Engagierte Schüler geehrt

Trotz Corona-Maßnahmen: Auszeichnung in öffentlicher Ratssitzung

Engagierte Schüler geehrt

Traditionell stehen in der letzten öffentlichen Sitzung des Munsteraner Stadtrates vor den Sommerferien Schülerehrungen auf der Tagesordnung: Daran änderte in diesem Jahr auch die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen nichts. Das „Ambiente“ am Donnerstag, den 9. Juli, passte dabei sogar besonders ins Bild - zum ersten Mal tagte, wie der Ratsvorsitzende Lutz Winkelmann betonte, der Rat in der Aula des Gymnasiums.

Aus dem Erlös von mehreren Stiftungen werden alljährlich im Rahmen einer öffentlichen Ratssitzung in Munster besonders engagierte Schüler ausgezeichnet - neben der Urkunde und einer weiteren kleinen Anerkennung erhalten die Geehrten die Chronik der Örtzestadt. So auch in diesem Jahr, wenn auch „mit Abstand“ und dem Verzicht auf einen Handschlag zur Gratulation. Zudem hatte Bürgermeisterin Christina Fleckenstein bei der Übergabe mit einem aktuellen Handicap zu kämpfen - aufgrund eines gebrochenen Fußes war sie auf eine Gehhilfe angewiesen.

Da die Schulabschlussfeiern in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht in gewohnter Weise über die Bühne gehen können, sei sie froh, dass es möglich war, die Schülerehrung wie gehabt im Rat öffentlich vornehmen zu können, betonte Fleckenstein; auch dies sei lange Zeit nicht klar gewesen. Lutz Winkelmann lobte die Ausgezeichneten als gute Vorbilder.

Die Ehrung aus der Heinrich-Meyer-Stiftung und der Stiftung des Stadtelternrates allerdings erfolgte nicht am Donnerstagabend. Geehrt wurde auf Vorschlag der Grundschule im Örtzetal Michel Lucas Höltmann: Der Viertklässler war Schülersprecher und engagierte sich beim Aufbau der Schülerbücherei, „weit über das zu erwartende Maß hinaus“, trug Fleckenstein aus der Begründung der Schule vor. Dem Grundschüler wird der stellvertretende Bürgermeister Dr. Detlef Rogosch die Auszeichnung bei einer schulinternen Feierstunde überreichen.

Den Vorschlag für die Auszeichnung aus der Stiftung der Kommandeure und Dienststellenleiter der Bundeswehr in Munster unterbreitet die Hauptschule. Preisträger wurde in diesem Jahr Niklas Berg, der sich, wie Fleckenstein erklärte, durch hohe soziale Kompetenz und großes Engagement in vielen schulischen Belangen ausgezeichnet habe; er „schlichtete bei Streitigkeiten oder war Ansprechpartner in der großen Pause für die jüngeren Schüler. Aufgrund dessen wurde Niklas von seinen Mitschülern häufig ‚Papa‘ genannt“, zitierte die Bürgermeisterin den Vorschlag der Schule. Auch habe er sich bei der Ortsfeuerwehr Oerrel engagiert und in der Schule für „den reibungslosen Betrieb der digitalen Medien“ gesorgt.

Gleich zwei Auszeichnungen wurden aus der Stiftung der Ratsherren, des Stadtdirektors und des Stadtkämmerers vergeben. Auf Vorschlag der Realschule wurden Martha Laureen Brandt (Klasse 10a) und Dmitri Pislari (Klasse 10b) als besonders fleißige Schüler geehrt. Martha sei, so die Begründung, „über die eigene Klasse hinaus um das Wohl ihrer Mitschüler bedacht und besitzt einen großen Gerechtigkeitssinn. Martha schaut nicht weg, sondern mischt sich ein.“ Dmitri Pislari kam, so die Realschule, erst zu Beginn der neunten Klasse aus Moldawien mit geringen Deutschkenntnissen an die Schule. Auch wenn dies in seiner Situation für Fächer, in denen die deutsche Sprache Voraussetzung für eine erfolgreiche Mitarbeit ist, nicht zwingend sei, so habe er doch im Abschlussjahrgang Noten in allen Fächern erhalten und sogar mit 1,79 den besten Notendurchschnitt seiner Klasse erreicht. „Dmitri ist darüber hinaus eine sehr hilfsbereite und zuvorkommende Person, sowohl gegenüber Mitschülern als auch gegenüber Lehrkräften“, so die Realschule.

Die Auszeichnung aus der Stiftung des früheren Bundestagsabgeordneten Rudolf Werner erhielt Konstantin Frim vom zehnten Jahrgang des Gymnasiums Munster für sein Engagement in der Technik-AG. Er sei „immer einer der ersten vor Ort und immer einer der Letzten, die nach dem Abbau den Heimweg antraten“, so das Gymnasium in seinem Vorschlag. „Durch sein freundliches und ruhiges Wesen hilft er den jüngeren und damit noch recht unerfahrenen Mitgliedern der AG.“ Dabei schaffe er es „selbst in schwierigen Situationen, geduldig und professionell mit seinen Mitschülern und den Aufführenden zusammenzuarbeiten.“

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