Große Summe für gute Sache

Aktion Mensch fördert Munsteraner Tafel mit 33.725 Euro

Große Summe für gute Sache

Gerade Einrichtungen, die anderen helfen, haben es in der Coronakrise oft schwer und müssen sich besonders flexibel zeigen, wenn sie am Ball bleiben wollen. So, wie etwa die Munsteraner Tafel, die Lebensmittel nicht mehr ausgibt, sondern seit dem 9. April an die Bedürftigen ausliefert. Diese ehrenamtliche Arbeit bekommt jetzt einen äußerst kräftigen finanziellen Schub, denn die Aktion Mensch unterstützt die Munsteraner Tafel mit stolzen 33.725 Euro.

„Am 24. April habe ich die Mitteilung bekommen, dass das Kuratorium diese Förderung am 22. April genehmigt hat“, berichtet Klaus-Dieter Meier. Für das Team um den Tafel-Vorsitzenden ist dies eine Nachricht, die einmal mehr bestätigt, wie hoch dieses Engagement einzuschätzen ist.

Dass sich die Munsteraner über den Geldsegen freuen können, ist allerdings auch Meier selbst zu verdanken: „Am 26. März erhielten wir die Mitteilung vom Bundesverband der Tafeln, dass die Aktion Mensch ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro gestartet habe, von dem auch Tafeln profitieren könnten, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und neue Ausgabemodelle zu etablieren“, erinnert sich Meier. Zu jenem Zeitpunkt war die Munsteraner Einrichtung - wie andere auch - bereits geschlossen, um insbesondere die zumeist älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keiner Corona-Gefährdung auszusetzen. Die letzte kurze Lebensmittelausgabe in Munster war am 20. März.

„Ich hatte die Idee, statt der Ausgabe eventuell einen Lieferdienst einzurichten“, so der Vorsitzende. Und das alles passte zum Soforthilfeprogramm der Aktion Mensch: „Also habe ich mich hingesetzt und am 27. März einen Antrag unter dem Titel ‚Einrichtung eines Lieferdienstes der Munsteraner Tafel mit Hilfe der Aktion Mensch‘ gestellt“, erinnert sich Meier.

Während dieser Antrag auf dem Weg war, nahmen die Planungen für einen Lieferdienst in der Örtzestadt Gestalt an: „Unser Team war der Ansicht, dass wir gerade mit Blick auf Ostern noch vor den Feiertagen anfangen sollten. Und so haben wir am 9. April, Gründonnerstag, zum ersten Mal Lebensmittel ausgeliefert“, weiß der Vorsitzende. Die bekommt die Tafel nach wie vor als Spende von Supermärkten, „aber wir kaufen auch Obst und Gemüse sowie länger haltbare Lebensmittel wie Nudeln zu.

Das klingt problemlos, doch der Hebel lässt sich eben nicht so einfach von „Ausgabe“ auf „Auslieferung“ umstellen: Dahinter steckt jede Menge Vorbereitung, Organisation, und Logistik und damit auch mehr Aufwand an Arbeit, Fahrzeugen, Zeit und Betriebskosten.

Wer als Tafel-Kunde in die Auslieferung einbezogen werden möchte, teilt dies einmalig per E-Mail an munsteraner-tafel@t-online.de unter Angabe von Name, Adresse und Berechtigungsnummer mit: „Wenn dies bis Mittwoch, 12 Uhr, geschieht, können wir das noch für die Freitagslieferung berücksichtigen“, betont Meier, der in den vergangenen Wochen mehr als 200 E-Mails zu diesem Thema bekommen hat.

Die Kisten für die Empfänger werden von den Ehrenamtlichen bestückt, „wobei wir den Inhalt nach Erfahrung zusammenstellen - und da gab es noch keine Reklamationen“, betont Meier. Zudem bekommen die Kisten ein Etikett, damit sie auch an der richtigen Adresse landen. Gibt es Änderungen mitzuteilen, wird ein gelber Informationszettel beigelegt.Freitags ab 9 Uhr werden die Boxen verladen - was kühl gelagert werden muss, wird erst dann dazugepackt.

Um die Kisten möglichst ohne Umwege und andere Verzögerungen ausliefern zu können, gibt es vier Touren, die ein Mitglied des Tafel-Teams zuvor exakt ausgearbeitet hat. „Dazu brauchen wir vier Lieferfahrzeuge mit je zwei Personen, wir selbst haben aber nur eines. So sind wir in den vergangenen Wochen hier von anderen Einrichtungen unterstützt worden“, so Meier, der resümiert: „Wir haben also definitiv einen höheren Aufwand.“

Und den wird die Munsteraner Tafel in den kommenden Monaten dank der Förderung durch die Aktion Mensch besser schultern können: „Wir hatten 35.500 Euro für Lebensmittelzukauf, Fahrzeugnutzung und Betriebskosten sowie nötige Hygieneartikel vom Mundschutz bis zum Desinfektionsmittel beantragt. Das bekommen wir jetzt auch, wobei wir einen Eigenanteil von fünf Prozent, also 1.775 Euro, selbst aufbringen müssen und die Aktion Mensch 33.725 Euro beisteuert. Wir haben uns sehr darüber gefreut, zumal die Förderung pro Tafel auf 50.000 begrenzt war. Das Geld werden wir ganz genau einteilen, um damit bis zum Jahresende hinzukommen“, so Meier.

Ausgezahlt sei das Geld allerdings noch nicht: „Ich habe die Bestätigung des Fördervertrages zurückgesandt.“ Wenn die geprüft worden sei, werde das Geld auf das Tafelkonto überwiesen.

Bis Ende Mai, so der Vorsitzende, werde die Munsteraner Tafel die jetzigen Abläufe beibehalten: „Auch danach wird der Lieferdienst vor allem für die älteren Menschen weitergeführt. Wir sind aber schon dabei, an Alternativen zu arbeiten.“

Dass sich die Einrichtung schon vor Wochen zur Lebensmittelauslieferung entschlossen hat, wird von den Nutzerinnen und Nutzern der Tafel mit großem Lob quittiert. So schrieb eine ältere Dame an Meier, die gerade eine Lieferung erhalten hatte: „Ich bin wirklich gerührt. Es ist so nett und menschlich gepackt und zusammengesetzt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen und dem Tafel-Team. Was für ein Segen, dass wir Sie in Munster haben. Danke.“ Das kann auch Tafel-Kundin Angelika Pischel unterschreiben: „Ich habe mit vielen anderen gesprochen: Vor allem wir älteren Leute - und nicht nur ich selbst - bedanken uns bei der Tafel. Was die Ehrenamtlichen leisten, ist einfach toll.“

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