Großer Einsatz für DRK Breloh

Paul Schankweiler erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande

Großer Einsatz für DRK Breloh

Nur wenige enge Freunde durften coronabedingt dabei sein, doch das tat der Feierlichkeit im Munsteraner Ratssaal keinen Abbruch: Am vergangenen Dienstag bekam dort Paul Schankweiler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland - so die offizielle Bezeichnung - verliehen.

Neben Bürgermeisterin Christina Fleckenstein als Hausherrin war Landrat Manfred Ostermann angereist, um die vom Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung zu überreichen. Das Anheften des Bundesverdienstkreuzes übernahm dann aber Schankweilers Frau Gudrun - schließlich war das dem Landrat beim vorgeschriebenen Corona-Abstand nicht möglich.

Warum Schankweiler diese Ehrung zuteil geworden ist, dürfte zumindest für die Bewohner der Munsteraner Ortschaft Breloh kein Geheimnis sein, denn der heute 70jährige engagiert sich seit mehr als 20 Jahren im sozialen Bereich - insbesondere für den DRK-Ortsverein Breloh. Und so war es auch DRK-Mitglied Hartmut Stosch, der Schankweiler vor gut zwei Jahren für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen hatte. Und das mit Erfolg, wie der Landrat betonte.

Ostermann ließ noch einmal die wesentlichen Stationen des ehrenamtlichen Einsatzes Revue passieren: Schankweiler, seit 1984 Mitglied des DRK-Ortsvereins Breloh, wurde 1995 zum Vorsitzenden gewählt „und hat sich in vorbildlicher Weise für den Erhalt und den Ausbau der ehrenamtlichen Aktivitäten des Vereins“ engagiert. Er hat nicht nur dreimal im Jahr Blutspendetermine angeboten und Vortragsveranstaltungen organisiert, sondern auch Tombolas, Grillfeste und Ausflugsfahrten mit dem Bus auf die Beine gestellt.

Er besucht Mitglieder bei Krankenhausaufenthalten und an Geburtstagen, organisiert und koordiniert die Seniorenarbeit mit ihren Seniorennachmittagen und die Jugendarbeit im Jugendrotkreuz, dessen Aufbau im DRK-Kreisverband Soltau einer seiner Schwerpunkte war. Schankweiler war zudem auch hauptberuflich als Rettungsassistent beim DRK-Kreisverband tätig und hat sich hier für die Aus- und Fortbildung der Angehörigen der Bereitschaften im Sanitätsdienst eingesetzt.

Für seine Leistungen wurde er bereits im Jahr 2000 mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Niedersachsen ausgezeichnet.

Fleckenstein unterstrich in diesem Zusammenhang die Unverzichtbarkeit ehrenamtlichen Engagements, ohne das vieles nicht funktionieren würde. Schankweiler verdiene für diesen Einsatz Respekt. Dafür das Bundesverdienstkreuz zu erhalten, sei jedoch keine Selbstverständlichkeit: „Diese Ehrung ist etwas Herausragendes.“

Wie der 70-Jährige betonte, habe er zwar viel selbst organisiert, insgesamt seien diese Erfolge aber auch eine Teamleistung gewesen, „denn ich hatte immer um die 30 Helferinnen und Helfer, ohne die es nicht gegangen wäre.“

Zu Schankweilers Glanzleistungen zählt aber vor allem auch seine äußerst erfolgreiche Mitgliederwerbung: Als er den Vereinsvorsitz 1995 übernahm, gehörten 170 Mitglieder zum DRK Breloh - ihre Zahl brachte er auf unglaubliche 450.

Wer meint, er habe damit ein gute Basis für die künftigen Jahre geschaffen, ist allerdings auf dem Holzweg, denn der Weiterbestand des DRK Breloh ist mehr als gefährdet. Dazu Schankweiler: „Als ich 67 Jahre alt war, habe ich gesagt, ich fange jetzt schon an, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu suchen, denn mit 70 wollte ich den Vorsitz abgeben.“ Drei Jahre für die Suche haben allerdings nicht gereicht: Schankweiler hat inzwischen seinen 70. Geburtstag gefeiert - doch jemanden, der oder die sich an die Vereinsspitze wählen lassen würde, hat er nicht gefunden. Und so beklagt er, dass immer weniger junge Menschen bereit seien, sich ehrenamtlich zu engagieren und dabei auch Verantwortung zu übernehmen. Hier habe er auch Hilfe aus dem DRK-Kreisverband vermisst.

Als Konsequenz aus dieser Entwicklung droht dem DRK-Ortsverein Breloh jetzt die Auflösung. Und die, so Gudrun Schankweiler, „wäre schon längst erfolgt, wenn die nötigen Versammlung nicht wegen Corona hätten verschoben werden müssen.“

Damit wird die Ordensverleihung an Paul Schankweiler gleichzeitig auch fast zum Abgesang auf die guten Zeiten des DRK-Ortsvereins Breloh - es sei denn, es fände sich doch noch ein neuer Vorstand, um die Auflösung abzuwenden.

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