Freizeitpark mitten in Munster

Schausteller bleiben den ganzen September über auf dem Schützenplatz

Freizeitpark mitten in Munster

Mögen Begriffe wie Rummel oder Kirmes vielleicht etwas „angegraut“ wirken, so waren solche Schaustellermärkte doch einst gewissermaßen die „Urform“ heutiger Freizeitparks. Deren Vielfalt mit gigantischen Achterbahnen und rasanten Attraktionen mag ein klassischer Jahrmarkt zwar nicht bieten können, aber dafür hat dieser Volksfest-Flair und Tradition - bleibt jedoch meist nur ein Wochenende lang in einer Stadt. Das Beste aus beiden Welten möchte nun das neue Freizeitvergnügen mitten in Munster vereinen: Ein Freizeitpark auf dem Schützenplatz, der vom 5. bis zum 27. September jeden Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr zum Besuch einlädt. Die vielen Spiel- und Fahrgeschäfte für groß und klein sowie der Biergarten bleiben somit einen ganzen Monat lang in der Örtzestadt. Ein entsprechendes Hygienekonzept sowie Wegeführungen und Abstandsregeln haben die Schausteller auch entwickelt.

Die Bürgergilde Munster, die dieses Jahr ihr 100jähriges Jubiläum feiert, die Festlichkeiten aber wegen der Coronakrise auf das nächste Jahr verlegen musste, stellt für die Schausteller das Gelände zur Verfügung. „Mit ihnen arbeiten wir schon seit vielen Jahren bei unseren Schützenfesten gut zusammen“, hebt erster Gildeherr Marco Tews hervor. Er und Munsters Bürgermeisterin Christina Fleckenstein, die am kommenden Samstag den Startschuss geben wird, besuchten bereits die Festwiese: Beide machten sich am gestrigen Mittwoch ein Bild von den Aufbauarbeiten. Dabei begleitete sie die Schausteller-Familie Mantau.

Deren Mitglieder sowie all ihre Kollegen sind im Aufbau ihrer Fahrgeschäfte und Buden geübt - Konzepte für Hygiene und Abstände zu entwickeln, war hingegen Neuland für die Schausteller. Doch sie haben die Aufgabe gemeistert, sogar schon alles in der Praxis erfolgreich erprobt: „Einen solchen temporären Freizeitpark haben wir zuvor bereits in Uelzen aufgebaut. Dort hat alles gut funktioniert und das Hygienekonzept ging auf“, erklärt Michael Mantau. „Nach jeder Fahrt wird desinfiziert, zudem gibt es an den Ein- und Ausgängen der Fahrgeschäfte für die Gäste Spender mit Desinfektionsmittel“, ergänzt seine Kollegin Jacqueline Hainlein-Noack. Auch in den Fahrgeschäften sitzen nur Besucher aus einem Haushalt zusammen. Ordner sollen das Geschehen auf dem Platz im Blick behalten und auf Abstände achten, „einschreiten, wenn sich Grüppchen bilden sollten“, so Mantau. Bereits am Eingang zum Festplatz, wo ein kleines Eintrittsgeld erhoben wird, werden die Kontaktdaten der Besucher aufgenommen.

Auf dem Areal ist die Auswahl enorm: Neben den drei großen Fahrgeschäften finden sich Karussells für Kinder, familienfreundliche Attraktionen, Wurfbuden, Stände mit Volksfestleckereien und weitere gastronomische Angebote sowie ein Biergarten. Highlight ist die Geisterbahn, die die Besucher zu Fuß erkunden. „So viel war hier in den vergangenen 25 Jahren nicht auf dem Schützenplatz los“, freut sich Tews, „das wünsche ich mir auch zum Schützefest nächstes Jahr.“

„Wir freuen uns sehr, dass Stadt und Landkreis uns das alles ermöglicht hat“, lobt Mantau die gute Zusammenarbeit mit den Behörden. Der „Uhlen Freizeitpark Munster“, wie das Freizeitvergnügen heißt, steht natürlich nicht allein den Örtzestädtern, sondern auch Besuchern aus dem umliegenden Kommunen offen: „So etwas in dieser Form ist einzigartig im gesamten Heidekreis“, wirbt der erste Gildeherr. „Die Schützen freuen sich auf jeden Fall schon auf den Besuch.“ Jeden Donnerstag ist übrigens Familientag mit zahlreichen Vergünstigungen auf dem Platz.„Wir hoffen, dass der Einzugsbereich ein größerer sein wird als sonst beim Jahrmarkt und dass natürlich auch viele Soldaten den Freizeitpark besuchen“, so Fleckenstein. Die Bürgermeisterin ist optimistisch, dass die Gäste auch die durch Corona bedingten Maßnahmen akzeptieren werden: „Mittlerweile haben ja alle Erfahrung damit und gelernt, mit solchen Hygienekonzepten zu leben.“

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