„Erhard Spielberg“ führt Regie: Dreharbeiten mit Panzern und Kampfjet

Beitrag für den „Digitalen Tag der Bundeswehr“ am 12. Juni: Filmteam setzt in Munster Soldaten und schweres Gerät in Szene

„Erhard Spielberg“ führt Regie: Dreharbeiten mit Panzern und Kampfjet

Er wurde, wie bereits im Vorjahr, abgesagt, der geplante Tag der Bundeswehr - und zwar an allen Standorten der Bundeswehr (HK berichtete). Die Corona-Pandemie mit ihren daraus resultierenden Einschränkungen machte den Organisatoren erneut einen kräftigen Strich durch die Rechnung. „Das ist sehr schade für alle, die bereits wieder viel Zeit, Arbeit und Kreativität in die Vorbereitungen investiert haben. Dennoch war die Entscheidung in Anbetracht der aktuellen Lageentwicklung nur konsequent, folgerichtig und im Prinzip auch alternativlos“, so Projektoffizier Oberstleutnant Christian Simmelbauer. Ein Tag der Bundeswehr lebe vom Mitmachen, vielen Aktivitäten und Aktionen sowie den persönlichen Gesprächen mit den Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigten. „Das wäre unter COVID-19-Bedingungen nicht möglich gewesen“, unterstreicht Simmelbauer. Dennoch werden sich die Bundeswehr und der Standort Munster am 12. Juni dieses Jahres mit ihren Fähigkeiten und Facetten präsentieren, nämlich im Internet mit einem „Digitalen Tag der Bundeswehr“.

Dazu gab es in Munster diverse Aktivitäten, um diesen „digitalen“ Beitrag in den „Kasten“ zu bringen. In Kooperation mit dem Taktischen Luftwaffengeschwader 74 (TaktLwG 74) aus Neuburg an der Donau wurde ein gemeinsames Szenario entwickelt, das die Fähigkeiten der Luftwaffe und des Deutschen Heeres sowie des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr in einem realistischen Zusammenspiel präsentiert. So konnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: das gemeinsame Üben und Aufnahmen für einen Filmbeitrag. Unter der Federführung von Hauptmann Erhard Friemel hatte dazu das Projektbüro „Tag der Bundeswehr Munster“ ein spannendes Drehbuch entwickelt, um die Sequenzen mit den Kamerateams der Fachmedienzentren aus Munster und Faßberg und den beteiligten Einheiten am Boden und in der Luft zu koordinieren. Die eingefangenen Szenen werden anschließend durch die Redaktion der Bundeswehr in Berlin für den digitalen Beitrag aufbereitet und geschnitten.

Vor dem ersten Drehtag jedoch hatten Oberstleutnant Simmelbauer und das Projektteam alle Akteure eingeladen, um ihnen das Gesamtszenario vorzustellen. Mittlerweile scherzhaft als „Erhard Spielberg“ betitelt, stellte Hauptmann Friemel seine Fähigkeiten als Drehbuchautor und Regisseur unter Beweis und ging minutiös auf die einzelnen Sequenzen ein. Anhand einer großen Lagekarte und einer ausgeklügelten Präsentation blieben am Schluss der Besprechung nur wenige Fragen offen.

Ganz ohne Einsatz von Stuntman wird dem Publikum ein fesselnder „Thriller“ mit reichlich „Action“ geboten. Friemel zur „Handlung“: „Im Zuge einer Gefechtsaufklärung kommt es zu einem Feuergefecht mit feindlichen Sicherungskräften in Kompaniestärke. Bei diesem Kampf fällt dabei ein Gefechtsfahrzeug aus und zwei Soldaten werden verwundet, die dann durch ein Sanitätsteam versorgt und abtransportiert werden. Im weiteren Verlauf des Feuerkampfes wird daraufhin Luftunterstützung durch einen Kampfjet Eurofighter angefordert. Nach dem erfolgten Luftschlag lösen sich die eigenen Kräfte vom Feind und weichen kämpfend auf rückwärtige Stellungen aus. Dabei wird der nachstoßende Feind weiterhin bekämpft und es erfolgt ein zweiter Angriff aus der Luft.“

Klappe, die Erste: Kurz vor Ostern war es soweit und die „übenden Truppen“ bezogen die durch Hauptmann Friemel vorgegebenen Stellungen im Gelände. Am „Filmset“ gab es ideale Bedingungen - Sonnenschein und warme Temperaturen. Nach der einen oder anderen Trockenübung zur Überprüfung der Kameraeinstellungen gab „Erhard Spielberg“ grünes Licht für den Dreh der verschiedenen Filmsequenzen. Dabei wurde auch schweres Gerät in Szene gesetzt, unter anderem die Schützenpanzer Marder und Puma, der Kampfpanzer Leopard sowie das gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug Boxer „in Action“. „Hin und wieder mussten Szenen wiederholt werden. Doch im Großen und Ganzen klappte alles reibungslos. Auch weil alle Akteure mit Herzblut und viel Professionalität bei der Sache waren. Zudem kamen auch aus der Truppe immer wieder tolle Tipps, wie man die eine oder andere Szene besser gestalten konnte“, so Friemel. Nach insgesamt vier Drehtagen, vielen Kameraeinstellungen und unzähligen Datenmengen konnte das Rohmaterial schließlich nach Berlin geschickt werden. Dort wird es in den kommenden Wochen für den „Digitalen Tag der Bundeswehr“ aufbereitet.

„Ich lade alle Interessierten dazu ein, am 12. Juni am ‚Digitalen Tag der Bundeswehr‘ teilzunehmen. Geplant ist ein Live-Stream im Bundeswehr-Youtube-Kanal. Die genauen Zeiten werden in Kürze in den Medien und auf der offiziellen Bundeswehrseite veröffentlicht. Eine Mischung aus Live-Beiträgen, Gesprächen, Interviews und dynamischen Gefechtsbildern und Vorführungen werden an diesem Tag geboten“, freut sich Oberstleutnant Simmelbauer.

„So werden alle 16 Standorte, die in diesem Jahr den physischen Tag der Bundeswehr durchgeführt hätten, beteiligt sein und entsprechende Beiträge liefern. Wir in Munster haben zusammen mit unseren Kameraden der Luftwaffe aus Neuburg an der Donau sowie dem Transporthubschrauberregiment 10 ‚Lüneburger Heide‘ in Faßberg einen tollen Beitrag erarbeitet“, verspricht der Projektoffizier.

Ob Filmteam und „Darsteller“ eine oscarreife Arbeit abgeliefert haben, davon können sich alle Interessierten dann im Juni selbst ein Bild machen.

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