Igeln im Herbst helfen

Munsteranerin Uta von Loh gibt Tipps für Garten- und Tierfreunde

Igeln im Herbst helfen

Wie können Tier- und Gartenfreunde Igeln im Herbst helfen? Uta von Loh aus Munster, die sich selbst als Igelfreundin bezeichnet und sich seit fünf Jahren mit diesen Tieren beschäftigt, gibt Tipps.

„Ein naturnaher Garten wäre das Beste für Igel, doch die allermeisten Gärten in der Region sind viel zu aufgeräumt und übermäßig gepflegt“, so die Örtzestädterin. Die Zahl der Igel habe bedauerlicherweise „stark abgenommen“, stellt sie fest. Die Gründe dafür seien vielfältig: So fänden Igel zum Beispiel in vielen Gärten kaum noch Unterschlupf. Durchgänge zu anderen Gärten seien versperrt. Und das Nahrungsangebot habe sich durch den Klimawandel für Igel erheblich verschlechtert.

„Wichtig ist vor allem, im Garten keine Gifte einzusetzen, die Insekten töten, denn Igel sind nun einmal von Natur aus Insektenfresser, und Insekten liefern ihnen hochwertiges Eiweiß und Fette. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören jedoch auch Regenwürmer oder Schnecken, die für Igel nicht unproblematisch sind. Über sie holen sich Igel häufig Innenparasiten.In einem naturnahen Garten finden sich hingegen meist auch Käfer, bei deren Verdauung sich Blausäure bildet. Sie wirkt wie eine natürliche Wurmkur gegen Innenparasiten wie Lungenwürmer - was Igel schützt, die oft ein geschwächtes Immunsystem haben“, so von Loh.

Wichtig sei, dass Igel im Garten ein vielfältiges Nahrungsspektrum vorfänden. Und dies werde indirekt durch Hecken, Sträucher und blühende Wildblumen aus heimischen Arten gefördert. Eine solche Kombination helfe „der Insektenfauna und damit den Igeln weit mehr als ein Garten mit exotischen Pflanzen wie Thuja oder Kirschlorbeer“, betont die Munsteranerin.

Außerdem sollte es Igeln ermöglicht werden, innerhalb der Wohngebiete in den Gärten zu „wandern“. Dabei helfen laut von Loh zehn mal zehn Zentimeter große Löcher in den Zäunen.

Außerdem sei es wichtig, Rasenmähroboter nicht am Morgen oder am frühen Abend mähen zu lassen. Darüber hinaus sollten keine Laubsauger benutzt werden, da diese die Nahrung der Igel reduzierten. Weiterhin appelliert die Igelfreundin an die Bevölkerung, Kellerschächte, Gruben und Teiche abzudecken oder tiergerechte Ausstiegshilfen zu schaffen.

„Auch im Herbst fallen Gartenarbeiten an, bei denen jeder Rücksicht auf Igel nehmen kann. Das Laub sollte man liegenlassen oder zusammenrechen und auf einem Haufen regengeschützt aufschichten. Und bei Gartenarbeiten sollte man unter Gebüsch nicht mit scharfen Geräten wie Rasenkantenschneidern oder Motorsensen arbeiten, ohne vorher zu kontrollieren, ob sich Igel darunter befinden“, so von Loh weiter. Um dem Igel bei seinen Vorbereitungen auf den Winter zu helfen, empfiehlt sie „das Zufüttern ab September im Garten:“ Igelmütter und junge Igel seien im Spätherbst für den Winterschlaf oft zu mager, „denn unsere Gärten bieten Igeln nur selten noch einen gut gedeckten Tisch. Sie gehen geschwächt und krank in den Winterschlaf und überleben diesen nicht.“

Deshalb sei das Zufüttern ihrer Meinung nach wichtig, „auch wenn manche Naturschutzverbände dies anders sehen“, erklärt die Munsteranerin. Ihre Tipps für das Zufüttern: Katzennassfutter mit hohem Fleischanteil ohne Getreide, ungesalzenes Rührei und Katzen-Trockenfutter ohne Getreide. Außerdem eine Schale mit täglich frischem Wasser. „Am besten dies in einer Box oder einem Igelhaus anbieten, um Katzen fern zu halten“, so die Igelfreundin.

Wer einen Igel finde, sollte ihn nicht wahllos einsammeln, sondern auf Anzeichen für Hilfsbedürftigkeit achten, zum Beispiel Krankheitssymptome, Untergewicht oder auch Aktivität am Tage. Wer einen kranken oder geschwächten Igel entdecke, sollte sich am besten an eine Igel- oder Wildtierpflegestation wenden. Vielfältige Information liefert laut von Loh auch die Broschüre „Der Igel“ des Naturschutzbundes (NABU). Infos zum Thema gebe es außerdem im Internet unter www.NABU.de.

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