„Kein richtiger Jahrmarkt, aber eine tolle ‚Notlösung‘“

Freizeitpark in Munster noch bis Ende September: Schausteller und Gilde ziehen positive Halbzeitbilanz

„Kein richtiger Jahrmarkt, aber eine tolle ‚Notlösung‘“

Wegen der Coronakrise mussten in diesem Frühjahr und Sommer die Jahrmärkte und Schützenfeste ausfallen - bitter auch für die Schützengilde Munster, die dieses Jahr ihren 100. Geburtstag feiern wollte, aber noch bitterer für die Schausteller, die auf solchen Veranstaltungen ihren Lebensunterhalt verdienen. In Munster kamen Gilde und Schausteller jetzt zusammen und fanden einen anderen Weg: Ein temporärer Freizeitpark auf dem Schützenplatz, der am 5. September eröffnet wurde (HK berichtete). „Es ist zwar kein richtiger Jahrmarkt“, so Michael Mantau, „aber eine tolle ‚Notlösung‘.“ Der Vorsitzende des Schaustellerverbands Uelzen und seine Kollegen sind jedenfalls zufrieden: „Die ersten zwei Wochenenden waren gut besucht, die Donnerstage etwas verhalten.“ Auch die Schützen freuen sich, dass der „Uhlen Freizeitpark“ auf dem Gelände der Gilde viel Resonanz erfährt. Erster Gildeherr Marco Tews zog am vergangenen Dienstag zusammen mit Mantau eine positive Zwischenbilanz.

Die vielen Spiel- und Fahrgeschäfte für groß und klein sowie der Biergarten im Zentrum des Geschehens bleiben noch den ganzen Monat lang in der Örtzestadt: Bis Ende September lädt der Freizeitpark jeden Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr zum Besuch ein. Ein entsprechendes Hygienekonzept mit Desinfektionsmittelspendern an Ein- und Ausgängen sowie Wegeführungen und Abstandsregeln sind in Corona-Zeiten natürlich auch umgesetzt worden. „Und alle Gäste haben sich wirklich gut daran gehalten“, freut sich Mantau. Auch bei der Einhaltung der Abstände habe es nahezu keine Probleme gegeben, Besucher hätten sich verständnis- und verantwortungsvoll gezeigt. „Dass wir einen Euro als kleines Eintrittsgeld erhoben haben, haben ebenso alle akzeptiert“, lobt der Schausteller.

Er, seine Familie und seine Kollegen hoffen nun, dass auch dieses und kommendes Wochenende noch viele Gäste zum Schützenplatz ziehen werden. „Für Abwechslung ist jedenfalls gesorgt“, wirbt Mantau. Neben rasanten Fahrgeschäften für die Großen warten Karussells und Buden auf die Kleinen. Auch eine Geisterbahn, die zu Fuß erkundet wird, ist hier zu finden. Ein besonders treuer Kunde nimmt für „sein“ Fahrgeschäft jedenfalls einen recht weiten Weg auf sich: „Ein Uelzener kommt jeden Tag mit dem Motorrad nach Munster, um hier ‚Breakdancer‘ zu fahren“, so Mantau. So weit musste der Stammgast zuvor nicht: Der Freizeitpark war nämlich vor Munster in Uelzen aufgebaut. „Dort war es zu der Zeit allerdings extrem heiß. Hier in Munster passte das Wetter besser“, meint der Schausteller.

Den sonnigen Spätsommer genossen viele der Besucher im Biergarten. Mitten im Geschehen aufgebaut, bot dieser einen guten Überblick über den ganzen Platz und die Fahrgeschäfte. „Den Biergarten zentral zu plazieren, ist eine gute Idee, die wir ebenso für unsere kommenden Schützenfeste nutzen könnten“, überlegt Tews. Er wünsche sich, dass auch mehr Soldaten auf den Platz kommen. Die Schützen planten jedenfalls schon einen Besuch: „Wir wollen am 26. September einen ‚lockeren Schützentag‘ veranstalten, an dem die Gilde ab 16 Uhr in Zivil auf den Platz geht.“

Nach Uelzen und Munster geht es für die Schausteller dann weiter zur nächsten Station - voraussichtlich nach Soltau: „Die Stadt hat schon angefragt und Interesse bekundet“, freut sich Mantau. So wird aus der „Notlösung“ mittlerweile eine ganz eigene Veranstaltung: eben ein „mobiler“ Freizeitpark, der im Oktober dann wohl auf dem Schützenplatz der Böhmestadt Besucher aus nah und fern anlocken wird.

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