„Erfüllt mit Freude und Stolz“

„Feuer des Friedens“ bringt Spendensumme in Höhe von gut 8.000 Euro

„Erfüllt mit Freude und Stolz“

Geplant hatte die Bürgergilde Munster als Auftakt ihres Jubiläumsjahres ursprünglich nur ein Osterfeuer. Doch als dann der Krieg in der Ukraine ausbrach, handelten die Schützen der Örtzestadt schnell, holten mehrere Munsteraner Institutionen als Unterstützer mit ins Boot und machten aus dem Osterfeuer eine große Benefizaktion - und was für eine: „Es war ein toller Erfolg“, freut sich Marco Tews. „Wir hatten an jenem Samstag rund 1.500, zeitweise sogar etwa 1.700 Besucher hier auf dem Schützenplatz“, so der 1. Gildeherr. Und die Gäste erlebten beim „Feuer des Friedens“ nicht nur einen schönen Abend, sondern brachten auch eine stolze Summe in die Kasse: „13.015 Euro Umsatz - und nach Abzug der entstandenen Kosten bleibt ein Erlös von 8.070,63 Euro“, rechnet Tews vor. Beim Übergabetermin am vergangenen Dienstag freuen sich die Empfänger, die das Geld für die Unterstützung der Kriegsopfer entgegennehmen, über so viel Solidarität und Hilfsbereitschaft.

Neben der Bürgergilde Munster waren an der Veranstaltung auch noch der Verein Bundeswehrfamilien Munster, das Bürgerhaus und der Musikzug Munster sowie die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde der Örtzestadt und weitere Helfer beteiligt. Und alle haben kräftig angepackt, allein 80 Leute auf der Reihen der Schützen bei Aufbau und Abwicklung des Abends: „Es haben sich noch nie so schnell so viele Freiwillige gemeldet“, lobt der 1. Gildeherr. Und er hebt nicht nur den Einsatz der Gilde hervor: „Es erfüllt mich und uns alle mit Freude und Stolz, dass so viele zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Wir danken allen, die uns unterstützt haben und natürlich auch den Besuchern und Spendern.“ Vier der Gäste hätten sich beim „Feuer des Friedens“ übrigens spontan zu einer größeren Spende in Höhe von jeweils 150 Euro bereit erklärt, berichtet Tews.

Die Gesamtspendensumme von gut 8.000 Euro wird aufgeteilt: 6.500 Euro gehen an die Bürgerstiftung Munster, die das Geld für Dinge einsetzen möchte, für die sonst keine Mittel auf öffentlichen Töpfen zur Verfügung steht. Denn da hapere es manchmal an Ressourcen bei den „Nebenschauplätzen“, erklären Hartwig Mienert von der Bürgerstiftung und Patrick Gerhardt vom Bürgerhaus Munster: „Es soll unbürokratische Hilfe für die mittlerweile 151 Flüchtlinge, die aus der Ukraine nach Munster gekommen sind, geleistet werden. Wir möchten sie hier vor Ort unterstützen - das Budget ist für Sachen gedacht, die sonst nicht abgedeckt sind“, so Gerhardt. Beispiele dafür zählt Mienert auf: „Wenn für die Teilnahme an Sprachkursen eine Kinderbetreuung organisiert werden muss, braucht es dafür Mittel, ebenso für Ausflüge, Aktionen oder Fahrten, die für Kinder aus dem Kriegsgebiet organisiert werden.“

Fahrten ins Kriegsgebiet, beziehungsweise ganz in die Nähe, hat Oleg Kehl schon einige unternommen und er plant weitere: Denn der Munsteraner organisiert Hilfstransporte nach Polen, bringt dringend benötigte Güter in die Region und an die Grenze, die von dort aus an die notleidende Bevölkerung in der Ukraine weiterverteilt werden. „Als er uns davon berichtet hat, haben wir spontan beschlossen, das Geld aufzuteilen“, so Tews. Somit gehen 1.500 Euro als „schnelle Hilfe“ an den Munsteraner, der seine Aktionen privat organisiert.

Und auch ohne eine öffentliche Organisation hat er viel auf die Beine gestellt: „Viele Leute haben sofort Sachspenden gesammelt, schon in der ersten Woche haben wir eine ganze Ladung für einen 40-Tonner zusammenbekommen“, freut sich Kehl. „Ich bin überwältigt von der Spendenbereitschaft - auch wenn die mit der Zeit natürlich etwas weniger wird.“ So mache er sich mittlerweile nicht mehr mit einem großen Lkw auf den Weg nach Osten, sondern mit einem Transporter. Doch auch der solle für seine kommenden Fahrten möglichst viel geladen haben, wünscht sich der Munsteraner: „Benötigt werden aktuell vor allem Lebensmittel, die einfach zu transportieren und leicht zuzubereiten sind. Konserven sind ideal. Aber auch Verbandskästen und Medikamente sowie Hygieneartikel oder Material und Gerätschaften für den Wiederaufbau sind gefragt.“

Wer seine Initiative und die Hilfstransporte unterstützen möchte, kann Sachspenden direkt zum Farbenhaus Drewes in Munster bringen oder mit Olek Kehl per E-Mail an o.kehl@hm-werke.de in Kontakt treten, um zu erfahren, was aktuell genau benötigt wird.

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