„Ein Stück Lebensglück“

Munster: Neue Lebenshilfe-Kita „Am Mühlenteich“ eingeweiht

„Ein Stück Lebensglück“

Bei der Grundsteinlegung am 12. Dezember 2019 meinte Gerhard Suder, die damals noch namenlose Kita in Munsters Breloher Straße werde pünktlich zum Beginn des Kindergartenjahres am 1. September öffnen. Und der Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau, Trägerin der Einrichtung, sollte tatsächlich recht behalten: Am vergangenen Donnerstag wurde die Kita „Am Mühlenteich“, wie sie jetzt heißt, eingeweiht - und das nach nur rund neun Monaten Bauzeit.

Platz zum Toben, aber auch Raum für Kreativität - ein Stück Lebensglück für Kinder sei hier von allen Beteiligten auf den Weg gebracht worden, lobte Suder. Das sei wichtig, denn die kleine Klientel werde in der Kita einen großen Teil ihrer Kindheit verbringen und dabei viele schöne Erinnerungen sammeln. Insgesamt seien es immerhin etwa 400 Kinder, die in den kommenden 25 Jahren diese Kita besuchen würden.

Architekt Joachim Krampitz, so Suder weiter, sei beim Gebäude eine eigentlich unmögliche Kombination von günstig, funktional und schön gelungen - und das in einer Bauzeit von nur neun Monaten, die eigentlich ein Jahr hätte dauern müssen. Aber nicht nur das Gebäude sei, von einigen Arbeiten im Außenbereich abgesehen, fertig, auch das Team um Kita-Leiterin Alexandra Dietz sei komplett: „Wir haben alle Voraussetzungen erfüllt. Am kommenden Dienstag kann es also losgehen.“

Wie wichtig die neue Kita sei, unterstrich noch einmal Landrat Manfred Ostermann, denn „Bildung beginnt eigentlich im Elternhaus, spätestens aber in Krippe und Kita.“ Dabei sei der Bedarf in Munster nach wie vor hoch und könne auch mit der neuen Kita noch nicht gedeckt werden. Der Landkreis sei bei der Finanzierung gern mit dabei, auch wenn diese Beteiligungen den Kreishaushalt belasteten, „denn dies ist gutangelegtes Geld.“

Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein betonte, es gehe um frühkindliche Bildung und in Grenzen auch um Erziehung: „Ich freue mich, dass wir dieses Angebot durch das Projekt der Lebenshilfe erweitern können. Die Kinder werden sich hier rundum wohlfühlen.“ Wie wichtig Kitas seien, so die Bürgermeisterin weiter, habe sich besonders während der coronabedingten Einschränkungen und Schließungen gezeigt: „Und wir haben gelernt, dass Erzieherinnen und Erzieher mit ihrer wichtigen Arbeit systemrelevant sind.“

Während Architekt Krampitz noch einmal auf seine nicht ganz einfachen Aufgaben in schwierigem Gelände hinwies, warf Leiterin Dietz einen Blick in eine dystopische Zukunft mit robotergesteuerter Kinderbetreuung und fragte rhetorisch: „Warum möchten wird das nicht? Weil Robotern das fehlt, was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen können - etwa die Freude auf Dienstag, wenn unsere Kita öffnet.“

Bevor dieser Punkt erreicht werden konnten, gab es allerdings einige Vorarbeit zu leisten: Nachdem die Lebenshilfe Soltau das Interessenbekundungsverfahren 2018 für sich hatte entscheiden können, kaufte sie das 2.000 Quadratmeter große Grundstück in der Breloher Straße mit der Verpflichtung, dort eine Kita zu errichten und 25 Jahre zu betreiben. Da die dortige alte Pestalozzischule dazu nicht genutzt werden konnte, musste sie abgebrochen werden. Insgesamt rund 2,5 Millionen Euro, eingeschlossen die 180.000 Euro für den Abriss, sollte das Projekt kosten: „Diesen Rahmen haben wir eingehalten“, so Suder, wobei Land, Landkreis, Stadt Munster und Aktion Mensch das Projekt gefördert haben.

Unter der Ägide von Architket Joachim Krampitz ist damit jetzt eine Kita entstanden, die insgesamt 80 Plätze bietet - 50 im Elementarbereich (Alter von drei bis sechs Jahren) und 30 in der Krippe (Alter bis drei Jahre).

Wie schon in ihrer Kita Piccolino in Soltau setzt die Lebenshilfe auch in Munster das Hamburger Raumgestaltungskonzept von Angelika von der Beek um, wonach der Raum als zusätzlicher Erzieher fungiert. Besonders wichtig ist da das Mobiliar - und das wurde von der Tischlerei des Hand-in-Hand-Werks gefertigt. Zu dieser gemeinnützigen GmbH der Lebenshilfe gehört zudem Galabau, das den Außenbereich der Kita gestaltet hat. All dies wird in Einklang mit dem pädagogischen Konzept umgesetzt, dessen Schwerpunkte auf Bewegung und Ästhetik (Kreativität) liegen.

In der Örtzestädter dürfte die Lebenshilfe Soltau nicht erst durch die neue Kita bestens bekannt sein, denn mit Familieninsel, Tischlerei von Hand-in-Hand-Werk und Schulkooperationen ist die Einrichtung in Munster bereits aktiv.

Und auch im Rest des Nordkreises gilt das, denn die Lebenshilfe betreibt jetzt, die neue Einrichtung eingerechnet, insgesamt sieben Kitas in Munster, Soltau, Wietzendorf und Schneverdingen, wo Kita Nr. 8 bereits in Planung ist. Darüber hinaus gibt es noch die Schulkindbetreuung „Biskids“ an der Grund- und Oberschule Bispingen.

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