Glühwein nur noch im Becher

Nikolausmarkt Munster: Stadt setzt auf Keramik statt Pappe und Plastik

Glühwein nur noch im Becher

Wenn in Munster vom 6. bis zum 8. Dezember der traditionelle Nikolausmarkt rund um den Ollershof im Kalender steht, dann wird den Gästen der Glühwein ganz besonders eingeschenkt: In diesem Jahr nämlich gibt es das beliebte Heißgetränk nicht mehr aus der Einwegpappe, sondern nur noch aus dem Keramikbecher. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch recht attraktiv, denn der Becher ist speziell für die Örtze­stadt gestaltet und zeigt unter dem Schriftzug „Munsteraner Nikolausmarkt“ eine Zeichnung des Ollerhofes.

„Unser Nikolausmarkt ist im Grunde eine Sache unserer Vereine, Verbände, Organisationen und Schulen: Von ganz wenigen Ausnahmen wie dem Karussell und dem Fischwagen abgesehen, sind sie es, den dem Markt gestalten“, erläutert Christina Fleckenstein. Wenn es um Getränke geht, ist dabei Glühwein der Renner: „Wegen des Ausschanks in Einwegbechern hat uns das Thema Plastikmüll in den vergangenen Jahren hier immer wieder beschäftigt. Jetzt sind wir zu einer Lösung gekommen“, so die Bürgermeisterin weiter. Angesichts der elf Getränkestände, so Eva-Maria Willer von der Munster-Touristik, die diesmal angemeldet seien, sei das auch durchaus sinnvoll.

Ganz einfach war es aber nicht, die Plastik- und Pappbecher zu verbannen: „Schon vor Jahren haben wir als Stadtverwaltung überlegt, wie das funktionieren könnte. Und auch der Lions-Club hat bei uns schon einmal in dieser Sache nachgefragt. Einerseits macht es den Charme des Nikolausmarktes aus, dass er rund um den Ollershof vor allem von Vereinen auf die Bein gestellt wird. Andererseits erschwert das aber auch den Umstieg auf Keramikbecher. Das Problem war nämlich immer der Abwasch“, berichtet die Bürgermeisterin. Denn die Becher müssen zwar erst einmal angeschafft, vor allem aber während ihres Einsatzes immer wieder abgewaschen und gereinigt werden.

Hier hat es verschiedenen Überlegungen gegeben, etwa die Anmietung eines Spülmobils. Aus Kosten- und Praktikabilitätsgründen ist dann folgende Lösung gewählt worden: Die Stadt hat 1.500 Becher gekauft, die, je nach Bedarf, an die Betreiber der Getränkestände ausgegeben werden. Die wiederum erheben beim Verkauf zwei Euro Pfand. Nach Rückgabe werden die benutzten Becher in einer Kiste gesammelt und zum Hintereingang der Stadtbücherei schräg gegenüber gebracht. Und dort wartet dann eine Neuerwerbung - eine professionelle Geschirrspülmaschine für die Gastronomie, die mit gut 2.000 Euro zu Buche geschlagen habe, sich aber in zwei Jahren amortisiere, so Fleckenstein.

„Sie liefert in wenigen Minuten wieder saubere Becher“, weiß die Bürgermeisterin. So können schmutzige Trinkgefäße abgeliefert und saubere gleich wieder mitgenommen werden. Allerdings muss dieser „Spülservice“ auch organisiert sein - eine Aufgabe, die der Seniorenbeirat Munster übernimmt. „Die Bürgermeisterin ist in dieser Sache an uns herangetreten, wir haben das besprochen und gleich zugesagt“, berichtet Vorsitzender Detlev Weber, und auch Vorstandsbeisitzerin Helge Scheef bestätigt diese Bereitschaft. Schließlich gehe auch die Stadt immer auf die Wünsche des Seniorenbeirates ein: „So ist jetzt auch der Ollershof rundherum so gepflastert worden, dass Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen keine Probleme mehr habe. Da können wir auch mal etwas zurückgeben und den Spülservice organisieren“, so Weber. Insgesamt 22 Stunden stehen die Senioren dafür mit mindestens je zwei Personen pro Schicht zur Verfügung. Um dem Seniorenbeirat dafür eine kleine Aufwandsentschädigung zukommen zu lassen, werden die Stände um eine Spende gebeten, die die Stadt dann eventuell noch ergänzt.

Die Vereine, die die Getränkestände betreiben sind über die Einführung der Becher informiert worden. Sie bekommen die Becher geliehen, müssen eventuellen Schwund dann aber mit dem Zwei-Euro-Pfand ausgleichen. „Der Verzicht auf Pappe und Plastik ist zwar nur ein kleiner Baustein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, aber auch kleine Schritte sind wichtig“, unterstreicht die Bürgermeisterin. Und weiter: „Jetzt müssen wir erst einmal ausprobieren, wie das läuft, und dann sehen, was wir im kommenden Jahr besser machen können.“ Der „Spülservice“ fürs kommende Jahr scheint da übrigens schon gesichert. Zumindest, so Fleckenstein, habe die Jugendfeuerwehr bereits Interesse gezeigt.

Der Nikolausmarkt mit seinen 19 Außenbuden und acht weiteren Ständen im Ollershof beginnt am Freitag, dem 6. Dezember, um 16 Uhr mit der offiziellen Eröffnung, musikalisch gestaltet von der Heidekreis Musikschule. Um 21 Uhr schließt der Markt. Weiter geht es am Samstag um 14 Uhr. Um 16 Uhr kommt der Nikolaus und bringt 250 Tüten für die Kinder. Um 18 Uhr spielen die Jagdhornbläser des Hegerings auf. Marktschluss an diesem Tag ist wieder um 21 Uhr. Am Sonntag dann ist der Markt noch einmal von 14 bis 18 Uhr geöffnet, wobei der Posaunenchor Breloh um 15 Uhr für adventliche Klänge sorgt.

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