Jugendliche ausgezeichnet

Engagierte junge Munsteraner in öffentlicher Ratssitzung geehrt

Jugendliche ausgezeichnet

In der letzten Ratssitzung vor Beginn der Sommerferien stehen in Munster traditionell Schülerehrungen auf der Tagesordnung - so auch am Donnerstag, den 27. Juni 2019. Insgesamt drei Auszeichungen überreichte Bürgermeisterin Christina Fleckenstein; zwei Schülerinnen waren an dem Tag verhindert, und für den Preis aus der Uwe-Wunderlich-Stiftung hatte der zuständige Stadtjugendring keinen Vorschlag eingereicht. Ratsvorsitzender Lutz Winkelmann begrüßte bei der Eröffnung der Sitzung insbesondere die Schüler und ihre Familien. Die Ehrungen, so Winkelmann, seien in jedem Jahr wieder „einer der wenigen feierlichen Momente“ im Munsteraner Stadtrat.

In jedem Jahr werden in der Örtzestadt aus dem Erlös mehrerer Stiftungen besonders engagierte junge Munsteraner ausgezeichnet. Üblicherweise wird diese Ehrung im Rahmen der letzen Ratssitzung vor der Sommerpause vorgenommen. Seit einigen Jahren, erläuterte Fleckenstein, werden die Preisträger häufig zusätzlich bei den jeweiligen Schulentlassungsfeierlichkeiten geehrt. Alle erhalten als Anerkennung neben der Urkunde die Munster-Chronik und Gastronomie-Gutscheine. Übergeben konnte die Bürgermeisterin diesmal drei Preise.

Die Auszeichnung aus der Uwe-Wunderlich-Stiftung wurde nicht vergeben, da der hierfür zuständige Stadtjugendring keinen Vorschlag abgegeben hatte. Aus der zusammengefaßten Heinrich-Meyer-Stiftung und der Stiftung des Stadtelternrates ausgezeichnet werden in diesem Jahr nach einem Vorschlag der Grundschule am Hanloh die Schwestern Sara und Alzahrra Hamad, die aber zur Ratssitzung verhindert waren. Sie erhalten den Preis zu einem späteren Zeitpunkt. Fleckenstein verlas aber dennoch die lobenden Worte, mit denen die Grundschule die beiden Viertkläßler vorgeschlagen hatte - als ein Beispiel, „wie gute Integration funktioniert“. Sara und Alzahrra bereicherten die Grundschule und die Gesellschaft. „Sie lernten schnell die deutsche Sprache, schlossen schnell Freundschaften und zeigten stets Offenheit gegenüber Bräuchen und Ereignissen unserer westlichen Kultur“, unterstrich die Grundschule in ihrem Vorschlag. „Dabei vergaßen sie nie ihre syrischen Wurzeln, so sprechen sie bis heute sehr gut Arabisch und dolmetschen für ihre Mutter, wenn diese Hilfe braucht.“

Persönlich anwesend hingegen war Julian Klinke, der auf Vorschlag der Realschule die Ehrung aus der Stiftung der Ratsherren, des Stadtdirektors und des Stadtkämmerers entgegennahm. Der Zehntkläßler ist seit mehreren Jahren im Sanitätsdienst der Johanniter tätig und hat die Katastrophenschutz-Ausbildung absolviert, außerdem ist er angehender Jugendgruppenleiter der Johanniter-Jugend - und zudem aktiver Leichtathlet im VfB. „Außerdem“, fügte Fleckenstein hinzu, sei Julian „ein sehr guter Schüler“.

Die Auszeichnung aus der Stiftung der Kommandeure und Dienststellenleiter der Bundeswehr in Munster erhielt auf Vorschlag der Hauptschule Ayline Schröder, die gemeinsam mit ihrem Schulleiter Axel Adler zur Sitzung gekommen war. Ayline Schröder, so begründete die Hauptschule den Vorschlag, sei „stets eine feste Ansprechpartnerin für die Planung und Organisation beispielsweise der Abschlußfeierlichkeiten.“ Verantwortungsvoll übe sie das Amt der Klassensprecherin aus und stehe auch Jüngeren bei Fragen und Problemen zur Seite. „Damit zeigt Ayline Schröder ein lobenswertes schulisches Engagement mit Vorbildfunktion für alle anderen Schülerinnen und Schüler“, lobte die Hauptschule in ihrem Schreiben.

Eine weitere Ehrung erfolgte aus der Stiftung des früheren Bundestagsabgeordneten Rudolf Werner. Hierfür war eigens Werners jüngste Tochter Sophie aus Frankfurt angereist. Munster, eklärte Sophie Werner, habe zum ersten Wahlkreis ihres Vaters gehört. „Er war ein begeisterter Europäer und ein Freigeist“ berichtete sie über Rudolf Werner. „Würde er heute noch leben, wäre er über die Pro-Europa-Bewegung sehr begeistert gewesen, und vielleicht auch bei ‚Fridays-for-future‘ mitgelaufen.“ Freiheit habe für ihn vor Sicherheit und Ordnung gestanden. „Er war immer begeistert von Menschen, die sich für die Gemeinschaft engagiert haben.“ Sophie Werner mahnte: „Friede und Freiheit wachsen nicht auf Bäumen, und Zusammenhalt kann man noch nicht online bestellen.“

Ausgezeichnet wurde aus der Stiftung mit Merlin Albrecht ein außerordentlich engagierter Gymnasiast, dessen Vielzahl von Ämtern und ehrenamtlichen Aufgaben „noch neben der Schule“ Bürgermeisterin Fleckenstein mit „Anerkennung und großem Respekt“ vortrug. Engagiert war der Abiturient in Chor, Schach-AG und Darstellendem Spiel, als Konfliktlotse und Lerncoach, Klassenpate und Mitglied der Technik-AG, außerdem unterstützte er beim Kaffee- und Kuchenverkauf am Elternsprechtag. „Für das Gemeinwesen engagiert sich Merlin besonders in den Bereichen der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung der Feuerwehr sowie bei der DRK-Bereitschaft.“ Wertschätzung verdienten auch sein Einsatz bei der DLRG und im Jugendverkehrsclub. Begleitet wurde Merlin Albrecht zur Ehrung vom stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums, Dr. Wolfgang Kruse.

Logo