Gymnasium Munster erhält Kunst-Trakt

Landkreis Heidekreis investiert 2,5 Millionen Euro in Umbau und Erweiterung der Schule / Einweihungsfeier in der Örtzestadt am letzten Schultag vor Ferienbeginn

Gymnasium Munster erhält Kunst-Trakt

Gerade eingeweiht, ist der neue D-Trakt des Gymnasiums Munster schon verwaist. Nicht, weil sie nicht gebraucht würden, stehen die Räumlichkeiten aktuell leer - es sind Ferien. So bleiben den Handwerkern noch ein paar Wochen Zeit, die finalen Arbeiten zu vollenden. Daß hier nur noch Feinheiten fehlen, davon konnten sich Schüler und Lehrer sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung am vergangenen Mittwoch überzeugen: Am letzten Schultag vor den Sommerferien wurde der neue Anbau feierlich eingeweiht. Für insgesamt 2,5 Millionen Euro, die der Landkreis Heidekreis in das Bauprojekt investiert hat, erhielt das Gymnasium nicht nur den neuen Kunst-Trakt, sondern auch der Altbau wurde aufwendig umgebaut und saniert.

Zu Beginn der Einweihungsfeier durchschnitten Schulleiterin Silke Meyer und Landrat Manfred Ostermann gemeinsam das symbolische Band. Danach erlebte der Gang des neuen Traktes gleich - seiner Beschreibung entsprechend - seinen Einstand: Als „multifunktional nutzbarer Flurbereich“ verbindet er sonst die Kunst- und Unterrichtsräume, am vergangenen Mittwoch wurde der breite Korridor für die Feierstunde genutzt. Und Kunst konnten die zahlreichen Gäste hier ebenfalls bewundern: Neben mehreren Skulpturen aus verschiedensten Materialien zierten zahlreiche Zeichnungen die (noch nicht fertige) lange Flurwand. Dort werden in den kommenden Wochen noch Holzpaneele angebracht. Die sind zum einen „akustisch wirksam“, geben den Räumlichkeiten zum anderen optisch den letzten Schliff.

„Insgesamt 19 Gewerke haben die Arbeiten ausgeführt“, so der Landrat, „das alles koordiniert zu bekommen, ist nicht leicht.“ Doch alles sei gut gelungen, lobte Ostermann das Ergebnis. Neben der neugeschaffenen Fläche von rund 700 Quadratmetern habe das Gymnasium auch in seinen bestehenden Gebäuden „hinzugewonnen“: Unter anderem sei die Barrierefreiheit ein wesentlicher Aspekt bei der Sanierung des Altbaus gewesen, so der Landrat. Hinzu kam eine beinahe Komplettsanierung vieler Räume aus den 60er Jahren, inklusive neuer Elektroinstallationen, Datenleitungen sowie Beleuchtung und Bodenbeläge. Hier werde nicht nur eine gute Ausbildung geboten, hob Ostermann hervor, „sondern wir geben Eltern außerdem ein gutes Gefühl, ihre Kinder hier anmelden zu können.“

Und Anmeldungen werden nicht allein aus der Örtzestadt kommen, weiß der Landrat: „Denn nach der Änderung der Einzugsgebiete durch den Kreistag gehen Bispinger Schüler nicht mehr zum Gymnasium nach Soltau, sondern nach Munster. Eine gute Entscheidung, denn die Schülerzahlen entwickeln sich rasant, und mittlerweile liegt die Rate der Kinder, die nach der Grundschule aufs Gymnasium kommen, bei rund 60 Prozent.“ Daher sei der Erweiterungsbau auch eine Investition in die Zukunft, „und der Landkreis hat hier gern investiert.“

Bis es soweit war, habe es allerdings etwas gedauert, erinnert sich die Schulleiterin: Seit 2013 habe sie sich beim Landrat für eine Erweiterung eingesetzt, erst ohne den gewünschten Erfolg, „doch die Situation änderte sich 2015: Mit dem Abitur nach nur neun Jahren ergab sich auch mehr Raumbedarf“, so Meyer. Und nach dem dann neuen Schulentwicklungsplan des Heidekreises sei 2017 schließlich beschlossen worden, „Baumaßnahmen am Gymnasium Munster vorzunehmen. So konnten die Planungen Fahrt aufnehmen.“ Baubeginn war im Mai 2018, nun ist der neue Trakt fertig. „Und der Anbau ist wirklich wunderschön geworden“, schwärmt die Schulleiterin.

Munsters Bürgermeisterin pflichtet ihr bei: „Wir freuen uns, einen so schönen Neubau einweihen zu dürfen.“ Und die Kunstwerke an der noch unfertigen Wand seien eine derart schicke Dekoration, „sie könnten glatt auch eine Dauerlösung werden“, scherzte Christina Fleckenstein. Sie lobte zudem die Hartnäckigkeit der Schulleiterin, für die Erweiterung zu kämpfen: „Sie hat nicht locker gelassen, und das ist gut so.“

Den Weg nach Munster werden nach den Ferien somit auch viele Schüler aus Bispingen finden. Dr. Jens Bülthuis, Bürgermeister der Gemeinde, besuchte die Schule in der Örtzestadt schon vor den Ferien: „Das Soltauer Gymnasium platzte bisher schon und platzt immer noch aus allen Nähten. Daher ist der Weg für unsere Schüler nach Munster der richtige.“ Er hoffe auch weiterhin auf einen guten Kontakt und regen Austausch, „denn es gibt natürlich auch den Weg in die andere Richtung“, so Bülthuis bei der Einweihungsfeier: „Wir begrüßen auch gern Schüler aus Munster bei uns an der GOBS (Grund- und Oberschule -Bispingen).“

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