Hubschrauber landet im Herzen der Stadt

Lili-Marleen-Tag am 21. September ab 17 Uhr in Munster

Hubschrauber landet im Herzen der Stadt

Nicht etwa „vor der Kaserne, vor dem großen Tor“, wie es im berühmten Lied „Lili Marleen“ heißt, sondern vor dem Rathaus auf dem Heinrich-Peters-Platz steht er am 21. September von 17 bis 22 Uhr auf dem Programm, der nunmehr achte Lili-Marleen-Tag in Munster. Brigadegeneral Björn Schulz, Kommandeur der Panzertruppenschule und Standortältester, und Munsters Bürgermeister Ulf-Marcus Grube als Schirmherren sowie die beiden Hauptorganisatoren der Veranstaltung, Standortoffizier Hauptmann Michael Zappe und Oberstleutnant Christian Simmelbauer, informierten am vergangenen Mittwochvormittag im Pressegespräch im Munsteraner Rathaus über die Veranstaltung und stellten das Programm vor. Laut Zappe wird es in diesem Jahr „neben dem Bewährten viel Neues geben.“ Ein Highlight wird die Präsentation eines NH90-Transporthubschraubers sein, der auf der Wiese am Heinrich-Peters-Platz zu sehen sein wird. Aus Sicherheitsgründen wird dieser dort bereits gegen 14 Uhr landen. Die Besatzung hat eine Nachtfluggenehmigung und wird nach dem Ende der Veranstaltung wieder mit ihrem Luftfahrzeug aufsteigen und in der Dunkelheit verschwinden.

Die Lili-Marleen-Skulptur in der Örtzestadt symbolisiert laut Brigadegeneral Schulz auf gewisse Art und Weise die enge Verbindung, die enge Verzahnung von Streitkräften und Bevölkerung am Standort: „Der Soldat ist die Bundeswehr und die junge Frau die Gesellschaft. Beide führen eine tolle, richtig gute Beziehung im ständigen Miteinander.“ Stadt und Bundeswehr seien eine „echte Symbiose“ eingegangen: „Wir könnten ja auch gar nicht ohne einander.“ Das sieht Bürgermeister Grube nicht anders, sprach von einer „exzellenten Zusammenarbeit“ und zwei „starken nebeneinander stehenden Säulen“, die angesichts des Ukrainekrieges und gestiegener Preise für Gas und Strom gleichermaßen vor großen Herausforderungen stünden.

Nicht zuletzt auch deshalb freut sich Schulz, dass Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Beschäftigte nach zweijähriger Corona-Zwangspause nun endlich wieder die Möglichkeit hätten, „sich der Gesellschaft zu präsentieren und ‚danke‘ zu sagen. Das wollen wir unbedingt.“ In der zwischen zwei Truppenübungsplätzen „eingekeilten“ Stadt mit ihren zahlreichen Bundeswehr-Liegenschaften gehörten zusätzliche Belastungen im Straßenverkehr und die Geräuschkulisse, die der Übungsbetrieb mit sich bringe, zum Alltag. Und trotzdem seien Bundeswehrangehörige am größten Heeresstandort Deutschlands keinen Anfeindungen ausgesetzt, könnten sich vielmehr in Uniform oder Kampfanzug ungezwungen in Munster bewegen. „Das ist ein herausragendes Miteinander, das ist schon einzigartig“, so der Brigadegeneral.

Er begrüßt daher ausdrücklich, dass der Lili-Marleen-Tag nun zum dritten Mal im Herzen der Stadt gefeiert wird: „Das ist symbolträchtig und der beste Ort zum Feiern. Es geht darum, dass man sich trifft, Musik hört, Erfahrungen austauscht und am späten Abend wieder fröhlich auseinandergeht.“

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr mit einem Feldgottesdienst, anschließend eröffnen Grube und Schulz gemeinsam mit Munsters Weinkönigin „Lea I.“ die Veranstaltung. Auf dem Platz vor dem Rathaus und in Teilbereichen der Wilhelm-Bockelmann-Straße wird es viel zu sehen geben. Neben dem Transporthubschrauber wird auch Großgerät des Heeres präsentiert, wobei auf Kettenfahrzeuge verzichtet wird. „Das würde die Infrastruktur nicht aushalten“, erklärte Zappe. Neben den Frauen und Männern in den Flecktarnanzügen werden sich unter anderem auch die Stadt, die Polizei, die Feuerwehr, das Wehrwissenschaftliche Institut (WIS) und die Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten (GEKA) präsentieren, wobei an den Ständen der GEKA und des WIS sicherlich auch über die Sanierung des Dethlinger Teiches gesprochen wird.

Mit von der Partie sind außerdem die Bürgerstiftung Munster, das Soldatenheim „Oase Zum Oertzetal“, das Bundeswehrdienstleistungszentrum, der Deutsche Bundeswehrverband, die Bürgergilde Munster, der Verein Bundeswehrfamilien und weitere „Aussteller“. Sehr zur Freude der Organisatoren beteiligt sich auch das Gymnasium Munster erstmalig am Lili-Marleen-Tag, laut Zappe „mit Spiel- und Sportattraktionen und eventuell auch einem kleinen Theaterstück.“

„Wir haben eine sehr starke Beteiligung. Bürger, Vereine und Dienststellen haben ganz offensichtlich große Lust darauf, sich zu präsentieren und zusammenzukommen“, so Simmelbauer. Das Organisationsteam hat diesmal wegen diverser „Neuzugänge“ besondere organisatorische Herausforderungen zu meistern. Weil der Transporthubschrauber bei seiner Landung einen kräftigen Luftstrom erzeugt, Fachleute sprechen hier vom „Down- und Sidewash“, muss die Wiese zuvor ordentlich „durchgefegt“ werden. Auch Bierzeltgarnituren, Stühle und Ähnliches können erst nach der Landung um 14 Uhr aufgestellt werden. Eine weitere „Premiere“ muss ebenfalls gut vorbereitet werden: Zum ersten Mal macht nämlich der Karriere-Truck der Bundeswehr beim Lili-Marleen-Tag in der Stadtmitte Station - und der ist mit stolzen 17,50 Metern Länge alles andere als ein Kleinwagen.

Mit einem anderen großen Fahrzeug, nämlich einem Bus, werden die rund 40 Musikerinnen und Musiker des Heeresmusikkorps Hannover anreisen, die ein Platzkonzert geben. Für weitere mitreißende Klänge wird die Munsteraner Marchingband „Blue Dragons“ sorgen. Grube, Zappe und Vertreterinnen und Vertreter der St.-Stephanus-Militärkirchengemeinde werden Freimarken für Speisen und Getränke verteilen, die Weinkönigin verschenkt Autogrammkarten. Für Sicherheit sorgen Feldjäger. Insgesamt werden sich beim Lili-Marleen-Tag rund 130 Beteiligte darum kümmern, dass „der Laden läuft“.

Zappe und Simmelbauer gehen davon aus, dass bei gutem Wetter wieder zwischen 1.000 und 1.500 Besucherinnen und Besucher über die Abendstunden verteilt in die Innenstadt strömen. Die Vorbereitungen auf die achte „Auflage“ laufen auf Hochtouren, einem erneuten fröhlichen Beisammensein in der Stadtmitte steht nichts im Wege. Schulz: „Wir würden uns freuen, wenn uns möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aus Munster und der Region besuchen.“

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