Grube zur Schließung des Allwetterbades: „Die Lage ist sehr ernst!“

Lösung für „Bahnen-Schwimmer“ aus Munster gefunden

Grube zur Schließung des Allwetterbades: „Die Lage ist sehr ernst!“

Sie hat hohe Wellen geschlagen, die Ankündigung der Stadtwerke Munster-Bispingen GmbH, dass das Allwetterbad in Munster wegen der sich zuspitzenden Lage auf den Energiemärkten vom 1. September dieses Jahres bis zum 31. März kommenden Jahres vorsorglich geschlossen wird. In den sozialen Netzwerken gab es nach der Ankündigung nicht wenige kritische Stimmen. Nicht zuletzt auch deshalb wendet sich Munsters Bürgermeister Ulf-Marcus Grube an die Bevölkerung: „Die Energiekrise ist endgültig in Munster angekommen. Nun ist offensichtlich, was seit Monaten in der Presse und auf allen Fernsehsendern kommuniziert wird: wir haben in Deutschland eine sehr ernste Lage! Wir haben eine schwere Energiekrise!“

Stadtwerke-Geschäftsführung, Stadtwerke-Aufsichtsrat, die Bürgermeister aus Munster und Bispingen sowie die Verwaltungsspitzen hätten sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der aktuellen Situation der Kommunen in der Energiekrise befasst und dabei notwendige Maßnahmen beraten. Es habe sich abgezeichnet, so Grube, dass es sich um Themen der Stadtwerke wie Schwimmbäder und Straßenbeleuchtung ebenso handele, wie um kommunal-städtische Themen, zum Beispiel Heizen in öffentlichen Gebäuden und Stromsparmaßnahmen. Laut Grube hätten die Verantwortlichen intensive Gespräche zur Energieabsenkung und Ressourcenschonung geführt. „Hintergrund sind mögliche exorbitante Preissteigerungen bei Strom und Gas, aber auch ein möglicher Blackout beziehungsweise ein ‚Gas-out‘ wird als Szenario in Betracht gezogen“, unterstreicht der Bürgermeister. Und weiter: „Die Verantwortlichen werden von dem Gedanken geleitet, dass durch zielgerichtete Steuerung, Reduzierung oder zeitlich begrenzte Schließungen der Preis für Gas und Strom für die Zivilbevölkerung so lange wie möglich bezahlbar bleibt.“

Grube geht dabei auf die aktuelle Lage ein. Die instabile Liefersituation für Gas aus Russland und die bisher nicht vollständig greifenden Alternativszenarien machten ein sofortiges Handeln notwendig. Auch die Lage am Strommarkt sei „bereits in Bewegung.“ Die dabei herausgearbeitete Schließung des Allwetterbades Munster vom 1. September 2022 bis zum 31. März 2023 sowie die Nutzungseinschränkung des Luhetalbades Bispingen (Sauna aus, Zeiten reduzieren, Schwimmkurse integrieren) seien „alternativlos.“ Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Munster-Bispingen habe diese Maßnahme in der 30. Kalenderwoche beschlossen.

Aktuell haben Stadt und Stadtwerke eine Lösung für die „Bahnen-Schwimmer“ aus Munster erarbeitet. Dies sei dank „konstruktiver Zusammenarbeit von Bundeswehr-Dienstleistungszentrum, Stadt Munster und Stadtwerken Munster-Bispingen“ gelungen, betont Grube. Während die Schwimmlernkurse und Reha-Kurse in das Bispinger Luhetalbad auswichen, biete das Bundeswehr-Schwimmbad in Munster in Zusammenarbeit mit Stadt und Stadtwerken von montags bis freitags im Zeitfenster von 17 bis 20 Uhr allen interessierten Schwimmern die Möglichkeit, ihren Sport auszuüben.

„Auch die DLRG plant ausgewählte Kurse im Bundeswehr-Schwimmbad, doch die finalen Abstimmungen werden erst in den kommenden Tagen abgeschlossen“, erklärt der Bürgermeister. Zwar erfolge im September noch eine Grundreinigung im Bundeswehr-Schwimmbad, die eine vorübergehende Schließung von ein bis zwei Wochen notwendig mache, aber man sei trotzdem erfreut „über die schnelle Lösung zugunsten der Munsteraner Bevölkerung.“ Sowohl Olaf Möbius als Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums als auch Grube loben das Engagement aller Beteiligten „bei der gemeinsamen Lösungsfindung.“

Für die Gremiensitzungen im September gebe es für Munster diverse Punkte zu berücksichtigen, erklärt Grube. Was die Schwimmbäder angehe, seien die Maßnahmen durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke Munster-Bispingen bewertet und beschlossen worden. In Sachen städtische Einrichtungen in der Örtzestadt werde es in diesem Monat eine Überprüfung aller Möglichkeiten zur Einsparung von Energie geben, um diese zu bewerten und gegebenenfalls umzusetzen. „Notwendige Maßnahmen wie die Brenndauer der Straßenbeleuchtung und weitere Sparansätze werden in den politischen Gremien nach dem 1. September zur Entscheidung vorgelegt“, so der Bürgermeister. Und weiter: „Die Lage ist sehr ernst! Die Situation der nicht vollständig sichergestellten Energieversorgung kann bedeuten, dass vertraute Dinge mit Einbruch der Heizperiode nicht mehr aufrechterhalten werden können. Vielleicht gelingt es uns doch, gut durch den Winter und mit einem ‚blauen Auge‘ davon zu kommen. Vielleicht wird es wirklich so kritisch, wie von einigen Ministerien vorhergesagt.“ Vor diesem Hintergrund sei es der Verwaltung wichtig, die Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Lage auf dem Laufenden zu halten.

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