„Erster Spatenstich“ für Schulwaldprojekt

Gymnasium und Grundschule Munster pflanzen gemeinsam „ihre“ Bäume

„Erster Spatenstich“ für Schulwaldprojekt

Bis ein „echter“ Wald gewachsen ist aus den noch jungen Bäumen, die Munsteraner Schülerinnen und Schüler jetzt in die Erde gesetzt haben, werden die Kinder und Jugendlichen selbst längst Erwachsene sein. Allein von der Planung bis zur Pflanzung hat es rund fünf Jahre gedauert - und damit so lange, dass der Initiator der Aktion bereits im Ruhestand ist. Dennoch: Der Anfang für das Schulwaldprojekt ist endlich gemacht. Und der mittlerweile pensionierte Biologielehrer Willy Lachmund hat es sich auch nicht nehmen lassen, zusammen mit den Klassen des Gymnasiums Munster und der örtlichen Grundschule im Örtzetal den Spaten in die Hand zu nehmen, um Eichen und andere Gehölze zu pflanzen. Anfang der Woche waren Schulleiter, Lehrer und Vertreter der Stiftung Zukunft Wald vor Ort, um den „ersten Spatenstich“ auf dem Areal am Rande der Örtzestadt zu begleiten.

Mehr als 2.300 Bäume und Sträucher warteten darauf, von den rund 230 Schülerinnen und Schülern in den Boden gesetzt zu werden. Mit dabei waren die 11. und 7. Klassen des Gymnasiums sowie die 4. Klassen der Grundschule. Auf etwa einem Drittel Hektar soll der neue Schulwald entstehen. Hinrich Alvermann stellt die Fläche zur Verfügung, als weitere Kooperationspartner mit im Boot sind der Landkreis Heidekreis und die Stadt Munster als Schulträger sowie die Stiftung Zukunft Wald.

Neben tatkräftiger Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer gab es bei der Pflanzaktion Begleitung durch Waldpädagogen vor Ort: „Wir wollen Kinder und Jugendliche wieder verstärkt mit Natur und Wald, deren Entwicklung und Vielfältigkeit sowie der immense Bedeutung in der Zeit des Klimawandels vertraut machen. Und was ist dazu besser geeignet als seinen eigenen Wald zu pflanzen und zu betreuen?“, fragt Franziska Dannenberg, stellvertretende Direktorin der Stiftung Zukunft Wald.

Ebenfalls vor Ort waren Silke Meyer, Leiterin des Gymnasiums, und Jens Hoffmann, Leiter der Grundschule. Die jungen Bäume haben, so Meyer, nun 30 Jahre Zeit zum Wachsen: „So ein Baum kann, wenn man ihn lässt, uralt werden. Eindrucksvoll und erhaben stehen im ganzen Land vereinzelt und manchmal gut versteckt solche tausendjährigen Baumriesen mitten im Wald oder auf Feldern. Gemessen daran fangen wir erst einmal ganz klein an. Das Schulwaldprojekt, das schon 2016 in eine etwas langwierige Genehmigungsphase gegangen war, hat nun endlich konkrete Gestalt angenommen.“

Dabei handele es sich nicht um eine schulische Eintagsfliege, sondern um ein nachhaltiges Projekt, das zunächst auf drei Jahrzehnte angelegt und entsprechend bereits fest in den Schulcurricula der beiden kooperierenden Partner-Schulen verankert sei. Das passende Areal für den künftigen Schulwald - gelegen direkt an der Örtze zwischen Ilster und Breloh - fand Initiator Lachmund bei Landwirt Alvermann, der einst selbst die beiden teilnehmenden Schulen besucht hat.

Zur feierlichen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages hatte sich vor fast genau einem Jahr eine illustre Runde mit Vertretern aus Stadt, Kreis und Land, von denen mittlerweile einige schon nicht mehr im Amt sind, im Sitzungssaal des Rathauses Munster versammelt (HK berichtete): Landrat Manfred Ostermann, Bürgermeisterin Christina Fleckenstein, Erster Stadtrat Rudolf Horst, der Leiter der Landesschulbehörde, Alfred Mangold, Elisabeth Hülsing von der Stiftung Zukunft Wald, die stellvertretende Schulleiterin der Grundschule, Stefanie Schlüter, die Schulleiterin des Gymnasiums, Silke Meyer, die Biologielehrer Willy Lachmund und Hans-Georg Kranz sowie natürlich der Eigentümer der Fläche, Hinrich Alvermann.

Nun übernehmen die Schüler die Regie über „ihre“ Bäume, verfolgen, wie diese sich entwickeln und wachsen. „In dreißig Jahren kann in der Natur viel passieren, was nun Generationen von Schülern vor Ort mitverfolgen, steuern und dokumentieren werden“, so Meyer. „Und wer weiß, vielleicht wächst unter den gepflanzten Sprösslingen ja auch so eine tausendjährige Eiche oder Buche heran.“

Logo