalerweise in der letzten öffentlichen Ratssitzung vor den Sommerferien Preise aus verschiedenen Stiftungen an Schülerinnen und Schüler überreicht, die sich auf diversen Gebieten ausgezeichnet haben. Zudem gibt es zahlreiche Ehrungen im Rahmen der jährlichen Festratssitzung zum Stadtgeburtstag am 20. Oktober.

Wie bei diesen Würdigungen hat die Bürgermeisterin auch bei der Auswahl eines Termins für die Verleihung des Ehrenamtspreises eine öffentliche Ratssitzung ins Auge gefasst: Wenn die Stadtmütter und -väter zur Sitzung am 15. April 2021 zusammenkommen, soll die öffentliche Preisvergabe auf der Tagesordnung stehen. Allerdings, so räumt Fleckenstein vorsichtshalber ein: „Wenn coronabedingt keine Ratssitzung möglich ist, erhalten die Preisträger aber trotzdem ihre Auszeichnung. Wir werden dies dann an einem zeitnahen Termin in kleinerem Rahmen umsetzen, wie wir es im vergangenen Jahr auch mit den Ehrungen getan haben, die auf der Festratssitzung hätten vorgenommen werden sollen.“

Jetzt sind also die Munsteraner gefragt, mit ihren Vorschlägen vielleicht einmal jene ins Licht der Öffentlichkeit zu holen, die sich sonst im Stillen engagieren. Natürlich können nicht alle ausgezeichnet werden, aber die Preisträger stehen stellvertretend für alle anderen - und in zwei Jahren dann gibt es eine neue Chance auf den Ehrenamtspreis.

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