„Ein solches Projekt ist keine Einzelleistung“

Sanitätsunterstützungszentrum der Bundeswehr entsteht: Bau trotz Corona im Zeitplan und Kostenrahmen / Niedersachsens Finanzminister zu Baustellenbegehung in Munster

„Ein solches Projekt ist keine Einzelleistung“

Corona hat dieses Jahr vieles verzögert, manches sogar komplett verhindert - nicht jedoch die Bauarbeiten am neuen Sanitätsunterstützungszentrum in Munster: „Dieses Jahr ist alles anders, wir konnten nicht einmal ein richtiges Richtfest feiern“, so Julius Jolmes. Dennoch habe die Pandemie keinen Einfluss auf den Baufortschritt gehabt, freut sich der Baugruppenleiter beim Staatlichen Baumanagement: „Hier läuft alles gut“, die Zusammenarbeit funktioniere bestens. Davon konnten sich Vertreter der Bundeswehr sowie aus Politik und Verwaltung am heutigen Donnerstag selbst ein Bild machen: Das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide hatte zu einer Besichtigung in die Örtzetal-Kaserne eingeladen. Auch Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers war zu der Baustellenbegehung nach Munster gekommen. Er zeigte sich beeindruckt von dem 19-Millionen-Euro-Projekt.

„Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir hier den Grundstein gelegt“, erinnerte der Baugruppenleiter an den feierlichen Anlass im September 2019. Damit begannen die Arbeiten an dem, so Jolmes, „hochmodernen Ärztezentrum der Bundeswehr.“ Denn genau das entsteht hier: „Das Sanitätsunterstützungszentrum in der Örtzetal-Kaserne wird nach modernstem Standard eingerichtet und 130 Beschäftigten hervorragende Arbeitsbedingungen bieten“, erläuterte der Vertreter des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide. „Das neue Zentrum wird nicht nur für die truppenärztliche Versorgung für den Standort Munster zuständig sein, sondern auch für die fachärztliche Versorgung in ganz Niedersachsen.“ Der Neubau sei erforderlich geworden, weil verschiedene medizinische Einrichtungen - derzeit noch über mehrere Standorte verteilt - an einem Ort zusammengeführt werden sollen.

In dem dreigeschossigen, voll unterkellerten Gebäude sollen vier Bereiche untergebracht werden: das Sanitätsunterstützungszentrum, das für die Verwaltung der Einrichtung zuständig sein wird, das Sanitätsversorgungszentrum, in dem zehn Humanmediziner und acht Zahnärzte tätig sein werden, das Facharztzentrum, in dem fünf Fachärzte untergebracht sein werden, und die sogenannte Arztgruppe-Betriebsmedizin, die Behandlungsplätze für zwei Mediziner bieten wird.

Das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide errichtet das rechteckige Gebäude im Auftrag der Bundeswehr. Und es wird ein beachtlicher Komplex mit einem Grundriss von fast 90 mal 25 Metern in Massivbauweise. „Die Fassade wird sich durch die Wahl des Klinkers in die vorhandene Bebauung einfügen. Zwei Lichthöfe sollen für Tageslicht im Inneren des Gebäudes und somit für eine bessere Nutzbarkeit der Räume sorgen“, so Jolmes. Die Längsseiten des Gebäudes gliedern sich in drei Bauteile, die zusammen eine Bruttogrundfläche von mehr als 7.300 Quadratmetern bieten.

Die Anforderungen für ein solches Objekt seien komplex - schon allein wegen der „medizinischen Nutzung“, erklärte der Baugruppenleiter: „Es gibt viele ‚Sonderräume‘ in solch einem ‚Ärztehaus‘.“ Und so etwas baulich umzusetzen, sei teuer: „Allein sechs Millionen Euro sind für die technischen Gewerke vorgesehen.“ Seit der Grundsteinlegung seien rund 18.000 Kubikmeter Beton verbaut und etliche Kilometer Kabel verlegt worden. Trotz aller Besonderheiten ist Jolmes zuversichtlich, dass alles rechtzeitig und plangerecht übergeben werden könne: „Ein Jahr nach Baubeginn liegen die Arbeiten trotz der Corona-Pandemie im Zeit- und Kostenrahmen.“

Der Neubau soll im November 2022 fertiggestellt sein. Das Bauprojektmanagement seitens der Bundeswehr liegt beim Kompetenzzentrum Baumanagement Hannover des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide ist mit der Umsetzung der Baumaßnahmen in der Liegenschaft beauftragt. An der Umsetzung sind auch rund 20 Firmen aus der näheren Umgebung beteiligt. „Ein solches Projekt ist keine Einzelleistung“, unterstrich der Baugruppenleiter. Er sei sehr zufrieden mit der Koordination aller Beteiligten.

„Die niedersächsische Hochbauverwaltung führt seit mehr als 60 Jahren gern die Bauvorhaben für das Bundesverteidigungsministerium durch“, betonte Hilbers. „Nicht zuletzt wird durch diese Investitionen der Standort dauerhaft gestärkt“, hob der Minister hervor. Allein am Standort Munster seien im Zusammenwirken mit dem Kompetenzzentrum Baumanagement des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr von 2017 bis heute rund 100 Millionen Euro investiert worden, so Hilbers. Das neue Sanitätsunterstützungszentrum werde laut Finanzminister nicht das letzte Projekt in Munster bleiben, in das große Summen flössen: „Im Jahr 2021 sind weitere 31 Millionen Euro vorgesehen.“

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