Ausstellung: „Vom Ihr zum Wir“

Die Vertriebenenrolle in der Geschichte Niedersachsens

Ausstellung: „Vom Ihr zum Wir“

Die Provinz Hannover und die Länder Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe wurden vor 75 Jahren zum Bundesland Niedersachsen zusammengeschlossen. Dieser Geburtstag wird dieses Jahr begangen. Gut sieben Millionen Einwohner hatte das neue Bundesland. Davon waren etwa zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den ostdeutschen und osteuropäischen Vertreibungsgebieten. Ihnen ist eine Ausstellung gewidmet, die vom 26. Oktober an im Landtag zu sehen ist.

Die Not gerade auch in den Nachkriegsjahren war groß. Angefangen von den Wunden, die der Krieg bei vielen Menschen, in unzähligen Familien und vor allem in den Städten geschlagen hatte über den Zusammenbruch fast aller Ordnungen bis zu den fast unübersehbaren Problemen, die sich daraus ergaben, dass Einheimische und Flüchtlinge miteinander leben und auskommen mussten. Rücksichtnahmen auf beiden Seiten waren erforderlich und bald zeigte sich, welch große Rolle gerade die Heimatvertrieben und Flüchtlinge in den Aufbaujahren der gesamten Bundesrepublik, ja Europas spielen sollten.

Der Museumsverband Niedersachsen und Bremen, der sich schon seit einigen Jahren mit Rolle, die die Heimatvertriebenen in Niedersachsen spielten unter dem Motto „Herkunft.Heimat.Heute.Kümmert“ wird in einer Ausstellung in der Portikushalle des Niedersächsischen Landtages eine Ausstellung zu diesem Thema präsentieren. Sie trägt den Titel „Vom Ihr zum Wir“, der zugleich verrät, dass es im Prozess des Zusammenwachsen durchaus auch Probleme gab, die bewältigt werden mussten und gemeistert wurden.

Auch im Landkreis Soltau strandeten viele Massen von Menschen. Es begann schon gegen Ende des Krieges mit den Menschen, die aus den bedrohten oder schon zerbombten Großstädten evakuiert werden mussten und um das ende des Krieges war unsere Region das Einfallstor für die Flüchtlingstrecks und -transporte aus den Ostdeutschen Vertreibungsgebieten.

In Munster-Lager, Breloh und Oerrel boten sich militärische Liegenschaften zur Unterbringung von Flüchtlingen an. Mehrere Tausende bewohnten das Flüchtlingslager Breloh Hornheide, in militärischen Baracken-Lagern und natürlich auch in vielen Privatwohnungen. In Munster bildeten sich mehrere Landmannschaften, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen geschlossen haben und im städtischen Heimathaus Ollershof eine Heimatstube einrichten konnten. Sie haben bei der Vorbereitung der Ausstellung, die im Landtag gezeigt wird, eng mit den Verantwortlichen des Museumsverbandes zusammen gearbeitet und viele Informationen geliefert. Die Ausstellung ist vom 26. Oktober bis zum 17. November täglich von 9 bis 20 Uhr zu besichtigen. Dazu gibt es einen umfangreichen Katalog, in welchem viele Fakten dokumentiert sind. Der „Sündenbock“, die bronzene Kleinplastik des schlesischen Künstlers Fritz Thomas-Gottesberg wird in der Ausstellung zu sehen sein. Zwei Plastiken, Intervall und Junge mit Schnecke stehen noch am Mühlenteich.

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