Gegen Standort Fallingbostel

Erklärung der Gruppe FDP/von Scheffer im Rat der Stadt Munster

Gegen Standort Fallingbostel

Auch die Gruppe FDP/von Scheffer im Rat der Stadt Munster hat sich am Donnerstag, den 18. Juni, mit einer Erklärung zur Debatte um den Standort eines Neubaus des Heidekreis-Klinikums an die Öffentlichkeit gewendet. Torsten von Scheffer teilte für die Gruppe mit, dass von ihnen „ein Neubau in Fallingbostel ‚F 4‘ nicht mitgetragen werden kann.“ Ein Gesamtklinikum an diesem Standort verändere vor allem für die Munsteraner und die Bürger aus „dem gesamten Bereich über Bispingen, Schneverdingen bis Neuenkirchen überhaupt nichts an der jetzigen Situation. Wenn überhaupt ein Neubau notwendig sein sollte, dann muss er in den Bereich Dorfmark, um alle Einwohner des Heidekreises mitzunehmen.“

Die Dringlichkeit der Entscheidung erscheine ihnen „als erzwungen, um die möglicherweise verfallenden Fördermittel auf jeden Fall zu erhalten, ohne an die dann von den Bürgern zu tragenden laufenden Folgekosten zu denken.“

Bei der Standortfindung sei die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung vernachlässigt worden, so von Scheffer: „Aus unserer Sicht wurde zu viel an den effektiven Klinikbetrieb gedacht, als an die das Krankenhaus nutzenden Patienten. Denn die sind es letztendlich, die einem Krankenhaus den guten Ruf einbringen, der wiederum neue Patienten nach sich zieht.“ Und weiter: „Es können noch so gute Ärzte in allen Abteilungen sein, wenn der Patient nicht in die Klinik kommt, wird dieses Krankenhaus niemals wirtschaftlich arbeiten können.“ Als anschauliches Beispiel nennt von Scheffer die Idee, „einen Supermarkt dorthin zu bauen, wo die Zulieferer gute Anfahrtswege und das Personal gute Arbeitsbedingungen finden, die Kunden aber am anderen Ende der Stadt leben und lieber in den Nachbarort zum Einkaufen fahren als quer durch die Stadt.“

Und auch die ins Spiel gebrachte Nachnutzung der beiden Klinikgebäude in Soltau und Walsrode sieht die Gruppe kritisch: Die Häuser seien „viel zu große Bettenburgen für die Seniorenversorgung“, da es „gerade dort auf persönliches Miteinander ankommt. Außerdem wachsen zur Zeit die kleinen individuellen Pflegebetriebe wesentlich erfolgreicher als die früheren Großpflegeheime. Und ob der Bedarf in Zukunft so bleibt oder durch weitere Individualisierung der Altenpflege zurückgeht, ist zur Zeit eine zusätzliche Planungsvariable.“

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